|
„The
Game of da Year“
[FiFA]Board
unterliegt den Zaunbeissern & Friends knapp
mit 5:7
Unsere
alte Schüssel hat in ihrer langjährigen
Geschichte schon viele aufregende Momente erlebt
– auch der 16.02.2002 wird in die Historie
eingehen. Das für unser altes Stadion
inszenierte Abschiedsspiel des [FiFA]Boards
gegen die unerschrockenen Zaunbeisser, die sich
wirklich jeder Herausforderung stellen, geriet
zu einem Ereignis, das keiner der Beteiligten so
schnell vergessen wird.
Zunächst
hatte es im Vorfeld im [FiFA]Board einige
„verbale“ Provokationen beider Seiten
gegeben, um die Stimmung ein wenig anzuheizen,
so dass die örtliche Polizei schon Bedenken
hatte, die Partie am Samstag um 15 Uhr beginnen
zu lassen, da zeitgleich im Raum Düsseldorf
auch einige brisante C-Jugend-Spiele stattfanden
und man ein Aufeinanderprallen der Fanmassen in
der Altstadt oder am Hauptbahnhof befürchtete.
Aber um eine Spielverlegung auf Sonntag, 23 Uhr,
kam man erfolgreich herum, so dass das große
Ereignis, wie schon seit Wochen geplant,
termingerecht über die Bühne gehen konnte. Und
der Schauplatz, die Kleine Kampfbahn des
Rheinstadions, war gerichtet: strahlend blauer
Himmel, kein Lüftchen bewegte sich, es war
halbwegs warm – optimale Voraussetzungen für
ein denkwürdiges Spiel, mit dem die Düsseldorfer
Fußballgeschichte um ein weiteres, etwas
verwirrtes Kapitel bereichert wurde.
Das
erste Highlight setzten die (meiner Schätzung
nach, lasse mich da gerne nach oben korrigieren)
100-150 Fans, die auf der Anlage erschienen
waren und zwecks Videoaufnahmen tatsächlich
eine stattliche Anzahl von Zaunfahnen
mitbrachten und aufhängten. Leute, vom Platz
aus sah das super aus! Da läuft (trabt) man
gleich ein wenig schneller, wenn man so etwas
sieht. Schon beim Warmmachen war also die nötige
Gänsehaut vorhanden, das Event konnte beginnen.
Zünftig
eingeläutet wurde es durch eine kleine
Anti-RWE-Performance der Zaunbeisser, als der
Schiri zum Mittelkreis pfiff, damit auch der
neutrale Zuschauer wusste, welchem Verein mit
diesem Spiel gehuldigt werden sollte. Überhaupt,
der Schiri: bei einem solchen Spiel lässt man
nicht irgendjemanden pfeifen, auch das Feindbild
musste an diesem Tag stimmen: und so erklärte
sich auf Anfrage kein geringerer als der
DiFo-bekannte statistische Kölner
bereit, 90 Minuten über die Einhaltung der
Regeln zu wachen und zu bestimmen. Wobei er
diese Regeln vor dem Anstoß auch kurz und bündig
zu Gehör gab: „Gespielt wird nach den [FiFA]Board-Regeln!“
Endlich mal ein Schiri mit dem nötigen
Fingerspitzengefühl schon vor dem Anpfiff! Es
konnte also losgehen.
Zunächst
mussten sich die Zaunbeisser aber einigen, wer
von ihnen vorübergehend das harte Los des
Ersatzspielers antreten musste, da sie
vorsichtshalber gleich mit 15 Spielern
aufgelaufen waren. So heiß waren die! Aber auch
diejenigen, die dann zunächst raus mussten,
waren keineswegs bedrückt und suchten das Gespräch
mit dem Coach („So kann es nicht
weitergehen!“), denn beide Teams hatten
fliegenden und unbegrenzten Wechsel vereinbart,
so dass wirklich jeder aus beiden Teams
ordentlich Rasenzeit bekam. Das [FiFA]Board-Team
war von Anfang an ein wenig geschwächt, von den
ursprünglichen 16 Zusagen blieben nach diversen
Terminschwierigkeiten lediglich 13 Spieler, die
aus allen Himmelsrichtungen den Weg ins Stadion
fanden (D-Lichtenbroich, D-Rath, D-Flingern,
Ratingen, Hilden, Neuss, Bonn, Leverkusen, um
nur die mir bekannten Wohnorte zu nennen). Hinzu
kam, dass die Mannschaft nicht nur noch nie
zusammen gespielt hatte, sondern sich teilweise
nicht mal persönlich kannte und einige der
altgedienten Recken (wie z.B. der Verfasser
dieser Zeilen) schon seit Jahren keinen Ball
mehr getreten hatten. Also musste man über den
Kampf zum Spiel finden, was zunächst auch gut
gelang.
Nachdem
zunächst der Düssel-Boy für unsere schon
geschlagene Katze von Rath im Gehäuse,
Kaffeerappel, auf der Linie mit der Brust (!)
retten musste, brachte eine Schwäche in der
Regelkunde der Zaunbeisser
auch die überraschende Führung für das
Board, als Düssel-Boy einen Freistoß nach Rückpass
zum Torwart, den dieser mit der Hand aufgenommen
hatte, locker zum 1:0 versenkte. Kurz darauf führte
eine Traumkombination, an die alle Beteiligten
noch lange denken werden, zum sensationellen
2:0: der Schreiberling spielte mit dem Außenrist
(ohne sich den Fuß zu brechen!) einen Pass auf
Zlapster, dieser verlängerte auf Klinsmann (ja,
wir haben sie alle!) und der spielte den tödlichen
Pass, durch die hohle Gasse kam Mittelstürmer
Nemesis und versenkte die Kugel lässig im
Beisser-Netz. Ja, zum Kuckuck, das war Fußball!
Ein Glück, dass kein Beobachter der Ersten
anwesend war, da wären wohl einige Namen in
ominöse Notizbücher gewandert.
Und
zwar auf beiden Seiten, denn jetzt drehten die
Beisser auf, die die technisch reifere
Spielanlage an den Tag legten. Nachdem zunächst
noch die nie eingeübte Abseitsfalle des Boards
einige Male zuschnappte und Kaffeerappel im
Boarder-Tor alles wegfischte, was aufs Tor kam,
machte sich die drückende Überlegenheit der
Beisser dann doch mit drei Toren hintereinander
bemerkbar, ehe wiederum unserem Torjäger
Nemesis noch vor der Pause der überraschende
Ausgleich zum 3:3 gelang. Erwähnenswert neben
zahlreichen packenden Strafraumszenen und
verbissenen, aber fairen Mittelfeldgrätschen
(da fühlte auch ich mich wohl) war in der
ersten Halbzeit noch eine skandalöse
Beisser-Schwalbe im Boarder-Strafraum, die
unseren Schiri nicht nur verzweifelt den Kopf
schütteln ließ, sondern den Umstehenden wie
auch dem „Opfer“ selbst die Tränen in die
Augen trieb – vor Lachen natürlich. Auch sehr
schön die von den Zaunbeissern initiierte
Sektdusche für den jeweiligen Torschützen, der
dieser auch durch einen kleinen Zwischensprint
nicht entkommen konnte. Ach Fortuna – wann können
wir deine Spieler endlich mal wieder in dieser
Form „abduschen“? Es machte wirklich Appetit
auf mehr.
Zur
Halbzeit herrschte höchste Zufriedenheit bei
uns – ein 3:3 gegen das gefürchtete
Beisser-Team, das war mehr als wir uns erhofft
hatten, zumal ja unsere Wechselmöglichkeiten
eingeschränkt waren. Gewonnen hatten wir also
jetzt schon. In diesem Hochgefühl unserer
eigenen Darbietungen leisteten wir uns in der
ersten Viertelstunde eine kleine Schwächeperiode,
die die Beisser mit ihrer Cleverness und
Spielkultur prompt bestraften, so dass wir nach
60 Minuten mit 3:6 zurücklagen. Erwähnenswert
hierbei sicherlich das 3:5 durch einen gewissen
9PunkteHain, der zunächst bei den Boardern für
etwas Verwirrung gesorgt hatte, da er schon
Wochen vorher lautstark angekündigt hatte, im
Tor zu spielen, dann jedoch als Feldspieler
auflief. Kleine taktische Geplänkel also schon
vor dem Spiel, die zeigen, wie ernst diese
Partie genommen wurde! Hain jedenfalls erzielte
das 3:5 und entledigte sich seiner Kleidung, um
nackt wie Gott ihn schuf mit einem
Tänzchen an der Eckfahne irgendeiner
mysteriösen ostasiatischen Fruchtbarkeitsgöttin
zu huldigen (so wirkte es zumindest auf mich).
Skandalös hier die Entscheidung des Schiris,
nur Gelb zu zeigen! Das war eindeutig der
9PunkteHain-Bonus! In der Bundesliga hätte sich
so was höchstens noch Oliver Kahn leisten können!
Andererseits: wenn einer wirklich alles
gibt – wie kann man ihn da vom Platz stellen?
Der Schiri hatte in dieser Situation sicherlich
die begeisterten Ausrufe des Publikums ob dieser
Darbietung im Ohr, als er sich entschied, das
Ganze noch als kleinere Sünde durchgehen zu
lassen.
Als
aber alle dachten, der Drops wäre gelutscht,
kamen die Boarder nochmals zurück. Zunächst
ein wunderbarer Schlenzer des Düssel-Boy zum
4:6, dann traf der NRW-Radler mit einem
16-m-Geschoss nur den Pfosten wie einst Guido Jörres
gegen Fortuna Köln und danach servierte der neu
eingewechselte Torwart der Beisser uns die
Chance zum 5:6 auf dem Silbertablett: denn auch
er nahm dankenswerter einen Rückpass eines
eigenen Abwehrspielers lässig in die Hand –
wieder Freistoß für die Boarder im
Beisser-Strafraum! Da konnte diesmal nur eine
antreten: das einzige weibliche Wesen auf dem
Platz, unsere xy-„The Hammer“-ungelöst nahm
Maß und haute das Ding aus 8 m unhaltbar in die
Maschen. Die Boarder waren wieder dran! In der
Folgezeit warfen wir alles nach vorne (oder
sollte ich sagen: alles blieb vorne stehen, weil
keiner mehr die Puste hatte, nach hinten zu
laufen?) und hatten auch noch die ein oder
andere Chance zum Ausgleich. Natürlich waren
wir mit (wohlwollend gezählt) noch drei
Abwehrspielern und der Katze von Rath zwischen
den Pfosten doch einigermaßen hilflos den
brandgefährlichen Beisser-Kontern ausgesetzt,
aber was diese Jungs in Schlussphase an Chancen
vergaben, hätte Tim Kamp, wenn er denn
zugeschaut hätte, zu der Annahme verleitet, er
wäre wohl doch bei einem vorgezogenen
Meisterschaftsspiel der Ersten gelandet.
Insbesondere für einen gewissen „Stricher“,
bei dem ich gar nicht wissen möchte, wie er zu
diesem Spitznamen kommt, schien das Boarder-Tor
wie vernagelt zu sein. Und auch unser Torwart
rettete noch einige Male spektakulär, bis er
sich mit dem Abpfiff doch noch einmal geschlagen
geben musste – 5:7, die Entscheidung.
Wie
will man aus diesen beiden kampf-, lauf- und
spielstarken Mannschaften überhaupt einzelne
Spieler herausheben? Ein großes Lob geht an
alle, stellvertretend seien hier die zwei
unterschiedlichen Generationen genannt, die auf
dem Feld standen: bei den Beissern in der Abwehr
Noddy, 47 Jahre und kein bisschen weise, der
Turm in der Schlacht, der fast alles weggrätschte,
was im Beisser-Strafraum an gefährlichen
Situationen auflief (inklusive meines linken Fußes,
aber ich kann schon wieder humpeln), eine famose
Leistung, da kann sich ein Jungspund wie Kohler
noch ein Beispiel dran nehmen; auf Boarder-Seite
natürlich unser Küken, xy-ungelöst, zarte 13
Jahre jung und schon ein richtiger fußballerischer
Rohdiamant, überall auf dem Platz zu finden und
zugleich unsere Spielerin mit der neben Torwart
Rappel längsten Einsatzzeit auf dem Platz!
Liebe xy, das verzweifelte Keuchen deiner
Mitspieler auf dem Platz sollte dir Warnung
genug sein, gar nicht erst mit dem Rauchen oder
Trinken anzufangen. Dann kann sich Birgit Prinz
bald warm anziehen!
Abschließend
muss gesagt werden, dass das Spiel unter der
umsichtigen Leitung des Kölner Schiris äußert
fair verlief. Es gab nur 2
Verletzungsunterbrechungen und 1 Wadenkrampf!
Das faire Verhalten der Spieler fand ihren Höhepunkt
bei einer kleinen Auszeit im Mittelkreis unseres
Stürmer Nemesis, der von Beisser-Flitzer
9PunkteHain (jetzt wieder ordnungsgemäß
bekleidet) mittels sanfter Massage wieder
spielbereit gemacht wurde. Ja, meine Herren
Bundesliga-Spieler, so geht das! Daran solltet
ihr euch mal ein Beispiel nehmen.
Mein
Fazit: Durchaus verdienter Sieg der Beisser, der
in der Schlussphase höher hätte ausfallen können,
aber, um mal kurz den phrasenschweinbekannten
Ausspruch zu bringen, wenn man vorne die Tore
nicht macht, darf man sich nicht wundern, wenn
man hinten noch den Ausgleich reinbekommt, und
der war bis zur letzten Minute möglich. Eine
tolle Leistung unseres zusammengewürfelten
Haufens, der zurückkam, als keiner mehr damit
rechnete. Mit mehr Reservespielern und einer
etwas verkürzten Spielzeit (2 x 30 Minuten) wäre
für uns durchaus was drin gewesen.
Aber
nach dem Spiel war ja noch nicht Feierabend. Zunächst
präsentierten die Beisser im Siegestaumel ihren
freudetrunkenen Fans nicht nur die nackten
Hinterteile, sondern auch eine
1a-Diver-Performance. Da wir uns mit den
Beissern zwar nicht eine Kabine, aber die
Duschen teilen mussten, wurde eingedenk legendärer
Geschichten über gewissen Körperteil-Choreographien
der siegreichen Truppe taktisch klug abgewartet,
bis sich die Sieger den Schweiß vom Körper
gespült hatten, ehe es auch für uns ein wenig
Säuberung gab. Und danach erwartete uns der
extra für dieses Spiel verpflichtete
Fortuna-Kantine samt Ehefrau, die tatsächlich
nach getaner eigener Arbeit noch zu uns ins
Stadion kamen und keine Kosten und Mühen
scheuten, komplett ausgerüstet mit
Gulaschsuppe, Brötchen und Einweggeschirr! Da
auch noch genügend Bier-, Cola- und
Wasserspenden übrig waren, wurden Spieler und
Fans des Boards somit aufs Beste verpflegt und
konnten den Tag bei kleinen Fachsimpeleien
locker ausklingen lassen.
Das
will ich jetzt auch mit diesem Spielbericht tun,
in dem ich allen danke, die diesen Tag möglich
gemacht haben: den Boardern und den Beissern für
das faire, packende Spiel, den Zuschauern für
ihr zahlreiches Erscheinen und ihre großartige
Stimmung, dem Schiri für seine Zusage und seine
Leistung und natürlich unserem
Verpflegungspersonal, das uns eine erstklassige
Suppe vorsetzte, die wir nur zu gerne selbst
auslöffelten. Danke an alle, die diesen
Nachmittag möglich gemacht haben! Ein Rematch
im Sommer mit anschließendem Grillen sollte
wirklich im Bereich des Machbaren liegen!
[FiFA-Board]-Aufstellung,
soweit mir bekannt: Kaffeerappel, derHildener,
Sascha, Zlapster, Nemesis, NRW-Radler, and-one,
Klinsmann, xy-ungelöst, Düssel-Boy, janus,
sowie ein Herr, der leider zur Halbzeit
ausscheiden musste und mir namentlich nicht
bekannt war (marco?) und unser Terrier in der
Abwehr, den ich leider auch nicht kannte. Jungs
(und xy): das war ein Riesenspaß!
janus
|