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WM Vorschau

 

Was niemand über die WM-Teilnehmer weiß – und auch absolut nicht wissen will!

 

Liebe Leser,

 

ja, auch ich fiebere der WM entgegen. Daher habe ich mir auch mal ein paar Gedanken über die teilnehmenden Mannschaften bzw. Länder gemacht. Hier also meine Analyse der 32 Teams, die ab Freitag um diesen potthässlichen Pokal kämpfen werden.

 

Diese Auswertung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

 

Gruppe A:

 

Frankreich: Titelverteidiger, Topfavorit. Etwas hysterieanfällige Einwohner, der trockene Husten eines gewissen „Zizou“ lässt sie schon zittern. Aber große Kämpfer, haben zumindest schon  England erobert: endlich mal die Tommies getunnelt...Halbfinale sicher.

 

Senegal: Hauptstadt Dakar, zum ersten Mal bei einer WM dabei. Spielen in Südkorea nebenbei noch die französische Sommer-Club-Meisterschaft aus, 21 von 23 Spielern verdienen ihr Geld in Frankreich – wie auch immerhin 4 (vier!) Franzosen im Aufgebot des amtierenden Weltmeisters.

 

Uruguay: die Urus sind auch mal wieder da! Haben allerdings nur eine Chance, wenn sie die organisierten Störer mitnehmen, die in der Nacht vor dem entscheidenden WM-Qualifikation-Relegations-Rückspiel (ein tolles Wort!) gegen Australien vor dem Hotel der Aussies in der Hauptstadt Montevideo derart Lärm machten, dass diese nicht zum Schlafen kamen. Halten auch auf dem Platz „Fair play“ eher für eine neue Boy-Band oder für die besten Sonderangebote im WalMart...

 

Dänemark: keine Chance! Wenn ich diese Vorbereitung schon sehe: rechtzeitig qualifiziert, niemanden aus dem Urlaub zurückgeholt, McDonald’s und Carlsberg nicht Hauptverpflegungslieferanten – bäh! Prompt prügelten sich am Mittwoch beim Training Töfting und Grönkjaer. „Kontrollierte Vorbereitung“ – das kann ja nicht gut gehen!

 

Gruppe B:

 

Spanien: uninteressant. Spielen wie immer im dritten Gruppenspiel den besten Fußball überhaupt und scheiden wie immer vorzeitig aus, weil sie wie immer mit der Favoritenrolle nicht klar gekommen sind...wie immer halt. Ich darf das sagen, denn ich fliege im September nicht aufs spanische Festland, sondern nach Teneriffa, wo ich schon 1998 beobachten konnte, wie die Einheimischen sich die Bäuche hielten vor Lachen, als die Millionärstruppe nach der Vorrunde wieder nach Hause fahren durfte.

 

Slowenien: noch uninteressanter. Wird nur beachtet, wenn „Otto-Normalfan“ mit 2 Promille versucht, den Namen der Hauptstadt unfallfrei auszusprechen: L-j-u-b-l-j-a-n-a.

 

Paraguay: sollte Torhüter Chilavert endlich mal einen Orden verpassen, wegen seiner Verdienste um den Tourismus. Ohne ihn wüsste niemand, dass die Hauptstadt Asuncion heißt und dass der landesweit beste (und bestbezahlte) Sportler zum Nebenverdienst gerne mal in Kidnapping- und Erpressungsfälle eingreift. Außerdem bieten er und seine No-Name-Truppe auch wieder was für’s Guinness-Buch: 20 nominierte Feldspieler, von denen keiner einen Elfmeter oder einen Freistoß schießen kann, weswegen man extra den Chilavert aufstellen muss, selbst wenn der soeben den Staatspräsidenten entführt und bei der Lösegeldübergabe „vermittelnd“ eingegriffen hätte.

 

Südafrika: nix als Querelen im Vorfeld der WM. Die gehen wieder mit 0 Punkten nach der Vorrunde nach Hause. Schließlich haben sie ja auch das Tor-Krokodil Dundee nicht berücksichtigt, obwohl der in der Rückrunde der letzten Saison beim VfB Stuttgart ein halbes Dutzend guter Spiele hingelegt hat. In Deutschland reicht sowas eigentlich schon für eine Nominierung...ach nee, der ist ja Deutscher! Komisch...Übrigens: bei dem Trainer Jomo Sono handelt es sich nicht um den Leadsänger von U2, der mal wieder kurz durch persönliche Anwesenheit seine Betroffenheit ausdrücken möchte, dass in Japan ein Sack Reis umgefallen ist – der heißt nur so ähnlich.

 

Gruppe C:

 

Brasilien: jetzt schon Weltmeister. Zuhause jedenfalls. Wen stört es da, dass die „Selecao“ in der Qualifikation sechs Niederlagen einstecken musste, im Gegensatz zu einer einzigen Niederlage in allen anderen Qualifikationsspielen, die man jemals zuvor gespielt hatte. Aber wenn sie alle schön zum Arzt gegangen sind, wie es ihr Idol Pelé schon seit Wochen, ja Monaten empfiehlt, dann kann eigentlich nix mehr schief gehen. Außer mit der Weltmeisterschaft. Die gewinnt nämlich ein anderes Land in diesem Jahr. Nur welches?

 

Türkei: Konkrete Truppe. Wird daher auch voll korrekt nach der Vorrunde ausscheiden. Vorausschauende Planung der Organisatoren: beim Spiel gegen China (13.06.) hätten in allen deutschen Großstädten Verpflegungsengpässe auf dem Imbissbuden- und Lieferservice-Sektor gedroht, weshalb die FIFA das Spiel für 8.30 Uhr morgens MEZ ansetzte. Wer um die Uhrzeit Hunger auf Döner oder Ente Ping-Pong hat, ist wirklich selbst Schuld.

 

China: erwartet die meisten Fans, 1 Mio. sollen zu den Gruppenspielen nach Südkorea pilgern. Hoffen wir, dass die nicht gleich alle dort bleiben, sonst muss Dierckes Weltatlas demnächst wieder in Neuauflage gehen. Also: ordentlich große Fangemeinde, aber chancenlos in ihrer Gruppe: wenn ich nur wüsste, an welchen Regionalliga-Absteiger mich das erinnert...? (*Anmerkung: ich bin Fan von Regionalliga-Absteiger-oder-vielleicht-auch-nicht Fortuna Düsseldorf!*)

 

Costa Rica: kennt man nur aus den „Jurassic Park“-Romanen bzw. Filmen, in denen sich die Urzeitviecher auf zwei Inseln vor der Küste Costa Ricas tummeln. Haben aber auch ein Herz für die kleineren Tierarten: mit der Nr. 21 läuft Pablo Chinchilla auf. Hoffentlich tritt keiner aus Versehen auf ihn drauf. Werden aber zur Not Ersatzspieler von einer gewissen Isla Nublar oder Isla Sornar einfliegen lassen und zumindest die Türken und Chinesen in den Boden stampfen. Ist auch besser so für unsere Imbiss- und...siehe oben.

 

Gruppe D:

 

Südkorea: halber Gastgeber. Haben es jetzt kurzfristig aufgegeben, regelmäßig demonstrierende Studenten in der Hauptstadt Seoul mit Tränengas auseinander zu treiben; statt dessen müssen die jetzt ihre chancenlose Mannschaft anfeuern. Weinen werden sie demnach so oder so...

 

Polen: sind nur zum Autos gucken da. Haben außerdem den besten Zungenbrecher zu Hause gelassen: Torwart-Granate Szymaszek von Regionalliga-Absteiger-oder-vielleicht-auch-nicht-Fortuna Köln. Folglich chancenlos.

 

USA: haben sich in den letzten Jahren stark verbessert, sind aber immer noch chancenlos, da auch im internationalen Fußball weiterhin ohne Werbepausen gespielt wird.

 

Portugal: tolle Truppe, eigentlich unschlagbar – es sei denn, Super-Duper-Mega-Hyper-Star Figo hat sein Trauma, im CL-Finale gegen Leverkusen tatsächlich ausgewechselt worden zu sein, mental noch nicht überwunden. Zeigt übrigens die Unterschiede zum Fußball in Deutschland auf: bei Real Madrid die launische Diva Figo, wir hingegen haben das handliche Taschenformat Simak bei Leverkusen. Halbfinale sollte aber drin sein.

 

Gruppe E:

 

Deutschland: Giganten. Verkraften alles. Zuletzt sogar „I can’t live without music“, Carsten Jancker im Sturm und den nüchternsten DFB-Chef aller Zeiten. Wer will uns da noch schlagen?

 

Saudi-Arabien: der oberste Scheich des Landes sagte neulich: „Unsere Mentalität verbietet uns Niederlagen.“ So einfach ist das also! Und wir Deppen drohen immer noch mit  Gegentoren und Abstiegen, um die Spieler zum Siegen zu animieren! Sehr innovativ für den Fußball, diese fidelen neureichen Schnauzbartträger! Trotzdem ohne Chance.

 

Irland: die sympathischen Underdogs, die nur Fun haben wollen. Schicken extra ihren besten Mann vorzeitig nach Hause, damit der nicht etwa auf die Idee kommen könnte, während der WM etwa guten Fußball zu spielen. Wirtschaftlich nachvollziehbare Entscheidung: bleibt auch mehr Guinness für die anderen übrig...

 

Kamerun: drollige Werbeträger für gewisse Schokoriegel (die „Löwen“) mit wild gewordenem Weißbrot an der Seitenlinie. Ohne den Trainer würde ich denen sogar etwas zutrauen...

 

Gruppe F:

 

Argentinien: der Top-Top-Favorit. Wie ich beim “Freundschaftsspiel” gegen Deutschland vor einigen Wochen feststellen konnte, haben die ihre Taktik endlich den zahlreichen Militärjuntas, die in den letzten Jahrzehnten in Buenos Aires die Regierung stellten, angepasst: erst alles niederknüppeln, dann die entscheidenden Treffer machen. Bin ich froh, dass die nicht auf den 1. FC Kaiserslautern treffen können. Sicherer Halbfinalist.

 

Nigeria: der Ganz-geheim-Favorit, so geheim, dass in der Hauptstadt Lagos lediglich 80 % der Fans mit dem WM-Titel rechnen und entsprechend aufgeputscht sein werden. Zum Glück spielen 21 von 23 nominierten Spielern im Ausland. Die zwei anderen kann man ja nach dem Aus in der Vorrunde problemlos im Frachtraum irgendeiner Chartermaschine wieder ins Land schmuggeln...

 

England: ihr lernt es nie, liebe Tommies: gegen uns habt ihr nix zu bestellen. 5:1 in München – na und? Der Blatter-Sepp hat’s doch gerichtet, ihr mit Argentinien, Nigeria und Schweden in einer Gruppe, und wir lachen uns tot. Und tschüß! Immerhin habt ihr ja Frankreich erobert...endlich mal die Froschfresser getunnelt (komisch, kommt mir jetzt irgendwie bekannt vor).

 

Schweden: Vorsicht! In ihrer Heimat hat sich zwar noch nie jemand dafür interessiert, wie irgendeine schwedische Mannschaft abschneidet, die nicht auf Skiern durch die Landschaft eiert, aber die Schweden sind so heiß, dass in der letzten Woche ein harmloses Training in eine kleine Keilerei zur besten Fernsehsendezeit ausartete. Oder sollte doch nur jemand den neuen IKEA-Katalog auf den Rasen geworfen haben? Auf jeden Fall zu beachten!

 

Gruppe G:

 

Italien: noch so’n Top-Top-Favorit. Spielten bei der EURO 2000 den mit Abstand langweiligsten Fußball, waren aber bis zur 90. Minute des Finales Europameister. Schwer einzuschätzen, bis auf eines: den Titel für den erotischsten Fußballer, den mal wieder irgendeine Frauenzeitschrift ausschreiben wird, den werden sie wieder locker einfahren. Aber ob’s zu mehr reicht?

 

Ecuador: also von denen kenn ich nun gar keinen. Bin ja schon froh, dass ich weiß, wie die Hauptstadt heißt: Quito. Da geht der Äquator durch. Ich schätze aber mal, das ist das einzige, was wir von denen lernen müssen. Angeblich eine ziemliche Maurertruppe. Vielleicht ein Tipp für Aleks Ristic, wenn er keinen Bock mehr auf RWO hat, aber mehr auch nicht.

 

Kroatien: da haben sich wieder alle –ic’s dieser Erde versammelt um im Namen von Führer...äh, Staatspräsident, Volk und Vaterland dem Gegner kräftig was auf die Socken zu hauen. Wenn die sich ab und zu mal daran erinnern, dass sie auch sehr gut Fußball spielen können und dass man nicht in jedem dritten Interview sagen muss: „Ich habe das für mein Land getan“, oder Ähnliches, dann können sie sehr weit kommen (siehe WM 1998). Auf die alten Herren Suker, Prosinecki und Soldo freu ich mich aber, die wird man international wohl nicht mehr so häufig sehen (wobei durchaus zu diskutieren wäre, ob das Schwabenland und Bayern nicht doch als Ausland gelten).

 

Mexiko: Zum Schluss noch die fröhlichen Holzhacker, Spucker und Schauspielakrobaten, die manchmal derartig wüten, als wären sie tatsächlich so blöd, ihr eigenes Fastfood jeden Tag zu verschlingen, wie es eine Menge US-Yuppies anscheinend glauben und nachmachen. Aber es gibt Hoffnung, denn im Kader ist auch wieder Jorge Campos, der Winzling im Tor mit dem ganz weiten Aktionsradius und diesen bunten Torwarttrikots, die auch vor dem Fernseher zum Griff zur Sonnenbrille animieren. Hier gilt dasselbe wie bei Kroatien: wenn sie wollen, können sie – es müsste ihnen nur mal jemand erklären, wie das Spiel heißt. Finito nach der Vorrunde.

 

Gruppe H:

 

Japan: zweiter halber Gastgeber. Hat anscheinend die komplette Vorbereitung verpennt: Tokios Gouverneur Ishihara am Mittwoch über den japanischen Nationaltrainer Troussier: „Er ist ein zweitklassiger Coach. Ich kann ihn nicht leiden.“ Gut, dass ihm das bei 4jähriger Vorbereitungszeit schon 6 Tage vor dem ersten Spiel auffällt. Ishihara weiter: „Er scheint den schmutzigen Charakter vieler Weißer zu haben.“ Stimmt. Aber zum Glück sind deren Dollars und Euros blütenrein. Und nach dem Aus in der Vorrunde habt ihr auch genug Zeit zum Zählen.

 

Belgien: die lustigen Männeken Pis sind auch wieder da, zum ersten Mal seit 100 Jahren ohne Enzo Scifo. Skandal: obwohl beim Spiel der Frittenkrieger gegen die Sushi-Kasper aus Japan am 04.06. mit ähnlichen Zuständen wie bei der bereits angesprochenen Partie Türkei-China zu rechnen ist, lässt die FIFA diese Partie auch noch um 11.00 Uhr MEZ, also zur besten Mittagszeit, beginnen, mit der sehr richtigen Begründung, europäische Japaner gebe es eh nur in diesem kleinen Kaff namens Düsseldorf. Wieder einmal eine krasse Benachteiligung für den ortsansässigen Fortuna-Fan! Aber das lassen wir uns nicht bieten, das wird einen Tag später das ein oder andere Fax-Gerät büßen müssen...

 

Russland: Abschneiden im Turnier egal, sind eh nur zur Industriespionage da, um die längst überfälligen Reformen in der russischen Wirtschaft endlich mal anzukurbeln. Immerhin, Namen wie Bestschastnich, Tschertschessow, Tschugainow oder Chochlow garantieren höchste Unterhaltung für diejenigen, die sich ein Live-Spiel mit entsprechendem Kommentator antun wollen. Da sehe ich jetzt schon den Schweiß in der Sprecherkabine fließen...

 

Tunesien: Nordafrikaner. Die Hauptstadt Tunis steht auf den Ruinen des antiken Karthago, weswegen die Tunesier seit ihrer Qualifikation fleißig übten, wie man mit Elefanten am besten über die Alpen kommt. Waren daher etwas enttäuscht, als sie feststellten, dass a) sich die Alpen nicht für Japan/Südkorea qualifiziert haben und b) noch nicht mal Italien in ihrer Gruppe ist. Deshalb Aus in der Vorrunde.

 

Now let the Games begin! says

 

janus

 

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