Alte Zeiten
gnadenlos aufgewärmt
Neulich
war es so weit: eine Reise in die Vergangenheit,
zu einem Verein, der mich nie sonderlich
interessierte, den ich aber aus bestimmten Gründen
damals des öfteren „live“ sah, und anschließend
völlig aus den Augen verlor. Dank einer netten
Spielplan-Gestaltung wurde es jetzt wieder möglich.
Von Erinnerungen an damals (gähn), dem besten
Stadionwürstchen aller Zeiten (mjam!) sowie mal
wieder völlig falscher Platzwahl (huch!):
Freitag,
26.08.2005: SV Waldhof Mannheim – VfR Mannheim
3:1
Ja,
wer kennt sie nicht, die Waldhof-Buben? Ich
kenne sie vielleicht noch ein wenig besser als
andere Fans, die – wie ich – diesem Verein
sonst eher „neutral“ gegenüber stehen. Dies
hat mit meinem beruflichen Werdegang zu tun. In
den 1990er Jahren studierte ich nämlich an
einer FH in Mannheim, die nur einen Steinwurf
vom Carl-Benz-Stadion entfernt liegt. Und wann
bekommt man schon mal Zweite Liga zum
Studententarif direkt vor der Haustür? Darüber
hinaus war dies während meines Grundstudiums
auch noch von persönlichem Interesse, da der
Waldhof damals mit meiner Fortuna aus Düsseldorf
um den Aufstieg in die Erste Liga rang. Mit dem
glücklicheren Ende für uns, wie man weiß. Und
da man im Mannheimer Stadtteil Neuostheim, in
dem Stadion und FH angesiedelt sind, nicht viel
an Freizeitmöglichkeiten hat, ging ich nicht
immer, aber doch relativ regelmäßig mal
gucken, was der SV Waldhof so machte. Als ich übrigens
meine Diplom-Prüfung absolviert und Mannheim
verlassen hatte, war der SV Waldhof einige
Wochen später in die Regionalliga abgestiegen.
Ich weiß nicht, ob hier ein kausaler
Zusammenhang bestand, aber es klingt zumindest
gut. Damaliger Trainer bei den Waldhöfern war
übrigens Uwe „Immer sind die anderen Schuld,
aber Hauptsache gut gebräunt“ Rapolder, der
die Blau-Schwarzen auch wieder in die 2. Liga
zurückführte und nur knapp den Aufstieg in die
Erste verpasste. Dann folgte der Niedergang des
Vereins, als man 2003 aus der 2. Liga wieder
abstieg und aufgrund einiger finanzieller
Problemchen direkt in die Oberliga Baden-Württemberg
durchgereicht wurde. Dort versucht man nun schon
im dritten Jahr, wieder hochzukommen, und die
Chancen stehen gar nicht so schlecht. Aber dazu
später mehr.
Ich
habe dort einige nette Spiele gesehen.
Unvergessen für mich eines der besten Fußballspiele,
die ich bisher live erleben durfte, die damalige
Zweitliga-Partie zwischen Mannheim und Bielefeld
in der Saison 1995/96. Die Arminia machte damals
meiner Fortuna das Kunststück nach (das wir ein
Jahr zuvor von den Münchner Löwen abgekupfert
hatten), von der Dritten direkt in die Erste
Liga durchzumarschieren. Die kamen mit Herren
wie Uli Stein, Armin Eck, Thomas von Heesen
(also als Spieler, meine ich) und ausgerechnet
Fritz Walter, dem Mannheimer Urgestein. Der
Aufsteiger nahm die Heimmannschaft in der ersten
Halbzeit auseinander und führte mit 4:1,
verbuchte zudem noch drei Pfosten- oder
Lattentreffer, hätte also zur Pause locker 7:1
führen können. Fritz Walter schoss zwei Tore
und verwirrte die fassungslosen Waldhof-Fans
damals anscheinend so sehr, dass sie zu Beginn
der zweiten Halbzeit den Bielefeldern Applaus
spendeten und die eigene Mannschaft auspfiffen,
als diese den Rasen wieder betrat. Kaum fünf
Minuten nach Wiederanpfiff machte Ex-Fortune
Ralf Voigt das 5:1 für Bielefeld, und es wurde
eigentlich nur noch diskutiert, ob man Zeuge
eines zweistelligen Ergebnisses werden würde,
als ein junger aufstrebender Spieler namens
Jonathan Akpoborie die Partie mit einem
Doppelschlag nach noch nicht mal einer Stunde
kippte. Zwar blieb es am Ende beim 5:3 für
Bielefeld, aber das musste man als „glücklich“
bezeichnen – und das, obwohl die Truppe zur
Halbzeit eigentlich 7:1 hätte führen müssen!
Ja, ein schönes Spiel.
Und
da ich auch das Carl-Benz-Stadion für ein sehr
schönes Stadion halte, dachte ich, es wäre an
der Zeit, ihm mal wieder einen Besuch
abzustatten. Zumal das Lokalderby anstand, und
das Ganze auch noch am Freitagabend stattfand.
Also nix wie hin!
Über
meine Bemühungen, eine Karte im Voraus zu
ergattern, breite ich lieber den Mantel des
Schweigens, nur soviel: es gestaltete sich etwas
schwierig, da man beim SV Waldhof anscheinend
nicht darauf eingerichtet ist, Besuch von auswärts
zu empfangen. Meine Erklärung, ich könne
Karten, die man mir in der Waldhöfer Geschäftsstelle
zurücklegen lasse, nur ziemlich schlecht mal
eben aus Bonn abholen und bäte daher um
postalische Zusendung, wurde zu Beginn nicht so
recht Ernst genommen. Vielleicht liegt es auch
an meinem Dialekt, dass die Verständigung zunächst
recht schwierig war. Ich spreche nämlich
Hochdeutsch. Das kann man jedoch von keinem
eingeborenen Mannemer verlangen, Kurpfälzisch
rules! Ich bekenne, dass ich diesen Dialekt
schon während meiner Studienzeit gehasst habe,
aber vielleicht geht es denen ja mit meinem
Idiom ähnlich. Nun, nachdem ich mich also nach
langen Jahren wieder damit auseinandersetzen
musste, dauerte es seine Zeit, bis der Geschäftsstellen-Mensch
und ich zueinander fanden. Danach stellte ich
fest, dass für die neue Saison die Preise ein
wenig erhöht worden waren, eine 20-Euro-Karte
kostete plötzlich 30 Euro, leider war die
Website diesbezüglich noch nicht aktualisiert,
aber na ja – ich komm wohl eh nicht allzu oft
hin, also her mit der Haupttribüne! Nachdem wir
uns erst mal verstanden hatten, und ich zudem
noch auf einen einheimischen Vermittler zurückgreifen
konnte, klappte dann auch alles ruckzuck. Wer
also mal ein kleines sprachliches und
organisatorisches Abenteuer erleben will, dem
empfehle ich einen Anruf bei der Geschäftsstelle
des SV Waldhof, um dort ein Ticket zu bestellen.
Macht schon Spaß, alles in allem.
Um
zum Sportlichen zurückzukommen,
„Lokalderby“ ist ein gutes Stichwort.
Lokaler als bei diesen beiden Vereinen geht es nämlich
kaum. Wenn man von außen vor der Gästetribüne
des Carl-Benz-Stadions steht, sich umdreht und
beispielsweise einen Kieselstein (keine
Aufforderung zur Gewalt!) so circa zwanzig Meter
nach vorn wirft, so landet das Steinchen auf dem
Stadiongelände des VfR Mannheim. Das
Rhein-Neckar-Stadion schließt direkt an das
Carl-Benz-Stadion an bzw. umgekehrt, denn das
Rhein-Neckar-Stadion war vorher da. Es ist
erheblich kleiner, erheblich älter und
normalerweise verlieren sich erheblich weniger
Zuschauer darin, auch zu meinen Zeiten, da
kickte der VfR in der Regionalliga Süd. Um die
800 Zuschauer waren die Regel, einmal sah ich
ein Spiel gegen den SC Neukirchen, der mit genau
sechs strunzvollen Fans, einer Trommel und drei
Weißbierkisten anreiste, ein anderes Mal die
Amateure des FC Bayern, die ganze 400 Leutchen
sehen wollten, da niemand vorher ahnen konnte,
wer da auflaufen würde: den Bayern-Treffer beim
2:1-Sieg des VfR markierte nämlich Carsten
Lakies, der gar nicht viel später bundesweit zu
Ruhm und Ehre kommen sollte, als er bei den
Profis von Trapattoni für Klinsmann
eingewechselt wurde, was dieser mit dem legendären
Tonnentritt dankte.
Auch
hier gibt es natürlich Spiele, die einem in
Erinnerung bleiben, so zum Beispiel 5.000
Zuschauer im März 1997 gegen den 1.FC Nürnberg,
der damals sein einmaliges Gastspiel in der
Regionalliga Süd gab. Von den 5.000 waren 4.500
Nürnberger, ich stand mitten im dicksten Pulk,
der so langsam aggressiv wurde: nach einer
halben Stunde führte Mannheim 2:1, Nürnberg stürmte
die gesamte zweite Halbzeit, aber es stand
weiter 2:1, dann flog der erste Mannheimer vom
Platz, dann der zweite, und es stand immer noch
2:1, sämtliche Nürnberger neben mir drohten
schon lautstark: „Wenn wir hier verlieren, müsst
ihr bluten!“ – da erzielte Christian Hassa
zwei Minuten vor Schluss noch den Ausgleich. Ich
war nicht ganz unfroh darüber und heilfroh, das
Stadion in einem Stück wieder verlassen zu können.
Den
VfR erwischte es im selben Jahr wie die Waldhöfer,
sie mussten aus der Regionalliga in die
Verbandsliga absteigen. Eine Fusion beider Klubs
unter dem Namen SV Mannheim, die von einem
Mannheimer Verkehrsbetrieb angedacht war, kam
nicht zustande. Ausgerechnet dieses Unternehmen
ist nun aber Hauptsponsor beim SV Waldhof, was
die alten VfR-Recken natürlich etwas aufregt.
2004 gelang der Aufstieg in die Oberliga, und
bereits in der letzten Saison ging es bei den
Derbys hoch her. Man durfte also gespannt sein.
Am
Nachmittag vor dem Spiel staune ich zunächst
darüber, dass sich an den Kassenhäuschen auf
dem Vorplatz des Carl-Benz-Stadions schon
Schlangen bilden, und spaziere nach nebenan, um
mir das Stadion des VfR anzusehen, das ist nämlich
frei zugänglich, die Tore sind offen. Nein, es
hat sich nichts verändert. Fast nichts, denn
beim zweiten Hinsehen stelle ich fest, dass man
nunmehr so einen herausziehbaren Spielertunnel
installiert hat, durch den die Spieler zum nächsten
Gebäude gelangen können. Eigentlich schade,
hier gab es früher herrliche Szenen, da die
Spieler durch ein Gittertor vom Spielfeld zum
Kabineneingang mussten, der Weg war ungefähr
dreißig Meter lang und führte mitten durch die
Zuschauer. Erinnerungen steigen hoch.
Unvergessen das Spiel gegen die SpVgg
Ludwigsburg! Damals wurden ein Mannheimer und
zwei Ludwigsburger des Feldes verwiesen. Es flog
damals eigentlich immer jemand vom Platz, wenn
der VfR spielte. Es war die 90. Minute, es stand
2:2 und die beiden Ludwigsburger Rotsünder
lehnten verbotenerweise noch an dem Gittertor
und wollten die letzten Sekunden des Spiels
sehen. Just mit dem Schlusspfiff erzielte
Mannheim jedoch den 3:2-Siegtreffer, was einen
der Spieler verleitete, zum anderen zu sagen:
„Was solls, hier wird man ja eh nur
betrogen.“ Dies hörte der unmittelbar neben
mir platzierte Opa, Stammkundschafter des VfR,
rief empört: „Hier wird nicht betrogen!“
(also auf kurpfälzisch) und zog dem Spieler
durchs Gitter eins mit dem Stadionheft über.
Das anschließende Gerangel hätte wirklich jede
Slapstick-Einlage einer schlechten Comedy-Show
getoppt. Unvergessen auch einer der letzten
Auftritte des KSV Hessen Kassel, bevor er mal
wieder pleite ging. Man verlor sang- und
klanglos 1:4 sowie einen Spieler durch
Feldverweis (wie üblich halt), der sich bei
seinem Abgang durch die Zuschauermassen durch wütendes
Schubsen nach rechts und links Freiraum
verschaffte und dabei auch einen Polizisten
erwischte, der anschließend seinen Hund zurückhalten
musste, weil dieser den Begriff „Kasseler“
wohl eher fütterungstechnisch interpretieren
wollte. Regionalliga vom Feinsten. Das ist
heutzutage also nicht mehr möglich beim VfR.
Sie haben ein bisschen renoviert, es wirkt alles
heller, freundlicher, aber ein kritischer Blick
zum Tribünendach zeigt doch deutlich, dass hier
alles ein wenig älter ist. Ein schönes kleines
Stadion, in dem der Blick zum Spielfeld – mit
Ausnahme der Sitzplatztribüne – leider durch
eine relativ engmaschige Vergitterung erschwert
wird, oder mit anderen Worten: ein Käfig.
Nunja,
hier wird aber heute auch nicht gespielt, also
vergessen wir den Käfig. Es geht zurück nach
nebenan, ins schmucke Carl-Benz-Stadion, 1994
eingeweiht, 27.000 Plätze. So ein Teil hätte für
Fortuna Düsseldorf völlig ausgereicht, nur um
mal einen kurzen Bezug zu „meinem“ Verein
herzustellen. Drei zusammenhängende Tribünen,
in den beiden Ecken hat man Stehplatzblöcke
geschaffen, ergeben ein harmonisches Bild, nur
der Gästeblock steht etwas einsam hinter einem
der Tore für sich allein. Keine
Flutlichtanlage, sondern ins Dach integrierte
Scheinwerfer, wie es heutzutage bei so vielen
Arenen Mode ist, und eine Anzeigetafel, über
die noch zu reden sein wird. Ein reines Fußballstadion,
die Ränge reichen bis zum Spielfeldrand. Für
die Oberliga natürlich viel zu groß, aber
dauerhaft kann man sowieso nicht in der
Viertklassigkeit verbleiben.
Das
Catering, das früher erste Sahne war, weil
wirklich alle zwanzig Meter eine
Verpflegungsbude stand, Wartezeiten kannte man
kaum, gestaltet sich heute etwas schwieriger,
denn natürlich gibt es nur noch einige Buden,
die Speisen und Getränke anbieten, die reichen
bei „normalen“ Oberliga-Spielen
wahrscheinlich auch aus, aber heute ist es eben
nicht normal, es herrscht ziemlicher Andrang. Da
muss ich leider durch, denn wenn eins beim
Besuch des SV Waldhof Pflicht ist, dann ist es
die Feuerwurst. Ich habe keine Ahnung, was für
eine Art Wurst dies ist, ob vom Schwein, vom
Rind, vom Pferd oder alles durcheinander (aber
ich baue darauf, dass wenigstens ein Mannheimer
bis hierher liest und mir mitteilen kann, woraus
sie besteht), auf jeden Fall ist sie in puncto
Schärfe ein netter Nachbrenner, was ich von
anderen Würstchen nicht gewohnt bin. Für mich
die Göttin unter den Stadionwürstchen, selbst
Wattenscheid hat dagegen keine Chance! Dafür
steht man gerne mal zehn Minuten an, auch wenn
es knüppelvoll vor dem Stand ist, und eine
gewisse Gereiztheit vorherrscht, denn irgendwie
klappt es mit dem Weizenbier nicht, das dort
ausgeschenkt wird. Der Zapfer ist mit circa 100
Bestellungen im Rückstand, und die Kundschaft
äußert so langsam ihre Unzufriedenheit über
die Servicewüste Deutschland. Naja, mir egal,
mein Würstchen zu 2,50 Euro hab ich, meine Cola
auch, was will man mehr. Außerdem werden übrigens
noch „normale“ Bratwürstchen und
Frikadellen angeboten. Eine nette Idee erblicke
ich am Stand nebenan, dort verkauft die
Waldhof-Jugend Kaffee und Kuchen sowie Lachs-
und Käsebrötchen und sorgt somit für eine
gelungene Abwechslung.
Falls
man sich nebenbei noch für Baseball
interessiert, ist man hier übrigens auch genau
richtig, direkt an die Haupttribüne grenzt das
Feld der Mannheimer Baseball-Mannschaften, denen
man somit vor dem Spiel noch ein wenig beim
Training zuschauen kann. In den 90ern waren die
sehr gut und spielten in der
Baseball-Bundesliga, waren, so glaube ich, auch
mehrfach Deutscher Meister, was sie momentan
machen, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich
interessiere mich halt nicht für Baseball, aber
es ist ganz nett, denen im Abendrot und bei
milden Temperaturen ein wenig zuzusehen.
Nun
wird die Tribüne geentert. „Block LM“ steht
auf meiner Karte, und ich habe schon wochenlang
gerätselt, was das wohl heißen mag. Die
Antwort ist einfach – Loge Mitte. Auweia. Natürlich
ist die „Loge“ keine Loge im neumodischen
Arena-Sinne, sondern einfach nur ein Sitzplatz
genau auf Höhe der Mittellinie oben unter dem
Dach. Allerdings sind diese Logen-Reihen tatsächlich
nach unten hin mit Seilen gegen die übrige
Kundschaft abgesperrt. Ich befürchte so einiges
und habe Recht: meine Begleitung und ich drücken
den Altersdurchschnitt in der Loge um mehrere
Jahrzehente nach unten. Wir sitzen anscheinend
zwischen ganz wichtigen Leuten. Die sind aber
alle wichtiger als wir, denn sie tragen sogar
noch VIP-Armbändchen, das ist mir nicht vergönnt.
Nun ja.
Wie
wichtig das alles hier ist, merke ich einige
Minuten später, als der Stadionsprecher die
Ehrengäste begrüßt, sprich die Leute, die die
besten Plätze und dafür unter Garantie nicht
bezahlt haben. Der baden-württembergische
Finanzminister möchte das Spiel sehen, auch
diverse Ober- und normale Bürgermeister aus
Mannheim und Umgebung, Landtagsabgeordnete haben
ihr Herz für Fußball entdeckt und als Krönung
soll hier irgendwo ein waschechter
Bundestagsabgeordneter rumsitzen. Ich hoffe nur,
das endet nicht in einer Polit-Talkrunde.
Das
Spiel beginnt mit zehn Minuten Verspätung
aufgrund des großen Andrangs, und es bleibt
Zeit, die Anzeigetafel zu studieren. Ja, sie ist
noch immer da, das gute alte Stück aus dem
Hause Mercedes Benz, dem das Stadion seinen
Namen verdankt. Für die Spende dieser damals
nagelneuen elektronischen Anzeigetafel hatte
sich die Firma nämlich ausbedungen, dass das
Stadion nach ihrem Gründer benannt werden müsse.
Und so heißt es ja auch heute noch. Leider
wurde das entsprechende Wartungspersonal in den
letzten zehn Jahren wohl nicht mitgespendet,
denn was mich an ihrem Anblick so verzückt, ist
die Tatsache, dass sie immer noch so aussieht
wie früher: sie kann ca. 4 Farben darstellen,
diese allerdings in einer Intensität, dass die
Anzeigetafel in der Grotenburg in Uerdingen um
ihren diesbezüglichen guten Ruf fürchten muss
(aber sie bleibt unerreicht, die in Mannheim
kann man bei Abendspielen auch ohne Sonnenbrille
betrachten). Außerdem gibt es so kleine Mängel
in der Elektronik, die sich in einigen schwarzen
oder auch roten Flecken manifestieren, die über
die Anzeige verstreut sind – an denselben
Stellen wie vor acht Jahren! So kann man
beruhigt aufseufzen, es hat sich nichts verändert,
alles ist wie damals, als man noch zum
Studententarif hier reinkam. Nun könnten auch
die Mannschaften so langsam erscheinen.
Als
sie es dann endlich tun, gibt es einiges zu
staunen. Auf Seiten der Waldhöfer zumindest.
Wie schon erwähnt, haben die für diese Saison
einen dicken Sponsor aufgetan, der den Verein
mit aller Macht zurück in die Regionalliga
hieven soll. Da ist natürlich einiges mehr möglich
als bei so manchem Gegner in dieser Liga, in der
so klangvolle Namen wie der Heidenheimer
Sportbund, der TSV Crailsheim oder – ungelogen
– die SG Sonnenhof Großaspach spielen. Und
deshalb entdeckt man beim SV Waldhof so einiges,
was man vorher schon gesehen hat, sei es live
oder im Fernsehen. Zum Beispiel Stürmer Marcel
Rath, Erfinder der Blutgrätsche im gegnerischen
Strafraum, der sich am ersten Spieltag direkt
mal richtig einführte und mit Rot vom Platz
flog, nunmehr – am 4. Spieltag – jedoch
wieder spielberechtigt ist. Er kam von
Regionalliga-Absteiger Union Berlin, war vorher
unter anderem bei LR Ahlen, Cottbus, St. Pauli.
Oder sein Partner im Angriff, Georgi Donkov, kam
von Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn, vorher Köln
und Bochum, sicherlich auch kein Schnäppchen,
was die Gehaltszahlungen angeht. Oder Thomas
Reis von Eintracht Trier, früher auch beim VfL
Bochum. Oder Michael Oelkuch, mit dem 1.FC
Saarbrücken schon in der Zweiten Liga gekickt.
Oder Evans Wise, Mitglied der
Erstliga-Mannschaft des SSV Ulm 1999/2000 und
beim legendären Spiel in Rostock (11 Rostocker
gegen 7 Ulmer mit Müh und Not 2:1) einer der
vier Rotsünder. Und hinten drin steht der alte,
unbestechliche Dirk Schuster, 37 Jahre alt und
immer noch der Abwehrchef. Am Spielfeldrand
lauert der Sportdirektor, der sich auch gerne
schon mal für die letzten zehn Minuten
einwechselt und dabei in dieser Saison sogar
schon zwei Treffer vorbereitet hat. Sein
Name: Maurizio Gaudino. Allerhand
Holz also.
Beim
Trainer eigentlich nicht, für mich aber schon.
Es ist nämlich Slavko Petrovic, ehemaliger
Fortuna-Trainer in der Oberliga-Saison 2002/03,
damals drei Spieltage vor Schluss entlassen,
nachdem er grad beim Tabellen-2. Mönchengladbach
Amateure gewonnen und den Wuppertaler SV zum
Aufsteiger gemacht hatte, so was verzeiht man
bei uns anscheinend nicht so leicht. Für mich
also mehr ein alter Bekannter, als für einige
Zuschauer hier, denn in Mannheim ist er erst
seit Jahresbeginn im Amt.
Da
kann einem der Gegner eigentlich nur Leid tun.
Ich zumindest kenne niemanden der Spieler, die
den Rasen betreten. Wie ich später erfahre,
sind nicht wenige dabei, die in der
Waldhof-Jugend ausgebildet wurden und zum
Stadtrivalen wechselten, weil sie in der ersten
Mannschaft keine Chance sehen. Den Einheimischen
mögen die Namen bekannt sein, mir sagen sie
allesamt nichts. Eine absolute Nobody-Truppe,
der SV Waldhof ist Favorit in diesem Spiel.
Es
herrschte eine gute Stimmung im ebenso gut gefüllten
Stadion. Die Waldhof-Fans, die ihren
Hintertor-Block fast vollständig füllen können,
zeigen unmittelbar vor dem Anpfiff eine schöne
Choreo, eine riesige, aufwändig gestaltete
Blockfahne wird hochgezogen. Im Gästeblock
haben sich um die 200 tapfere VfR-Supporter
versammelt und haben eine Trommel dabei, von der
gnadenlos Gebrauch gemacht wird. Mit einer
Viertelstunde Verspätung wird dann auch endlich
angepfiffen. Derbytime!
Beim
Blick auf die Anzeigetafel trifft mich fast der
Schlag: auf der Leinwand erscheint das Spiel,
gefilmt von insgesamt drei Kameras im Stadion,
wie ich hinterher erfahre! Zwar werden die
Spielszenen nach wenigen Minuten ausgeblendet,
ebenso wird auch zu Beginn der zweiten Halbzeit
verfahren, aber in die VIP-Räume wird das Spiel
auf die dortigen Fernseher live und in voller Länge
übertragen. Wie gesagt: in der Oberliga...
Die
Herren hinter mir beginnen zu spekulieren, wie
hoch wohl der Sieg für die Waldhöfer ausfallen
mag. Sie sind noch dabei, ihre Tipps abzugeben,
es sind grad drei Minuten gespielt, da steht es
1:0 – für den VfR. Die gesamte
Hintermannschaft des Favoriten pennt, ein langer
Ball auf Spencer, der setzt sich rechts im
Strafraum durch und biggelt die Kugel auch an
Torwart Todericiu vorbei zum 0:1 ins Netz,
direkt vor der Gästetribüne. Besser hätte es
gar nicht anfangen könne, von Beginn an ist
Feuer drin.
Dieser
Todericiu ist übrigens auch ein alter
Bekannter, ein Rückkehrer, der schon in der 2.
Liga für Waldhof gespielt hat und mir damals im
DSF mehrfach durch unmotivierte Flugeinlagen
oder ein wenig Hektik beim Versuch, einen Ball
festzuhalten, aufgefallen ist. Diesbezüglich
hat er anscheinend nichts verlernt. Wieder sind
grad mal drei weitere Minuten gespielt, da
taucht der nächste VfR-Spieler vor ihm auf,
wird beim Abschluss noch bedrängt und stolpert
den Ball mehr Richtung Tor, als dass er ihn
richtig trifft. Aber Todericiu will es spannend,
fällt demzufolge wie eine Bahnschranke, und die
Kugel eiert und kullert Richtung leeres Tor –
an den Pfosten! Allseitig werden sich die Haare
gerauft, bei den Gastgebern kann man nicht
glauben, dass die Mannschaft den Start dermaßen
verpennt hat, beim VfR kann man nicht fassen,
dass es nicht 2:0 steht. Denn eins wird in den
Minuten danach klar: das Spiel des VfR ist ganz
auf Konter ausgelegt, so richtig stürmen steht
bei den nicht auf dem Programm. Da wäre ein
Zwei-Tore-Vorsprung bitter nötig gewesen.
Denn
nun reißt der SV Waldhof das Spiel an sich, stürmt,
was das Zeug hält. Zunächst noch, ohne großartig
Chancen herauszuarbeiten, aber mit fortdauernder
Spielzeit kommen die automatisch durch
Unkonzentriertheiten in der VfR-Abwehr, die
jetzt schon unter Dauerdruck steht, selbst
Waldhof-Libero Dirk Schuster wagt sich jetzt
schon ein ums andere Mal nach vorne. Das kann er
auch ruhig machen, der VfR findet nach vorn in
Halbzeit 1 nicht mehr statt. Zwangsläufig fällt
der Ausgleich für den SV Waldhof, Thomas Reis
macht im zweiten Anlauf die Bude in der 22.
Minute. Jetzt ist natürlich richtig Stimmung im
Stadion. Da möchte auch Hobby-Psychopath Marcel
Rath seinen guten Ruf zementieren, was er dann
dergestalt tut, indem er den gegnerischen
Torwart Breitwieser, mit Abstand bester Spieler
beim VfR, mal eben in dessen eigenem 5-m-Raum
umgrätscht. Da der Ball in der Sekunde, als
Rath die Sense rausholte, frei lag, belässt es
der Schiri bei einer strengen Ermahnung. Hätte
ich persönlich nicht gemacht. Aber ich kenne ja
auch die Oberliga Baden-Württemberg nicht,
vielleicht ist das dort ja Usus. Dann glaube
ich, dass der Rath sich dort so wohlfühlt, wie
er es in einem Interview in der heutigen Ausgabe
der Stadionzeitung schon behauptet hat. Immerhin
fühle ich mich ihm ein wenig verbunden,
behauptet er doch in selbigem Interview, der
Eingeborenen-Dialekt klinge für ihn noch so,
als ob sein Gegenüber beim Sprechen zwei
Kartoffeln im Mund habe. Kann bei mir also doch
nicht nur Einbildung sein. Trotzdem hätte ich
ihm Gelb gezeigt.
Zur
Pause steht es 1:1, Waldhof ist klar besser und
hat schon einiges an Chancen versemmelt. Mir ist
nicht klar, wie lange die VfR-Abwehr diesem
Dauerdruck widerstehen will, sie wackelt schon
in der ersten Halbzeit einige Male bedenklich.
Die Antwort auf diese Frage wird dreißig
Sekunden nach Wiederanpfiff geliefert: Rath
macht per Kopf auf Vorlage von Donkov (per Fallrückzieher!)
das 2:1.
Das
Tor haben in der Loge nur wenige gesehen, sie
ist zu Beginn der zweiten Halbzeit so gut wie
unbesetzt. Da hat es wohl mit der Essenausgabe
im VIP-Raum etwas gehakt. Aber durch diese
Episode werde ich schließlich in meiner
Auffassung bestätigt, dass zum einen die Welt
ein Dorf ist und zum anderen das Böse überall
lauert. Der ältere Herr, der neben mir sitzt,
kommt nämlich zu spät, und muss sich von dem
älteren Herrn hinter mir anhören: „Hähä,
du hast das 2:1 verpasst!“, woraufhin er
antwortet: „Nö, ich habs im VIP-Raum auf dem
Fernseher gesehen!“ Daraufhin frage ich ihn,
ob das Spiel tatsächlich live im VIP-Raum übertragen
wird. Er bejaht dies und fragt natürlich sofort
zurück, ob ich fremd hier wäre. Dies wiederum
bejahe ich und erkläre mein Interesse,
besonders am Waldhof-Coach Petrovic, dem alten
Bekannten aus Düsseldorf. Er guckt mich nur an
und sagt: „Ach, Sie sind Fortune? Ich komm
eigentlich aus Wuppertal, deshalb kann ich die
Fortuna nicht leiden!“ Na danke schön! Und
dafür 30 Euro bezahlt, nur um neben so einem
auf der Tribüne sitzen zu dürfen! Warum immer
ich...?
Wer
jetzt glaubt, der VfR würde mal so richtig
alles nach vorne werfen, der sieht sich getäuscht,
wie gesagt, Stürmen war im Programm irgendwie
nicht vorgesehen. Es reicht neben einiger
Verwirrung in der beileibe nicht immer
sattelfesten Waldhof-Abwehr nur noch zu einer
einzigen richtigen Chance, einem schönen Schuss
knapp an der Strafraumgrenze, den Todericiu
halten und sogar festhalten kann. Und dann
bekomme ich quasi die offizielle Bestätigung,
dass der Marius wohl auch in der Oberliga immer
noch für den ein oder anderen Kinken gut ist:
der Stadionsprecher ruft nämlich wie von Sinnen
durchs Mikro: „Das wird ihm gut getan haben.
Unsere Nummer Eins – Marius:“ und der
Fan-Block antwortet natürlich geschlossen mit
dem Spielernamen – das alles, während der
Gegenangriff läuft! Da möchte ich natürlich
auch nicht hinten anstehen und gratuliere
herzlich zum gehaltenen Ball. Wenns ihn
aufbaut...
Der
Stadionsprecher hat sich aber den größten Brüller
noch aufgehoben. Zwanzig Minuten vor
Spielschluss kommt nämlich die unfassbare
Durchsage: „Wir bedanken uns bei 6.450
Zuschauern!“ Die Tribüne birst fast vor
Lachen. Auch ich kann es kaum glauben, dass der
gute Mann uns weismachen möchte, auf die noch
vorhandenen freien Plätze würden locker 20.000
Zuschauer draufpassen. Ein echter Wegschmeißer!
Ich persönlich würde eher sagen, es sind
„10.000 plus“ anwesend. Aber wenn man schon
den baden-württembergischen Finanzminister auf
der Tribüne sitzen hat, muss man dem ja nicht
sofort auf die Nase binden, welchen Reibach man
heute Abend gemacht hat. So deute ich diese
Durchsage jedenfalls. Alles andere wäre auch
albern.
Sei
es, wie es sei, auch diese 6.450 bedeuten
Oberliga-Rekord für den SV Waldhof in den
letzten drei Jahren. Und sie haben über den Großteil
des Spiels auch ganz ordentliche Eigenwerbung
betrieben.
Zwischenzeitlich
sieht Marcel Rath Gelb, natürlich wegen einer
kleinen Rangelei bei einer Freistoßsituation.
Vollkommen unnötig, und bei mir wäre er damit
Duschen gegangen. So aber darf er weiterspielen
und wird unfreiwillig einer der Protagonisten in
der 84. Minute, als es noch mal richtig rund
geht.
Da
grätscht nämlich VfR-Mittelfeldspieler
Katongole auf der linken Seite in Höhe der
Mittellinie – ausgerechnet Rath um. Der Schiri
zeigt sofort Rot, überhaupt keine Diskussion.
Clever gemacht vom Spieler: das Foul ereignet
sich an der Seitenauslinie, direkt vor dem
Spielertunnel. Drei Sekunden nach dem Foul sieht
Katongole den roten Karton, weiter drei Sekunden
später ist er im Spielertunnel und somit vom
Spielfeld verschwunden. Man könnte glauben,
einen Spuk zu sehen, so schnell geht das.
Und
während der Sünder wahrscheinlich schon unter
der Dusche steht, finden sich am Ort seiner üblen
Tat die üblichen Protagonisten ein, um mal in
aller Ruhe Nettigkeiten auszutauschen und das
Spiel Revue passieren zu lassen. Ein Waldhöfer
Reservespieler stürmt gar im modischen
neongelben Aufwärm-Leibchen auf den Rasen, um
mitzurudeln. Mittendrin der Schiri und sein Assi,
dann kommt auch Waldhof-Trainer Petrovic auf den
Platz geeilt – zum Glück nicht, um sich
einzumischen, sondern um seine Schützlinge
wegzuziehen, was ihm schlussendlich auch
gelingt. Man fühlt sich wie beim Eishockey,
aber es bleibt bei einigen Schubsern und Knüffen.
Der Schiri hat wieder alles m Griff, insgesamt
zeigt er während des Spiels sieben Gelbe und
die Rote Karte, aber abgesehen von der 84.
Minute war es für ein solches Derby recht fair.
Und
als der VfR mit einem Mann weniger tatsächlich
sein Heil in der Flucht nach vorn sucht, laufen
sie zwei Minuten vor Schluss in einen
Gegenangriff, Reis nimmt seinem müden
Gegenspieler den eigentlich schon vertändelten
Ball im Strafraum ab, lässt noch einen wie eine
Slalomstange stehen und den Rückpass von der
Grundlinie verwertet Georgi Donkov nach einigem
Gestocher aus kurzer Distanz, mit ein wenig Pech
für Torwart Breitwieser, denn er war noch dran.
Es ist das 7. Saisontor für Donkov am 4.
Spieltag. Wohl dem, der solche Stürmer hat.
Nach
dem Schlusspfiff sind eigentlich alle recht
zufrieden, die tapfer kämpfende VfR-Truppe muss
sogar mit ihren eigenen Anhänger die La Olà
zelebrieren, während die Waldhof-Spieler mit
dem Fan-Block noch eine Humba veranstalten, bei
der sämtliches pyrotechnisches Material zum
Einsatz kommt, das den Eingangskontrollen
entkommen ist. Ein verdienter Sieg für
spielerisch klar bessere Waldhöfer, denen
allerdings entgegen kam, dass der Gegner so gar
nicht gewinnen wollte, denn ansonsten hätten
sie wohl einen Sturm mitgebracht. Zumal man in
der ein oder anderen Situation sehen konnte,
dass es beim SV Waldhof bei weitem noch nicht
rund läuft. Eine entschlossenere Mannschaft,
die so früh in Führung geht wie der VfR, hätte
hier vielleicht etwas holen können.
Insgesamt
also ein sehr unterhaltsamer Tag in Mannheim.
Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Was
der SV Waldhof diese Saison betreibt, ist ein
Va-banque-Spiel mit ganz hohem Risiko, denn ich
möchte nicht wissen, wie es aussieht, wenn die
Truppe nicht aufsteigen sollte. Von der
Mannschafts-Besetzung, vom Stadion, vom Flair
her ist der Verein zu gut für die Oberliga.
Allerdings haben auch andere Mannschaften
gewaltig aufgerüstet und wollen unbedingt nach
oben, der SV Sandhausen zum Beispiel oder der
SSV Ulm. Nicht zu vergessen eine der vielen
Alptraum-Mannschaften der Regional- und
Oberligen, der SC Freiburg II. Und aufsteigen
kann auch in der Oberliga Baden-Württemberg nur
der Meister, der Rest guckt in die Röhre. Das
kann schnell schief gehen. Und dann? Wie gesagt,
man darf gespannt sein.
Mannheim
liegt von Bonn aus zwar nicht grad um die Ecke,
aber so weit ist es nun auch nicht. Vielleicht
werde ich in dieser Saison noch mal hinfahren.
Ich fand die Stimmung beeindruckend, auch wenn
man vor einigen der Waldhof-Fans wohl immer noch
warnen muss. Diesbezüglich habe ich in den
90ern so einiges dort sehen und hören müssen,
inwieweit dies heute noch der Fall ist, kann ich
nicht beurteilen, an diesem Abend gab es
jedenfalls keinerlei Zwischenfälle im und ums
Stadion. Ein bisschen Obacht kann aber wohl
weiterhin nicht schaden. Das Stadion ist für
mich auf jeden Fall eine Reise wert, und
vielleicht sitz ich ja beim nächsten Mal neben
einem gebürtigen Düsseldorfer oder wenigstens
einem aus Hamburg, irgendwann muss ich ja mal Glück
im Fußballleben haben. Aber eigentlich reichen
es für mich schon zwei Gründe, um noch mal
hinzufahren. Einmal noch den Gaudino für zehn
Minuten in der Oberliga kicken sehen, ich
glaube, das hätte was.
Und
natürlich noch eine Feuerwurst verdrücken.
Hat
die Tränen der Rührung mittlerweile
getrocknet: janus
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