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Kleine
Zusammenfassung
Fortuna in den letzten Wochen
Hier
eine kleine Zusammenfassung der letzten Wochen,
im Moment tiefster Niedergeschlagenheit und
geistiger Unzurechnungsfähigkeit geschrieben
(letzten Samstag bzw. Sonntag morgen nach dem
Aufstehen) und zur Not auch auf www.blutgraetsche.de/gutentach/index.htm
zu besichtigen.
Ja, es sind harte Zeiten für den Leid
geprüften Fortuna-Fan. Und damit meine ich
nicht die doch eher enttäuschenden letzten
Begegnungen des Teams. Auch nicht die Tatsache,
dass man sich in der Tabelle doch eher nach
unten als nach oben orientieren muss (Platz 10).
Schon gar nicht die Tatsache, dass wir heute im
letzten Spiel der Hinrunde der Oberliga
Nordrhein beim „heimlichen“ (da ein Spiel
weniger als Bor. Mönchengladbach Amateure)
Tabellenführer Wuppertaler SV mit einer
Mannschaft antreten müssen, die sich quasi von
selbst aufstellt aufgrund diverser
Verletzungsausfälle. Nein, zu all dem kommt
jetzt auch noch die Höchststrafe: Mitleid zu
erhaschen im Vorwort des Chef-Blutgrätschers!
Wenn schon dem Obermotz der Könige des
fußballerischen Zynismus nichts mehr zu meinem
Verein einfällt außer Mitleid, dann ist es
nicht mehr weit bis zum Vergehen und Verwelken.
Das liest sich dann genau so, wie sich das
Wetter vor meinem Fenster gestaltet: trübe,
nasskalt, grau in grau, nur noch einen
Katzensprung von der ewigen Verdammnis entfernt!
Aber was will man machen in Zeiten, in denen
selbst der große Bundeskanzler himself die
Medien für ihre Berichterstattung kritisiert.
Ohnmächtig muss man mit ansehen bzw. sich
vorstellen, wie der Tross der Ungläubigen beim
Studium des Vorworts in schallendes Gelächter
ausbricht, sich auf die Schenkel klopft und
sagt: „Fortuna Düsseldorf? Ja, da war doch
mal was, oder...?“
Wobei der Autor des Vorworts (gegen den ich
alter Opportunist natürlich nie etwas sagen
würde, schließlich ist er es, der meine
Artikel hier online stellt, was
selbstverständlich für seinen überragenden
fußballerischen Sachverstand spricht) momentan
gar nicht mal SO Unrecht hat: die kleine
spielerische Krise, die wir uns Anfang Oktober
genommen haben, haben wir unbeeindruckt auch
durch den ganzen November aufrecht erhalten. Ist
auch eine Art von Stehvermögen! Über die
finanzielle Krise des Vereins braucht hier kein
weiteres Wort verloren zu werden, da sie seit 2
Jahren permanent existent ist, als der damalige
kunstsinnige Präsident die Gelder der sportwelt
mit vollen Händen aus dem Fenster warf und
nicht unlogisch gedacht haben mag: wenn da
jemals eine Rechnung kommt, dann nicht (mehr) an
mich. Auch eine Art von management by delegation.
Aber zurück zum Sportlichen. Wer sich meinen
letzten Artikel angetan hat, weiß natürlich,
dass dieser mit einer kleinen Vorschau auf das
Spiel gegen Spitzenreiter Mönchengladbach
Amateure endete, wobei ich mit meinem
obligatorischen 2:2-Tipp fast richtig lag: die
Gladbacher schossen die prognostizierten zwei
Tore, wir aber leider keins, und somit war die
erste Heimniederlage der Saison perfekt. Wobei
die Gladbacher sich gar nicht großartig
anstrengen mussten und mit Schlaudraff,
Schüssler und Melka auch ausnahmsweise nur drei
Spieler aus dem Profikader einsetzten. Wobei
dies keine Rolle spielte, selbst wenn bei denen
die van Hou(d)ts, van Lent, Korrell und wer auch
immer an diesem Nachmittag im Flinger Broich
aufgelaufen wären, es wäre klar gewesen, dass
auch dann nur einer die Tore gemacht hätte:
Marinko Miletic, Ex-Fortune, vor der letzten
Saison zu den Fohlen-Amateuren gewechselt, in
dieser Saison dort nicht ein Spiel über neunzig
Minuten absolviert, gegen uns aber von Trainer
Holger Fach von Anfang an gebracht, der
bezüglich Fortuna ja auch recht gut weiß, was
„besondere Motivation gegen seinen alten
Verein“ heißt. Und natürlich spielte Miletic
nicht nur das gesamte Spiel durch, sondern
genauso selbstverständlich erzielte er auch
beide Treffer zum Sieg. Was natürlich wieder
unseren Verfasser des Vorworts bestätigt: die
extreme Leidensfähigkeit, die der gemeine
Fortuna-Fan ja bekanntlich besitzt, wird aber
auch an fast jedem Spieltag einer neuen Prüfung
unterzogen.
Schön, wenn sich dann wenigstens der Gegner
anpasst. Die mitgereisten Gladbach-Fans
entrollten nämlich ein Spruchband mit den
schönen Worten „Wie tief wollt ihr noch
sinken?“ Ja, es ist aufbauend zu sehen, dass
auch der Gegner sich richtig einschätzen kann!
Denn anders kann es doch nicht gemeint gewesen
sein, oder? Die Vereinsbrille stört hier
irgendwie den ungehinderten neutralen
Denkfluss...
Am Freitag nach diesem trüben Sonntag
Nachmittag ging es dann ins Oberhausener
Niederrheinstadion zur Partie beim SV Adler
Osterfeld. Ein Spiel, bei dem uns die Götter
zunächst nicht gnädig gestimmt waren:
Dauerregen, Sturm, Eiseskälte, dazu noch
Ordner, die, eine Woche zuvor von den 20.000
Zuschauern des 2. Liga-Spitzenspiels RWO-1.FC
K*** völlig überfordert, mal so richtig zeigen
wollten, was sie denn so alles gelernt hatten.
Die Mannschaft passte sich dem Wetter an,
spielte in der 1. Halbzeit grottenschlecht, lag
0:2 zurück, und das auch noch recht glücklich.
Dann aber der Wink des Schicksals, der Hinweis
der Götter, dass ein gewisser Einsatzwille
vielleicht doch noch belohnt werden könne: das
Phrasenschwein-Tor durch Mayer zum
„psychologisch günstigen Zeitpunkt“
unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Und siehe da:
nachdem in der Pause anscheinend wärmender Tee
gereicht und etwas lautere Worte gepredigt
wurden, ging es auf einmal, die Mannschaft
kämpfte bis zum Umfallen auf dem mittlerweile
völlig zerfurchten Acker, erzielte den
Ausgleich durch einen tollen Freistoß von
Michael Rösele und hätte das Spiel auch noch
gewinnen können, obwohl es nicht verdient
gewesen wäre, aber immerhin, ein Punkt blieb.
Und sage noch einer, Fortuna wäre langweilig!
Binnen fünf Tagen nicht nur die erste
Heimniederlage, sondern auch endlich das erste
Auswärts-2:2, nachdem es in den Heimspiele ja
schon viermal mit diesem Ergebnis geklappt
hatte! Das nenne ich Abwechselung!
Ebenso beim darauf folgenden Heimspiel gegen
Abstiegskandidat Viktoria Köln. Nachdem man
geschlagene zweieinhalb Monate bis zum ersten
Auswärts-0:0 in Velbert Ende Oktober gebraucht
hatte, legte man nun flugs das erste torlose
Heim-Unentschieden nach. Und was für eins! Ich
sage nur 12:1 Torchancen, also wenn man nur die
klaren nimmt! Viktoria Köln mit der doppelten
Ristic-Beton-Mauer, bei Ecken und Freistößen
in Strafraumnähe wirklich und wahrhaftig mit
allen elf Mann im eigenen Strafraum, was das mit
Fußball zu tun hat, entzieht sich meiner
Kenntnis, aber es wird ja belohnt, also muss es
anscheinend ein Erfolg versprechendes System
sein. Es war einer dieser Tage, da hätte die
Mannschaft auch noch geschlagene zwei Stunden
weiter spielen können, ohne das Tor zu treffen.
Immer stand ein Kölner Bein im Weg, und wenn
das mal nicht der Fall war, stand der Kölner
Torwart im Weg (exzellente Leistung), und wenn
das mal nicht der Fall war, stand man sich
selbst im Weg. Spätestens in der 65. Minute,
als Mayer aus drei Metern Entfernung das Tor
nicht traf, konnte man sicher sein, dass die
Null vorne stehen würde. Da machte es auch
nichts mehr, dass Varveri (oder war es
Vukadinovic? Also mit den Einwechselspielern
habe ich manchmal noch genauso meine Probleme
wie unser Stadionsprecher) kurz vor Schluss
stolperte, als er eine Flanke gerade im leeren
Tor versenken wollte. Es war einfach nur
logisch. Und ich war beinahe froh, dass kurz vor
Schluss ein wirklich glasklarer Elfmeter für
uns nicht gegeben wurde. Den hätten wir an
diesem Tag nämlich auch noch verschossen.
Am Ende kann man solche Partien dann natürlich
auch noch locker verlieren, aber diesmal hatten
wir Glück: Ex-Fortune Sven Demandt, vor einigen
Wochen völlig überraschend bei der Kölner
Viktoria aufgetaucht, war nämlich verletzt und
saß somit noch nicht einmal auf der Ersatzbank.
An diesem Tage hätte der unter Garantie das
Siegtor für Köln geschossen.
Weiter ging’s mit der nächsten Runde im
Niederrhein-Pokal, Auswärtsspiel bei Olympia
Bocholt, Landesliga. Wir wollen den Mantel des
Schweigens über diese Partie breiten, nur
soviel: 0:1 zurückgelegen, 2:1 gewonnen, das
Siegtor war ein Eigentor. Sagt wohl alles. Aber
immerhin stehen wir jetzt im Halbfinale und
treffen dort auf den 1. FC Kleve aus der
Verbandsliga, der aber schon drei Oberligisten
ausgeschaltet hat und daher ebenfalls mit
Vorsicht zu genießen ist. Das andere Halbfinale
bestreiten die SSVg Velbert und die Amateure des
MSV Duisburg und der Finalsieger darf dann
tatsächlich in der nächsten Saison beim
DFB-Pokal mitmischen, wobei ich wetten möchte:
sollten wir das sein, wird es in der ersten
Runde ein so attraktives Los wie Energie
Cottbus, SpVgg Greuther Fürth oder Wacker
Burghausen sein, mit dem wir geschlagen sein
werden, nebst unglücklicher 0:1-Niederlage.
Wobei wir ja nebenbei bei einem Los Wacker
Burghausen wenigstens noch die
Wiedersehensfreude mit Ex-Fortune Rudi Bommer
hätten, der die Wackeren zur Zeit in der 2.
Liga stramm auf Kurs Klassenerhalt hält, sowie
Ex-Fortune Macchambes Younga-Mouhani, der
selbstverständlich das 1:0-Siegtor erzielen
wird, was dann zumindest den Kolumnen meines
Blutgrätsche-Kollegen „Zaunkönig“ aus den
letzten 150 Jahren Recht geben wird, in denen er
vehement zu allen Zeiten den Rücktransfer des
Stürmer forderte. Aber wir brauchen noch nicht
weiter über ungelegte Eier zu sprechen, davor
liegen noch zwei Siege und ein
„glückliches“ Händchen der Auslosungsfee
im Sommer.
Gleich geht es also los gegen den Wuppertaler
SV. Mit den obligatorischen zwei Gegentreffern
gegen Spitzenmannschaften im Gepäck
(Mönchengladbach, Borussia Wuppertal, Fortuna
Köln) werden wir uns auf die Heimreise begeben,
und damit ist die Hinrunde abgeschlossen. Zeit
für ein abschließendes Fazit bleibt jedoch
nicht, denn in den nächsten zwei Wochen stehen
noch zwei Spiele der Rückrunde an, erst im
Duisburger Wedau-Stadion gegen die
Zebra-Amateure, dann das Jahresabschlussspiel am
heimischen Flinger Broich gegen die Amateure von
Alemannia Aachen.
Da bin ich wieder. Und das schöne „Grau“ in
meiner Überschrift ist nunmehr tiefschwarz
geworden. Beim Tabellenführer darf man ja
durchaus verlieren – aber gleich 0:6??? Das
hatte durchaus etwas von einer Hinrichtung.
Danke für diesen schönen Nachmittag im
Wuppertaler Einheitsgrau. Das alte Stadion am
Zoo immer noch potthässlich, die umliegenden
Bauten ebenso, das Wetter mies, da dachte sich
die Mannschaft wohl, dem passen wir uns mal
fürsorglich an. Torwart Petrick griff schon in
der 1. Minute so richtig daneben (da noch ohne
Folgen), Mayer brachte das Kunststück fertig,
einen Elfmeter zu schießen, den selbst meine
Oma zehn Zentimeter über der Grasnarbe liegend
locker rausgeköpft hätte, nebenbei klärte er
auch noch eine brenzlige Situation, in dem er
den Ball Richtung Eckfahne beförderte –
leider im gegnerischen Fünfmeterraum, die
Hintermannschaft lies sich besonders in den
ersten 20 Minuten nach Belieben ausspielen –
ich kann gar nicht alles aufzählen, was da
alles schief gelaufen ist gestern. Wobei es sich
bei diesem Endstand bekloppt anhört, aber:
Fortuna war nicht chancenlos. Nachdem man
schnell 0:2 zurücklag und sich mit desolater
Leistung anscheinend nur noch in die
Halbzeitpause retten wollte, erkämpfte sich
Mayer überraschend einen Ball in des Gegners
Hälfte und wurde vom Torwart umgesäbelt. So
kurz vor der Pause der Anschlusstreffer, und der
Gegner dann eine Halbzeit in Unterzahl, das
wäre was gewesen! Leider trat keins von beiden
ein, zum einen, weil Mayer den Elfmeter mit der
oben beschriebenen Wucht schoss, zum anderen,
weil der Schiri anscheinend der Meinung war,
diese schicke „Notbremsen“-Regelung gilt nur
in den oberen beiden Ligen. Direkt nach der
Pause war die Mannschaft 10 Minuten drückend
überlegen, erspielte sich Chance auf Chance,
wobei deutlich wurde, dass auch die Wuppertaler
Abwehr alles andere als sattelfest war, vergab
diese Möglichkeiten aber wirklich äußerst
kläglich (siehe oben), kassierte dann einen
Doppelschlag zum 0:4, zum einen nach einer
Standardsituation, zum anderen durch ein Tor des
Monats von Oliver Ebersbach (Ex-Fortune, aber
das muss ich wohl nicht extra erwähnen, oder?)
und ergab sich dann. Ich habe gestern zum ersten
Mal nach langer Zeit wieder ein Spiel gesehen,
in dem ein zweistelliges Ergebnis möglich war.
Unfassbar, aber wahr – aber nach 60 Minuten
hätte es auch genauso gut 3:3 stehen können.
Nunmehr muss ich in Gedanken wohl die Ecke
meiner Wand erweitern, die ich für
„Eintrittskarten von Spielen, die keiner sehen
wollte, aber trotzdem niemand vergisst“
reserviert hatte. Ich dachte eigentlich, diese
Ecke in dieser Saison mit der Eintrittskarte des
Düren-Spiels schon ausreichend befüllt zu
haben. War wohl nix.
Tja, was nun? Zutiefst beschämt verkrieche ich
mich unter meiner Bettdecke und hoffe, dass die
Winterpause kommen möge. Immerhin: trotz dieses
Debakels haben wir immer noch nicht die
schlechteste Abwehr der Liga. Aber ich bin
sicher, daran werden die Jungs nächste Woche in
Duisburg auch noch hart arbeiten. Und noch etwas
Positives bleibt: ich muss über Weihnachten
nicht zur Familie. Denn da diese in einem Vorort
von Wuppertal ihr Dasein fristet, ist, so glaube
ich, nicht schwer zu erraten, welchem
Fußballverein deren Herz gehört. Und
Weihnachten ist ja immer noch das Fest der
Liebe, und nicht des Amoklaufs. In diesem Sinne
wünsche ich allen Lesern, einen schönen 1.
Advent gehabt zu haben. Ich hingegen wäre
momentan eher dafür, Weihnachten abzusagen.
Und lieber Master of Blutgrätsche: danke für
dein Mitleid. Der gestrige Tag hat mich umdenken
lassen. Nach dieser Klatsche brauche ich alle
Zuwendung, die ich kriegen kann. Und wenn’s
nur Mitleid ist.
Wir sind Fortuna – irgendwann konnten wir
sicherlich mal Fußball spielen...
Und irgendwann geht sicherlich mal wieder die
Sonne auf. Aber was das angeht, spielt Fortuna
derzeit wohl in der Polar-Liga – und da kann
es bekanntlich noch ein bisschen dauern, bis man
die Sonne wieder sieht.
janus
„Komm mit“, sagte der Hahn, „etwas
Besseres als den Tod werden wir überall
finden.“
(Bremer Stadtmusikanten)
Dummerweise gingen sie zum Spiel MSV Duisburg
Amateure – Fortuna Düsseldorf, Sa.,
07.12.2002, 14.15 Uhr, Wedau-Stadion – was die
Aussage des Hahns nach dem jetzigen Stand doch
sehr in Zweifel ziehen wird...
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