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Mittwoch,
06.03.2002 - es ist Abend. Es stürmt. Es
regnet. Die Frisur sitzt. Wir fahren durch eine
graue Stadt. Müssen auf einem Parkplatz parken,
der nur aus Schlamm und Pfützen zu bestehen
scheint. Ein grinsender Kassenhäuschenmensch
verlangt 15 € für eine Tribünenkarte. Die
Tribüne besteht aus ein paar Holzbänken mit
einem Dach darüber. Immerhin: mehr Komfort als
auf Nebenplatz 11 in Bremen, wo etwas größere
Fahrradunterstände kurzerhand zur Tribüne erklärt
werden. Die Karten dafür kosten allerdings auch
nur 10 €, aber das nur nebenbei. Kopf geschüttelt,
Platz genommen, Fußballspiel geguckt.
Es
ist ein grausames Spiel, Tabellenletzter gegen
Tabellenvorletzter. Immerhin, es fallen Tore.
Dem Torwart der Heimmannschaft rutscht eine eher
verunglückte Rückgabe des gegnerischen Stürmers
durch die Arme. Sehr lustig. Auf der anderen
Seite rutscht ein Spieler der Heimmannschaft auf
dem Rasen aus. Der Schiri pfeift, alle lachen,
sogar die Fans der Heimmannschaft. Noch
lustiger. Doch es war kein Witz, es war ein
Elfmeterpfiff. Ausgleich. Dann geht die
Heimmannschaft in Führung. Halbzeit. Eine
Kapelle, die einer gewissen Mundart frönt,
spielt lustige Weisen im Dauerregen. Versucht,
konsequent gute Laune zu verbreiten, obwohl uns
selbst ein höfliches Grinsen schon vergangen
ist. Auf dem Weg zur Toilette muss man zehn
Stufen hinabsteigen. Ich habe zwar nichts
getrunken, aber das macht die Stufen auch nicht
trockener. Ich hinke zurück, kaufe ein Würstchen,
wage mich auf der Tribüne jedoch ein bisschen
zu weit nach unten. Sanft perlt das Regenwasser
vom Senf herab. Danke, bin schon satt.
Das
Spiel geht weiter. Vom Spielstand her könnte
man es glatt als spannend bezeichnen. 2:2 steht
es kurz vor Schluss. Dann entdeckt ein
Abwehrspieler der Gästemannschaft die Antwort
auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und
allem. Aber er ruft nicht „Heureka!“ wie
einst Archimedes, als dieser, in der Badewanne
sitzend, das Geheimnis des Auftriebs entdeckte,
wie auch immer. Nein, er diskutiert es ausgiebig
mit einem der Schiedsrichter-Assistenten, der
auch noch interessiert zuhört, anstatt ihn
wegzuschicken. In der Zwischenzeit schießt der
Gegenspieler unseres Entdeckers das Siegtor. Der
Schiri pfeift das Spiel ab. Der Gastgeber
gewinnt mit 3:2. Auf dem Rückweg zum Parkplatz
werde ich nochmals pitschnass. Der Himmel weint,
und ich frage mich verzweifelt: wo war amnesty
international an diesem Abend? Das war doch
Folter! Und Folter ist doch verboten...
Ich
wache schweißgebadet auf. Habe wieder mal den bösen
Traum gehabt. Von 2.000, die auszogen, um sich
(ungewollt) mal so richtig lächerlich zu
machen. Doch leider war es die Wirklichkeit:
06.03.2002, SC Fortuna Köln schlägt Fortuna Düsseldorf
in der Regionalliga Nord vor 3.200 Zuschauern
(davon 2.000 Fortuna-Anhänger) mit 3:2. Es war
der erste Heimsieg des Tabellenletzten in der
damaligen Saison – am fünften Spieltag der Rückrunde.
Diese Bilder wird man nicht mehr los...ich bin
am Ende.
Nur
eines noch: Liebes F95-Team, nehmt bitte heute
diesen Alptraum von mir – ich habe genug
gelitten!
Auf
einen erholsamen Schlaf nach dem Spiel hofft:
janus
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