|
Samstag
Abend im Hause janus
Enthüllungsbericht
mit hohem Gähn-Faktor
Hach,
ist das schön! Ich meine, wenn man ein eigenes
Forum hat, inklusive der Erlaubnis des
Boardkillers und seines
Regen-Hilfsgott-Praktikanten, hier alles
reinzuschreiben, was mir gefällt, egal, ob es
sich um Fußball handelt oder nicht. Da kann man
die staunende Leserschaft ja auch mal mit Dingen
erfreuen, die außerhalb dieses begrenzten
Themenkreises liegen, teilweise zumindest. So
zum Beispiel mit der sicherlich äußerst
aufregenden Darstellung, was einem so auffällt,
wenn man den Samstag Abend gemütlich zu Hause
verbringt. Okay, man könnte jetzt auch
schreiben „gelangweilt abhängt“, aber das
erstere klingt doch irgendwie positiver, nach
Entspannung, nach Muße und Ruhe. Sehr wichtig
in unseren hektischen Zeiten. Besonders, wenn
dann das Fernsehprogramm noch dementsprechend
ist.
Damit vor dem bzw. während des Abendessens dann
doch ein gewisser Adrenalinspiegel aufgebaut
wird, empfiehlt sich samstags abends zunächst
natürlich immer noch das gute, alte
„’ran“. Nicht weil die Sendung so
aufregend wäre, sondern weil man sich selbst
über die Sendung so schön aufregen kann. Wobei
ich zunächst bei den Ergebnissen ja nicht
meckern kann: der HSV gewinnt gegen den
Tabellen-3., das ist doch für mich schon mal
was Schönes. Noch schöner, wenn das Spiel
direkt als erstes gezeigt werden soll, da
braucht man nicht so lange zu warten. Dachte
ich, aber natürlich hatte ich den
obligatorischen 10minütigen Bayern-Bericht zu
Beginn der Sendung vergessen, eine sträfliche
Nachlässigkeit meinerseits, schließlich haben
sie das ja sogar am letzten Samstag gemacht,
obwohl Bayern erst Sonntag spielte. Naja,
irgendwie werden sie es sich schon verdient
haben, und sei es nur durch eine großzügige
Weißwurst-Spende des allmächtigen Managers in
die Grillkasse von Papa Kirch. Und wenn dann
schon der BVB kommt, darf das ganze ja auch
etwas länger werden, ist ja schließlich, wie
auch in sämtlichen Trailern unter der Woche zu
sehen, der „Gipfel“. Der Gipfel der
Unverschämtheit ist für mich dann der
„Zusatzbericht“ über Duelle der beiden
Clubs in der Vergangenheit, bei denen es ja
immer hoch herging: einfach lieblos zu
hirnrissiger Musik zusammengeschnittene
Fragmente von irgendwelchen Fouls und Karten,
viermal die Szene, wie Olli Kahn in der
vorletzten Saison Rosickys Freistoß in der
letzten Spielminute auf der Torlinie ungewollt
auffängt, dazu ein Sprecher aus dem Off, der
als so ziemlich einzigen Beitrag immer wieder
beschwörend ruft: „Bayern gegen den BVB“,
so dass ich schon meine, der hat Angst, dass sie
ihm gleich das Mikrofon wegnehmen, ohne dass er
seine wichtige, sensationelle und vor allem
anscheinend völlig unbekannte Information an
den Mann gebracht hat. Das nennt man wohl
„Berichterstattung im MTV-Zeitalter“. Ich
nenne das überflüssig und reine
Zeitschinderei, um die Sendeminuten bis zum
nächsten Werbeblock voll zu kriegen. Wäre
nebenbei ja auch ganz nett gewesen, ein Tor aus
diesen vergangenen Tagen zu zeigen, wenn Herr
Wahnterror den Beitrag schon mit den Worten
„XY blickt zurück“ ankündigt, aber es ist
halt „’ran“, und wie ich weiter oben
bereits gesagt habe, wollte ich nicht so viel
über Fußball berichten, und dafür eignet sich
„’ran“ nun mal vorzüglich.
Dann erlebte ich aber noch zweimal
fußballerische Glücksgefühle, zunächst beim
HSV-Spiel, ein normales Spiel des HSV in dieser
Saison, an das ich mich immer noch nicht
gewöhnen kann, Heimspiel + scheiße gespielt =
Sieg, nächste Woche wieder auswärts + halbwegs
gut = alles, nur kein Sieg. Da sind wir alten
Leute wohl nicht flexibel genug, darin die
taktische Meisterleistung des Trainers zu
erkennen. Der gemeine HSV-Fan anscheinend auch
nicht, gestern waren es laut Videotext ca.
32.000 Zuschauer, ein knapper Tausender mehr als
am Dienstag im Pokalspiel gegen Zweitligist
Duisburg, und das gegen den Tabellen-3.! Naja,
wenigstens hat der Cardoso wieder gespielt, wie
letzte Woche bereits angekündigt, und auch
gleich das entscheidende Tor vorbereitet. Der
Hoffnungsträger ist wieder da, und ich nehme
noch Wetten an, wie schnell er wieder weg ist,
der schaffts bestimmt bis zum Ende der Hinrunde,
sich noch mal zu verletzen und für das nächste
halbe Jahr abzumelden.
Das zweite Aha-Erlebnis stellte sich beim Spiel
1.FC „Wenn uns gar nix mehr einfällt, dann
holen wir den Briegel“ Katastrophenlautern
gegen Hannover 96 ein. 0:1 verloren, wie schön,
dann brennt nächste Woche wieder ordentlich der
Betze, und keiner ist Schuld gewesen. Bei denen
wundert mich sowieso nix mehr. Letzte Woche war
ja eine außerordentliche Versammlung, da ist
nicht nur der von mir im letzten Beitrag so
hochgelobte Aufsichtsrat zurückgetreten,
sondern hat auch noch gleich den alten Vorstand
angezeigt, eine schöne Geste, wie ich finde,
denn die Damen und Herren haben die
marktwirtschaftlichen Zeichen der Zeit erkannt,
man kann etwas nur ordentlich vermarkten, wenn
man ständig darüber spricht. Okay, man könnte
den Damen und Herren auch mal mitteilen, dass es
nicht nur beim Finanzamt die Möglichkeit der
Selbstanzeige gibt, aber so weit geht die Liebe
zum Klub dann auch nicht, und überhaupt: es ist
ja keiner Schuld, alle wollten nur das Beste.
Das wollte auch Genoveva Baumberger, oder so
ähnlich, ich weiß nicht, ob ich den Namen
jetzt richtig im Kopf habe, die Dame war
nämlich anscheinend mit ihrem Beruf als
Hausfrau und Rentnerin nicht ausgelastet, so
dass sie sich, wie Anfang letzter Woche in der
Presse zu lesen stand, um einen Sitz im
Aufsichtsrat bewerben wollte. Begründung:
„Der FCK ist mir über die Jahre ans Herz
gewachsen, wie meine Kinder.“ Wobei diese
Aussage natürlich offen ließ, ob die Liebe zum
FCK oder die zu ihren Kindern oder beides erst
über die Jahre gewachsen ist. Aber mit so einer
Begründung kann man ja auch anderswo Präsident
werden, und als Hausfrau hätte sie wenigstens
Ahnung vom Sparen, und das tut jetzt auch Not,
denn der alte Vorstand hat anscheinend ca. 6
Millionen € Schulden hinterlassen, genau weiß
man es wohl noch nicht, die Auswertung der
Bilanzen war wohl etwas schwieriger. Ich habe
von der Dame leider nichts mehr gehört, es ist
mir unverständlich, warum der FCK nicht auf
eine solch qualifizierte Fachkraft zurück
greift. Wie schon gesagt: no sports, bei
Kaiserslautern ist es derzeit wesentlich
interessanter, sich mit dem Umfeld zu befassen
und ich hoffe, das tun auch alle
Verantwortlichen dort weiterhin fleißig, damit
ich die Pfälzer Vollprolls im nächsten Jahr
montags beim Spitzenspiel gegen Aufsteiger Jahn
Regensburg sehen kann.
A propos kein Fußball: da kommen wir doch
direkt auf den „Gipfel“ Bayern-BVB zu
sprechen, für den SAT.1 in weiser Voraussicht
45 Minuten Sendezeit (inkl. Werbung) reserviert
hatte. Also, ich darf mal aufzählen: das Tor
von Koller, für das er nix konnte, ein Kopfball
von Kuffour aufs Netz, die Riesenchance für
Ewerthon, eine Klasseparade von Lehmann nach
abgefälschtem Schuss mit anschließendem
Antesten von Elber, wie viel Atue Druck so ein
westfälischer Dickschädel mit einem einzigen
Tritt denn wohl verträgt, die beiden
Bayern-Tore und der Schuss von Ballack in der
90. Minute – das war alles, was ich in den 45
Minuten an Fußball gesehen habe. Der Rest war
eine Aneinanderreihung von Fouls, Karten,
Zeitlupen (jedes Tor viermal!), ca. 100 Schwenks
auf die Trainerbänke und Interviews, nicht zu
vergessen die 10minütige Werbung zwischendurch.
Typisch „’ran“ halt. Dazu noch den absolut
unbestechlichen Reporter Dahlmann, immer
objektiv auf Seiten der Bayern. Wenn es noch ein
Steigerungswort der Eigenschaft „subjektiv“
gäbe, Dahlmann würde auch das locker
übertrumpfen. Unmöglich, wie er in der ersten
Halbzeit mal allen vorführen wollte, was für
ein Arsch der Dede ist. Natürlich ist der
einer, aber Herr Dahlmann hätte auch gerne mal
auf Salihamidzic eingehen dürfen, der sich nach
der Gelben Karte für Dede bei jedem Anflug
einer Berührung schon auf dem Rasen platt
machte und vehement den Platzverweis für seinen
Gegner forderte (dafür darf man auch schon mal
Gelb zeigen, oder?). Allerdings ist es
vielleicht auch gut, dass Herrn Dahlmann das
entging, der hätte das bestimmt noch als
Schlitzohrigkeit eines abgezockten Bayern-Profis
verkauft. Ich hätte zu gern eine Livereportage
des Herrn Dummmann zu diesem Spiel gehört, da
hätte er bestimmt versucht, den Dede übers
Mikro rauszubrüllen. Dass D. für Elber nach
dessen Körperverletzung gegen Lehmann Rot
forderte, lag wohl auch nur daran, dass die
Hintertorkamera die Szene dermaßen eindeutig
einfing, dass auch er nicht mehr daran
vorbeikam.
Aber dann: die Meisterleistung. 2:1 für Bayern
durch Pizarro, anschließend gelb/rot für den
Idioten Lehmann. Dem kann man übrigens auch
für seine Äußerungen nach dem Spiel gegen den
Schiri wohl kaum eine Strafe verpassen,
schließlich kann der sich immer schön damit
rausreden, von Elbers Tritt zuvor noch leicht
benebelt gewesen zu sein. Die SAT.1-Kamera zeigt
im Moment des Platzverweises den wichtigsten
Spieler auf dem ganzen Platz, der mit dem
Treffer unheimlich viel zu tun hatte:
Bayern-Keeper „Ich kenne Michelle nicht, aber
wer weiß schon, was ich vorletzte Woche in
Karlsruhe alles so gemacht habe“ Kahn, und was
macht der im Angesicht des Feldverweises für
seinen Gegenüber? Der klatscht fröhlich
Beifall. Kommentar Dahlmann: „Der Olli freut
sich ja richtig, und das nach diesen letzten
Wochen, die nicht einfach für ihn waren.“ Nun
soll man aus einer Mücke keinen Elefanten
machen, ich stelle aber nur mal zur Diskussion,
wie der rhetorische Beitrag des Reporters
ausgesehen hätte, hätte Lehmann bei einem
Feldverweis für Olli Kahn höhnisch
applaudiert. Da wär der Dahlmann verbal Amok
gelaufen, da bin ich mir sicher.
Zum Schluss freute ich mich auf Jan Koller im
BVB-Tor, denn Sammer hatte ja bereits dreimal
gewechselt vor dem Feldverweis und konnte
deswegen Ersatztorwart Weidenfeller nicht mehr
bringen. Im Radio sagten sie nämlich, der habe
noch ein paar ordentliche Sachen gehalten. Herr
Dahlmann war so frei, uns eine einzige davon zu
zeigen, nicht dass da noch Sympathie für die 9
Dortmunder aufkommt. Mich hat ja schon
gewundert, dass er bei der Parade von Koller
nicht geschrieen hat: „Hand im eigenen
Strafraum vom Mittelstürmer! Runter die Sau!“
Das war das Spitzenspiel. Und um ganz kurz zum
Fußball abzuschweifen: meiner Meinung nach ein
verdienter Sieg der Bayern, weil Dortmund sich
selbst geschlagen hat. Dafür hätte man aber
keine 45 Minuten gebraucht.
Viel mehr hätte mich übrigens interessiert,
was die Fans im Stuttgarter Daimler-Stadion
bezüglich Stürmer Ganea gesungen haben. Zur
Erinnerung, das ist dieser lustige
Alleinunterhalter, der letzte Woche in
Leverkusen ein- und nach 24 Minuten wieder
ausgewechselt wurde, weil er vier Großchancen
in 5 Minuten versiebte. Diesmal wechselte
Trainer Magath ihn gegen Bochum ein, und er
schoss alle 3 Tore zum Sieg. Hm, also ein
Spieler, der erst massenhaft gute Chancen
vergibt und dann plötzlich drei Buden in einem
Spiel macht – also was wir bei so einem im
Flinger Broich gesungen hätten, weiß ich, auch
wenn’s nicht ganz stubenrein gewesen wäre.
Daher hätte mich das Stuttgarter Sangesgut
schon interessiert. Schade.
Nachdem also diese Unterhaltungssendung vorbei
war, lief im ZDF direkt die nächste, die sich
eigentlich nur durch die Einschaltquote von der
vorherigen unterscheidet: Wetten dass...?,
diesmal aus Düsseldorf. Das war mal ne nette
Abwechselung, also, dass die Sendung aus
Düsseldorf kam, meine ich, ansonsten war das,
was ich zwischendurch so gesehen haben, dem
ziemlich ähnlich, mit dem ich zuvor gequält
worden war: Interviews, dann ein bisschen das,
was laut Sendetitel eigentlich im Vordergrund
stehen sollte, plus Zeitlupen, ein bisschen
Werbung für Haribo und Mercedes, ergänzt durch
exquisite Folter: Heino auf der Kö! Einen
typischeren Düsseldorfer, wohnhaft in Bad
Münstereifel, hätten sie nun wirklich nicht
nehmen können. Ich hätte ja noch Verona
Feldbusch daneben gestellt, die ist zwar nicht
in Düsseldorf geboren, hat dort aber irgendwann
mal kurzfristig gewohnt, das sollte als
Bezugspunkt zur Stadt ja eigentlich reichen.
Oder Dieter Nuhr, der kommt zwar nicht aus
Düsseldorf, wohnt aber dort, und hätte der
versammelten Düsseldorfer Prominenz mal was vom
Carsch-Haus erzählen können („Wenn Sie ins
Basement an die Champagner-Bar kommen, wo diese
Schickimickis sich mit ihren gestylten
Königspudeln schon morgens um neun den Schampus
reinziehen, dann achten Sie bitte darauf –
Frauchen ist immer die mit der Sonnenbrille“).
Aber Heino? Na gut, die Zielgruppe des ZDF ist
anscheinend altersmäßig schon so hoch
angesetzt, dass ich mir nach diesem Auftritt
langsam Sorgen mache, diese gar nicht mehr zu
erreichen, bestimmt wurde auch noch an der einen
oder anderen Ecke im Suff „Schwarz-braun ist
die Haselnuss“ geschmettert, aber man kann ja
auch alles übertreiben.
Dachte sich wohl auch der Gottschalk und
schickte dann noch die Kanzlergattin zum
Glühwein-Ausschenken auf die Kö. Doris
Schröder-Köpf, auf der rechten Seite mit Heino
schunkelnd, während sie links irgendeinem
besoffenen Altstadtproll, der nüchtern einen
großen Bogen um die Kö machen würde, mal eben
die Steuerreform ihres Mann erklärt – nein,
also das will ich mir gar nicht weiter
vorstellen! Bleibt nur das, was mir gestern
aufgefallen ist: wie geschickt diese Dame nach
der Heirat mit unserem jetzigen Bundeskohl (ich
weiß, dass das „Kanzler“ heißt, aber
erklär das mal jemand einem Menschen unter 25)
ihren Doppelnamen gewählt hat! Andersrum hätte
es ja auch durchaus als Imperativ und somit
Aufforderung zur Gewalt verstanden werden
können...
Danach wurde es fernsehtechnisch etwas schwierig
für mich: zur Auswahl standen in der ARD „Das
Boot“, den ich auf Video habe sowie auf PRO7
„Stigmata“, den ich auf Video habe. Ich
entschied mich für Letzteren, da ich vom
„Boot“ drei verschiedene Videofassungen
sowie die DVD besitze und man soll ja nicht
alles übertreiben (Wer hat da gesagt:
„Genau!“???).
„Stigmata“ ist kein schlechter Film und in
den reichlich vorhandenen Werbepausen konnte man
ja immer mal aufs „Boot“ umschalten, nach
drei Sekunden Eingewöhnungszeit kurz die
Dialoge laut mitsprechen, was dazu führte, dass
das angenervte Lebensgefährt auf dem anderen
Sofa einschlief, und dann wieder zurück zappen.
Und als Patricia Arquette dann in Trance eine
Wand ihres Wohnzimmers mit aramäischen
Schriftzeichen aus dem ersten Jahrhundert nach
Christus dekorierte, deren komplette Bedeutung
erst durch jahrelange Forschungen im Vatikan
hätte entschlüsselt werden können, da ist
Atze Friedrich,
Ex-und-jetzt-angezeigter-Vorstandsvorsitzender
des 1.FC Kaiserslautern unter Garantie in seinem
heimischen Domizil aufgesprungen, hat die Hand
zur Faust geballt und gerufen: „Jawoll – und
so hat eine ordentliche Bilanz auszusehen!“
Ich hingegen sah in dieser Szene nicht die
gutaussehende amerikanische Schauspielerin,
sondern einen hochroten Kalle Rummenigge, wie
er, Schweißperlen auf der Stirn, Schaum vor dem
Mund und mit verdrehten Augen, die Worte
„Schande“ und „Blamage“ nebst einer
Auflistung des aktuellen Bayern-Kaders auf die
Tapete kritzelte, wobei er immer wieder vor sich
hinmurmelte: „Der beste Kader aller
Zeiten...der beste Kader aller Zeiten“, als
großes Vorbild für den SAT.1-Berichterstatter
des oben geschilderten „Vorberichts“
„Bayern gegen den BVB, Bayern gegen den BVB,
Bayern gegen den BVB...“ So kann Fernsehen
Spaß machen!
Nachdem „Das Boot“ zum guten Schluss im
Hafenbecken von La Rochelle auf Grund gegangen
war, gabs noch ein Déjà-vu der besonderen Art:
auf dem WDR lief der „Rockpalast“ mit der
Zusammenfassung des Bizarre-Festivals vom
letzten Sommer. Gezeigt wurde die norwegische
Band „Turbonegro“, ein ziemlich hartes Brett
aus Skandinavien, und da traf mich wirklich fast
der Schlag: der Sänger hatte eine verblüffende
Ähnlichkeit mit dem inzwischen verstorbenen
Klaus Wennemann, der im „Boot“ den Leitenden
Ingenieur spielte, nur toter. Das wär mal ne
Besetzung gewesen! Wenn der Typ im Film mit
demselben Gegrunze, das er als Gesang
bezeichnete, geknurrt hätte: „Boot ist nicht
zu halten“, dann wäre im Kino damals die
große Panik ausgebrochen – denn dem hätte
wirklich jeder diese Worte geglaubt.
Ach ja, Fußball gab’s dann auch noch: um
00.35 Uhr auf 3sat, die Wiederholung des
„Aktuellen Sport-Studios“, mit kompetenten
Berichten (man sah z.B. hier, warum Lehmann vom
Platz flog, für SAT.1 war es ja in diesem
Moment wichtiger, die Kamera auf Olli Kahn zu
halten), einem netten Interview mit Ebbe Sand,
null Werbung und einem Moderator Poschi
Poschmann, für den ich zwar auch nicht allzu
viel übrig habe, der aber wenigstens nicht so
rumstottert wie der Cerne oder versucht, die
Sendung in eine Mini-Ausgabe seiner
Betroffenheits-Talkshow umzuändern wie der
Kerner.
Das war gute Information. Aber da war es ja
schon Sonntag Morgen und nicht mehr Samstag
Abend. Da habe ich ja meinen Grundsatz: no
sports gut durchgehalten. Oder war in diesem
Bericht irgendwo von guten Fußball die Rede?
So, und nach dieser sicherlich unglaublich
wichtigen Darstellung, wie ich meine
Samstagsabende zu verleben pflege, und nachdem
ich mir soeben erfolgreich die
Bayern-Beweihräucherung „Doppelpass“ im
Dilettantischen Sport-Fernsehen verkniffen habe,
gehe ich gleich wohl einfach mal so Autofahren.
Aber bevor ihr dank dieser Information hektisch
sämtliche Aktivitäten, die euch auf irgendeine
Strecke zwischen Düsseldorf und Bonn führen
könnten, absagt, seid beruhigt: natürlich
zieht es mich als Nicht-Führerscheinbesitzer
auf den Verkehrsübungsplatz. Und der ist auch
noch in Köln. Und da ist es ja wirklich egal,
wen ich gleich mit 30 km/h von der Bahn
schieße, oder?
Und mit dem Versprechen, mich beim nächsten Mal
wieder darum zu bemühen, am Rande ein bisschen
Fußball einfließen zu lassen, wenn ich denn
tatsächlich welchen sehen sollte, sage ich:
Schönen Sonntag noch,
janus
|