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Besuch beim
Kicker
Manchmal
muss man weite Wege gehen, um ins Allerheiligste
zu gelangen. Unter diesem Motto stand die Fahrt
am heutigen Tage zum Besuch in der
kicker-Redaktion in Nürnberg, der Zeitung, die
mir montags immer sagt, wie ich die Spiele von
freitags bis sonntags gesehen haben sollte, und
die mich donnerstags auf den kommenden Spieltag
bis hin zur Oberliga einstimmt, wobei ich dann
auch ganz bestimmt erfahre, dass ein Herr
Habljak von den Bayer Leverkusen Amateuren wegen
eines verstauchten Zehs immer noch nicht
eingesetzt werden kann und dergleichen
Wunderdinge mehr. Heute durfte ich also auf
ausdrückliche Einladung der schreibenden Zunft
zusammen mit zwei weiteren Auserwählten die
heiligen Hallen des Fußball-Journalismus
betreten. Und es war ein Tag voller gewaltiger
Eindrücke. Deshalb wird’s auch zur
Abwechselung mal etwas länger...
Begonnen
hatten diese Eindrücke mit einem nicht
druckreifen sprachlichen Ausdruck meinerseits am
letzten Mittwoch. Da erreichte mich nämlich
eine Email der für unseren Besuch zuständigen
Redakteurin. Nachdem sie mir zwei Wochen zuvor
gemailt hatte, ich möge so zwischen 10 und 11
Uhr in Nürnberg sein, um an der allmontäglichen
Redakteurskonferenz teilzunehmen und ich meine
Bahnverbindung somit so gelegt hatte, dass ich
um 10.30 Uhr dortselbst eintreffen wollte, fiel
ihr nämlich am letzten Mittwoch spontan ein,
dass diese Konferenz bereits um 10 Uhr beginnt,
so dass eine Ankunft meinerseits bereits um 9.30
Uhr vonnöten wäre. Bitte sehr, dachte ich mir,
und damit jeder merkt, dass ich heute eigentlich
Urlaub hatte, schreibe ich die Abfahrtszeit des
ICE mal in fett:
5.10
Uhr ab Bonn Hbf. Vier Uhr aufstehen, dann runter
zum Hbf, das ganze hat nur den Nachteil, dass um
diese Uhrzeit in meiner Wohngegend kein Bus fährt.
Problem mittels Zwangsrekrutierung des ob der frühen
Zeit etwas mürrischen Lebensgefährts gelöst.
Stockfinstere Nacht, am Bahnhof hat noch nix
offen, also keine Zeitung, kein Brötchen, kein
Tee, kein gar nix. Zum Glück noch nichts von
gemerkt, da noch nicht richtig wach.
Um
5.10 Uhr in den ICE eingestiegen. Keine Ahnung,
ob meine Fahrkarte auch für diesen Zug gilt,
oder ob ich Zuschlag zahlen muss. Die
Redakteurin übrigens auch nicht, aber wenn ich
einen Zuschlag zahlen müsse, wird er mir gegen
Aushändigung des Beleges erstattet. Und zwar
auf mein Konto „in ein paar Tagen, denn bei
uns geht so etwas leider nicht so schnell“.
Na, wenigstens unterscheidet sich das nur
unwesentlich von meinen eigenen beruflichen
Erfahrungen.
Hinein
in den Zug, ein bisschen gelesen und potzblitz
– wieder schlägt die Deutsche Bahn AG zu!
Hinter Bingen bleibt der fast leere Zug nämlich
erst mal völlig unmotiviert eine Viertelstunde
auf freier Plaine stehen. Da wollten sie wohl
was bieten für mein Geld, der ICE steht
praktisch direkt am Rheinufer und die
Betrachtung dieses hübschen Panoramas ist mir
dann auch tatsächlich vergönnt, denn der Zug
steht tatsächlich so lange, bis die Dämmerung
heranbricht. Absicht? Zufall? Wer weiß das bei
der Bahn schon. Fortan fahren wir also mit einer
Viertelstunde Verspätung durch den
heraufziehenden Morgen. Phantastisch, die Bahn lässt
sich nicht beirren, selbst „mitten in der
Nacht“ wird noch eine Verspätung
herausgefahren, selbst wenn wirklich gar nichts
los ist. Kompensiert wird das ganze aber dann
durch einen geschickten Schachzug: in Frankfurt
soll der Zug laut Fahrplan zehn Minuten
Aufenthalt haben, dieser wird flexibel verkürzt
auf deren zwei, und schon sind wir wieder im
Zeitplan. Ob dieser Halt extra dafür angebracht
ist, derartige Verspätungen auszubügeln oder
ob sich in Frankfurt einige Passagiere dann doch
gewundert haben, warum denn ihr Zug leider schon
weg ist, nachdem sie auf die viertelstündige
Verspätung plus zehnminütigen Aufenthalt
vertraut und sich noch irgendwo einen Kaffee
gekauft hatten, vermag ich nicht zu sagen. Da
ich mit der Deutschen Bahn reise, vermute ich
letzteres...
9.30
Uhr Ankunft in Nürnberg nach ca. 446 km. Die
Redakteurin erwartet mich auf dem Bahnsteig, als
Erkennungszeichen den neuen kicker vor sich
haltend. Noch halb im Schlaf gehe ich auf sie
zu, und erwarte eigentlich, wie in Düsseldorf
bei jedem, der mir dort eine Zeitung entgegenhält,
ein „Eine Obdachlosenzeitung, bitte“ zu
vernehmen. Dies höre ich jedoch nicht,
woraufhin ich realisiere, dass ich tatsächlich
am richtigen Bahnhof ausgestiegen bin. Schade
eigentlich, dass sie mich so fürsorglich am
Bahnsteig erwartet. Hatte mir das so schön
vorgestellt, mal ne Durchsage zu veranlassen:
„Der kleine janus kann vom kicker am
ServicePoint abgeholt werden.“ Nun, es hat
nicht sollen sein.
Treffen
mit den beiden anderen Glücklichen in der
Bahnhofshalle: ein Jurist und ein Bayern-Fan,
also ein Dumpflaberer und ein Unbelehrbarer. Na
super! Warum immer ich? Der Jurist ist MSV
Duisburg-Fan, kommt auch aus Duisburg und hat
sich mit dieser höchst fragwürdigen Abstammung
eine sonntägliche Anreise und eine vom kicker
bezahlte Hotel-Übernachtung erschnorrt.
Ziemlich ärgerlich für mich, denn ich habe ja
noch eine Woche lang dieses dienstliche
Apartement in Düsseldorf, hätte ich also
gesagt, dass ich aus D’town anreisen müsste,
hätte man mir auch eine Übernachtung
spendiert, weil die Entfernung zu groß für
eine morgendliche Anreise gewesen wäre. Jaja,
wenn’s zu spät ist, fällt mir immer noch ne
Menge ein...
Aus
dem Hbf heraus, wird man von ohrenbetäubendem
Presslufthammerlärm empfangen, kleine Baustelle
vor dem Hbf. Na also, deutsche Gemütlichkeit,
wie anscheinend in jeder Großstadt dieses
Landes. Zu Fuß zum Redaktionsgebäude
gepilgert, sind lediglich 10 Minuten bis zur
Badstraße. Im zweiten Stock vom
stellvertretenden Chefredakteur empfangen,
anregendes Gespräch und sofort rein in die
Konferenz. 15 Leute anwesend, unsere „tourist
redakteurin“ ist die einzige Frau.
Chefredakteur Holzschuh eröffnet die Sitzung.
Thema ist der „äußere“ (bunte) Teil des
kicker von nächsten Montag. Der muss nämlich
bis Mittwoch Abend, allerspätestens Donnerstag
morgen gesetzt sein. Daher ein bisschen Ärger
über den Ausgang des Spieltages am Wochenende
aufgrund der Ungewissheit. Leverkusen auf den
Titel? Aber was, wenn die jetzt in Nürnberg
auch noch verlieren und Dortmund vorbeizieht
(tun sie natürlich nicht, weil sie bei meinem
HSV verlieren werden, aber das wollte ich nicht
laut sagen)? Dann ist der ganze Titel falsch.
Dortmund oder Bayern? Ebenso riskant. Man einigt
sich also auf Unentschieden. Oder um es mal so
zu formulieren: falls ihr nächsten Montag den
kicker kauft und die Schlagzeile lautet
„Dramatik pur“ und es sind Fotos von jeweils
einem Spieler der drei Mannschaften drauf –
von mir habt ihrs nicht...
Falls
der Beckenbauer in einem kurzen Interview um
seine Stellungnahme zum Meisterrennen gebeten
wird, wäre euch das also auch neu. Der
residiert zur Zeit wegen irgendeinem Termin
zusammen mit dem zweiten Chefredakteur in
Berlin. Holzschuh zückt mal eben das Handy,
spricht ihm auf die Mailbox und hinterlässt
auch im Hotel noch eine Nachricht, auf dass der
gesegnete Kaiser nächste Woche zu uns sprechen
möge. Schaun mer mal.
Ach
ja, und für alle diejenigen unter euch, die
sich ernsthaft mit dem Gedanken tragen, nach
Rotterdam zum UEFA-Cup-Endspiel zu fahren:
achtet doch mal auf eine geleaste Limousine mit
niederländischem Kennzeichen, in denen
gutgekleidete Typen sitzen, die wie Dortmunder
Bosse aussehen. Sie könnten es tatsächlich
sein – kein Witz...
Zwischendurch
ruft Dieter Hoeneß (Manager von Hertha BSC
Berlin) mal eben beim stellvertretenden
Chefredakteur an und beklagt sich anscheinend
bitterlich darüber, wie er in der heutigen
Ausgabe weggekommen ist. Da er auch sofort
praktische Vorschläge zum Thema
„Schiedsrichterproblem“ hat, wird erwogen,
darauf in einer der nächsten Ausgaben
einzugehen. Dafür muss leider das Interview mit
Erdal Keser, Ex-Profi von Borussia Dortmund,
nach hinten geschoben werden. Wie schon in den
letzten drei Wochen, kann also nur mäßig
spannend sein.
Es
wird um den Inhalt der nächsten Ausgaben
gefeilscht, das ganze ist nämlich nicht so
einfach: der kicker hat eine vorgegebene
Seitenzahl und darin bereits ebenfalls
vorgegebene Werbeflächen für die
Anzeigenkunden. Die wiederum wissen genau, wie
abhängig eine Zeitschrift von den
Werbeeinnahmen ist und stellen für ihre
Anzeigen bestimmte Bedingungen, damit sie
zahlen: halbseitig, viertelseitig, Anzeige im
vorderen Heftdrittel, in der hinteren Hefthälfte
usw. Völlig abstrus wird das ganze bei dem
Sonderheft WM, das um den 15.05. herum
erscheinen wird und bei dessen Redakteuren (es
sind genau zwei, die für das komplette Heft
verantwortlich sind!) wir hinterher
vorbeischauen. Nike zum Beispiel bittet sich
eine Anzeige im vorderen Heftdrittel aus,
„Umgebung: Frankreich/Brasilien“. Wenn also
jemand dieses Heft kauft und eine Anzeige von
Nike darin entdeckt, sollte sich auf derselben
Seite nur ein Artikel
über Frankreich oder Brasilien befinden.
Oder beides. Oder ganz was anderes, wenn die
Herren von Nike bis Redaktionsschluss ihre
Meinung noch ändern. Nebenbei darf auf dem
Titel dieses Sonderheftes erstmals auch nicht
mehr der WM-Pokal abgebildet werden, da dieser
mittlerweile urheberrechtlich geschützt ist und
der kicker daher für diesen Abdruck extra
zahlen müsste.
Die
gesamten Beiträge müssen somit um die
Werbeanzeigen herum ins Blatt „eingepuzzelt“
werden, eine manchmal etwas komplizierte
Aufgabe, bei der der ein oder andere geplante
Artikel dann schon mal über den Jordan geht.
Oder über die Noris, um bei Nürnberg zu
bleiben. Konferenz mit hohem
Unterhaltungsfaktor.
Danach
kommt die Konferenz, die allen so richtig Spaß
macht: Blattkritik! Besprochen werden die
aktuelle, also heutige Ausgabe sowie die vom
letzten Donnerstag. Zu diesem Zweck werden die
vier Außenredaktionen (Remscheid, Peine,
Offenbach, Berlin) per Telefon und Lautsprecher
zugeschaltet. Holzschuh fängt mit seiner Kritik
an, hat fast jeden Rechtschreibfehler oder jede
„unsaubere“ Redewendung oder ein fehlendes
Detail bemerkt. Zum Beispiel war in der Ausgabe
vom letzten Donnerstag ein kurzer Artikel über
Real Madrid, der so kurz war, dass noch nicht
mal der Wochenend-Gegner der „Königlichen“
angegeben war! Solche Sachen halt.
Aus
Remscheid kommt dann die beunruhigende Meldung,
dass man dort viel Kritik an der Benotung der
Spieler des Länderspiels vom letzten Mittwoch
erhalten habe. Insbesondere drehe es sich um die
Herren Metzelder, Lehmann und Linke. Kommentar
Holzschuh: „Der Linke, was will der
eigentlich? Der hat doch ne 3, dem geht’s doch
richtig gut“. Wie überhaupt in der Redaktion
anscheinend nur ein einziger Bayern-Fan sitzt.
Insbesondere Herr Holzschuh entpuppt sich nicht
grad als Bayern-Befürworter. Erstaunlich, ja
fast schon ermutigend.
Das
schöne bei der Blattkritik ist, dass die
kritisierten Redakteure (auch die der Außenstellen)
sich zur Wehr setzen dürfen (gibt’s ja auch
nicht überall) und dass der Stellvertretende
heute irgendwie immer anderer Meinung als der
Chef ist. Aber der ist ja auch Schalke-Fan. Auf
jeden Fall sehr kurzweilig und produktiv,
das ganze.
Danach
Mittagessen in einer kleinen Kantine auf der
anderen Straßenseite, die sich der kicker mit
den Nürnberger Nachrichten teilt. Wir speisen
mit dem Chefredakteur, dem Stellvertretenden
Cheffe und einem Leitenden Redakteur. Der Stelli
übernimmt sogar die Bezahlung für uns. Vielen
Dank! Fachsimpeleien über unsere
Lieblingsvereine, während Holzschuh immer mal
wieder gern zum Handy greift. Als ich von meiner
Vorliebe für Fortuna Düsseldorf be(r)ichte, lächelt
er mitleidig und sagt: „Na, da haben Sie aber
schon ganz schön was mitgemacht!“ Der Mann
ist diplomatisch, er redet in der Vergangenheit,
obwohl er genau weiß, dass bei Fortuna das noch
dickere Ende in der Zukunft liegt. Anregende
Gespräche. Der unbelehrbare Bayern-Depp
versucht mich davon zu überzeugen, warum
Effenberg mal wieder alles richtig gemacht hat
(allen Ernstes). Habe ihm aber diesbezüglich
verbal die kalte Schulter gezeigt. Würde mich
nicht wundern, wenn er gedacht hat: Düsseldorfer
Provinzheini!
Nachmittags
dann noch Besichtigung des Hauses. Die Redaktion
erstreckt sich über zwei Stockwerke.
Hochinteressant, aber zu lang, um jetzt alles zu
schildern. Sehr gut das Bildarchiv, kommt
heutzutage fast komplett online über
Datenbanken der Bildagenturen, die größte
befindet sich rätselhafterweise in den USA, die
ja nun gar nicht als Mutterland des Fußballs
gelten können. Früher wurden sonntags morgens
am Bahnhof noch säckeweise Fotos von den
Freitags- und Samstagsspielen angeliefert, die
dann gesichtet und aussortiert werden mussten.
Wahrscheinlich erklärt sich daher auch die
geographische Nähe des Redaktionsgebäudes zum
Hbf.
Kleines
Schmankerl am Rande: einer der Bildbearbeiter
hat ein Porträt von Francisco Copado auf seinem
Tisch liegen. Er erklärt, dass der wohl als
Spieler des Tages für die 2. Liga vorgesehen
war, aber wieder verworfen wurde, da er sonst
nicht auf seinem Schreibtisch liegen würde (und
in der Tat: Spieler des Tages ist heute Nico
Frommer vom SSV
Reutlingen). Copado ist im Trikot von
TeBe Berlin abgebildet, auch der unter dem Bild
abgedruckte
kurze sportliche Lebenslauf endet mit
„Jahr 2000, Tennis Borussia Berlin“. Ich
frage den Graphiker also interessehalber, wo
Copado jetzt spielt (mittlerweile weiß ich es,
es ist die SpVgg Unterhaching). Antwort: „Das
kann ich Ihnen leider auch nicht sagen, ich
interessiere mich nicht so sehr für Fußball.“
Aha. Aber supernett sind sie wirklich alle.
Wir
schauen bei der Redaktion Sonderheft WM vorbei,
bei der Redaktion Ausland, bei der Redaktion 2.
Liga, bei der Redaktion Regionalliga und
Amateure. Bei letzteren kommt die
Berichterstattung für den kicker übrigens zum
größten Teil von lokalen Journalisten Ich
frage nach, wer das für Fortuna denn so regelmäßig
macht. Ein Herr Schmitz von der WZ. Na, gut zu
wissen...
Abschließen
geht es noch in die Online-Redaktion. Der kicker
ist erst seit 1998 online, die
Internet-Redaktion wurde also quasi aus dem
Boden gestampft. Da sie als letztes hinzu kam,
wurde sie natürlich dahin gepackt, wo grad noch
Platz war: entweder in den Keller oder auf den
Speicher. Beim kicker befindet sie sich am
letztgenannten Ort: ein großer Raum unter dem
Dach, brüllwarm, ein Großraum-Büro mit 14
Mitarbeitern, die sich jeweils an zwei
Schreibtischen gegenüber sitzen. Nein danke,
hier müsste ich nicht arbeiten, da ziehe ich
mein Einzelbüro vor. Auch wenn vor jedem dieser
Schreibtischpaare ein Fernseher plus
premiere-Decoder steht. (Übrigens steht in
jedem Büro mindestens ein Fernseher plus
Decoder, trotzdem wollten sie mir keinen abdrücken
– Knauser!:))
Aber
der Liveticker ist erste Sahne. Da brauchst du
praktisch nix mehr machen, nur noch die
Mannschaftsaufstellungen eingeben, Ereignisse
(Tore, Chancen, Karten) können ganz bequem mit
der Maus über entsprechende Textbausteine
angeklickt und in den Ticker übernommen werden
(„Flanke von rechts von....“, „Kopfball
aus x Metern durch....“ usw.). Einfach
praktisch und gut. Nur etwas stressig, denn beim
Liveticker von der 1. Liga am Samstag Nachmittag
laufen zumeist alle sieben Fernseher
gleichzeitig. Da sollte man sich nicht verhören
oder zufällig beim falschen Spiel verweilen...
Übrigens,
für den Kenner: Die kicker-HP hat ca. 10 Mio.
PageImpressions monatlich, wird zur Zeit nur
noch getoppt von Kirchs sport1.de. „Noch...“
wie der zuständige Redakteur augenzwinkernd
hinzufügt, schließlich sind die ja auch
pleite.
Abschließende
Besprechung beim Stellvertretenden. Mir fällt
ein Titel einer Donnerstagsausgabe auf, der an
seiner Pinwand hängt: „Schock!“ steht dort
in zentimeterhohen Lettern geschrieben, dazu ein
Bild von Rudi Völler (Trainer der deutschen
Nationalmannschaft), wie er die Hände vor’s
Gesicht schlägt. Dies war die „Vorsichtshalber-Schlagzeile“
für die Donnerstagsausgabe nach dem
WM-Qualifikations-Rückspiel gegen die Ukraine
im November (fand ja mittwochs abends statt),
falls die Nationalmannschaft da ausgeschieden wäre.
Die hat soviel Gefallen gefunden, dass er sie
aufgehoben hat. Damit hat er sich um einen
grandiosen Spaß gebracht, ich hätte sie doch
mal ganz unverbindlich nach Holland geschickt...
Aber man weiß ja nie, wie so was ankommt...
Noch
ein Abschlussbild mit Cheffe, Stelli und unserer
Begleiterin, das hoffentlich nicht gedruckt wird
aufgrund ziemlich alberner Pose (alle eine Hand
nach vorne und aneinandergelegt wie beim
Wikingerschwur – so was kann sich auch nur ein
Chef ausdenken!), kleines Abschlusspräsent
eingesackt, noch ein bisschen die Nürnberger
Innenstadt angeschaut (sehr schön!) und dann
wieder die Heimreise angetreten.
Zum
Nürnberger Bahnhof ist zu sagen, das schöne
Wort von Dieter Nuhr bleibt wahr: „Wenn Sie in
Nürnberg am Hauptbahnhof aufs Klo müssen –
fahren Sie nach Fürth!“ und die Bahn verblüfft
wieder mal durch eine neue Facette des Chaos, in
dem die Wagen in dem bereitgestellten ICE falsch
herum angehängt sind (also die Wagennummern!),
so dass ein allgemeiner Pilgerstrom von vorn
nach hinten und umgekehrt einsetzt, der bis Fürth
dauert. Aber ich finde auch diesmal ein Plätzchen
und überstehe auch eine letzte Konfrontation
mit einem Schaffner, der eindringlich meinen
ICE-Zuschlag sehen will, obwohl bereit drei (!)
seiner Kollegen den Fahrschein kommentarlos
entwertet haben. Und zum Schluss hat der Zug in
Bonn auch nur 8 Minuten Verspätung. Na also, es
geht doch!
Mein
Fazit: ein hochinteressanter Tag mit
erstaunlichen Einblicken „hinter die
Kulissen“, alles sehr informativ und wirklich
supernett. Kleinere Skurrilitäten am Rande gehören
dazu und vertiefen eigentlich nur den positiven
Gesamteindruck. Ein schöner Tag mit noch schönerem
Wetter, den mir auch die Deutsche Bahn AG nicht
kaputt machen konnte.
Ein
Wermutstropfen bleibt: eingekauft haben sie mich
leider nicht. Aber wer bei diesem Artikel bis
hierher durchgehalten hat und weiß, wieviel
Zeilen im Durchschnitt ein Artikel im kicker
haben darf, der wird einsehen, dass ich nur sehr
begrenzt zum Sportjournalisten taugen würde.
Und
Herr Hermann weilte mitsamt seinem Scheinwerfer
ebenfalls beim „Kaiser“ in Berlin, so dass
ich diese Glosse auch nicht an mich reißen
konnte.
Tja,
da muss ich euch wohl noch etwas länger
nerven...
Wenn
das nicht „Extreme Groundhopping“ war, was
war es dann?
fragt
grüßend janus
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