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Ja, auch solche
Zeiten müssen mal kommen: nach Glanz und Gloria
kommt nun erstmals in dieser Saison ein Bericht,
in der kein Meisterschafts-Sieg der besten
Mannschaft der Welt zu finden ist. Man kann halt
nicht alles haben, und ich hatte immerhin zwei
Berichte lang Gelegenheit, zu jubeln. Dies ist
schon ungewöhnlich genug für Fortuna. Aber
fangen wir doch an, es gibt viel zu erzählen!
Einmal ist
immer das erste Mal oder Mein Tagebuch (Epilog)
„Liebes Tagebuch,
es ist vorbei!
Nach 802 Minuten hat mal wieder jemand gegen uns
getroffen. Dennis Tornieporth aus Magdeburg.
Dennis Tornieporth – wer kennt ihn nicht? Vorher
Kickers Emden, vorvorher St. Pauli, noch vorher
Holstein Kiel – hat nie ein Scheunentor
getroffen, wenn es gegen uns ging. Diesmal
netzte er acht Minuten vor Schluss ein. Und ich
fürchte, ich trage eine Mitschuld! Hatte ich mir
doch im ersten Teil des Tagebuchs unser erstes
Gegentor von einem Denis gewünscht! Okay, nur
ein „n“ und außerdem ein Wolf, aber da hat der
Fußballgott wohl nur mit einem Ohr zugehört und
nach dem Vornamen abgeschaltet. Gemein! Bevor
ich Dich, liebes Tagebuch somit zutiefst betrübt
beende, bleiben nur noch die Aufräumarbeiten...
Heute Nacht wieder
nicht geschlafen. Eingedenk meiner Ankündigung,
was im Falle des ersten Gegentors mit meinen
Fortuna-Socken passieren wird, bin ich auf den
Balkon geschlichen und habe sie von den Füßen
geringelt. Mit der Rohrzange ging das ganz
leicht. Ich hatte danach sogar noch Zeit und
Muße, dem Geschosshagel empörter Nachbarn
auszuweichen, die mir mittels fauler Tomaten und
Eier wohl demonstrieren wollten, was sie
geruchlich bei meiner Aktion empfanden. Alles
Weicheier, die die historische Dimension dieses
Ereignisses nicht gebührend respektieren
konnten! Das hab ich natürlich nur gedacht,
nicht gesagt. Als sie auf dem Rasen unter meinem
Balkon anfingen, die Pechfackeln anzuzünden, und
auch schon die ein oder andere Heugabel
gesichtet werden konnte, schien es mir geraten,
die Socken in einen großen Briefumschlag zu
stecken. Seitdem hab ich meine Ruhe, und Herr
Tornieporth kann sich demnächst auf Post aus der
ehemaligen Bundeshauptstadt freuen. Versprochen
ist nun mal versprochen! Ich muss mich nur noch
erkundigen, was so ein Gefahrguttransport nach
Magdeburg wohl kosten mag...“
Ja, auch
Jungfrauen fangen mal an. Irgendwann musste es
ja passieren, dass wir uns wieder einen
einfangen. Das Ärgerliche an jenem Gegentor am
15.09.07 war nur, dass es der einzige Treffer
des gesamten Spiels war, und Fortuna somit 0:1
beim 1.FC Magdeburg verlor. Noch ärgerlicher war
dies, weil es überflüssig wie ein Kropf war.
Fortuna war nämlich über die gesamte Spielzeit
vor fast 13.000 Zuschauern eigentlich das
bessere Team mit den besseren Chancen. Aber
diesmal war es ein typisches 3-€-ins-Phrasenschwein-Spiel
à la: „Wenn du die Dinger vorne nicht rein
machst, darfst du dich nicht wundern, wenn es
hinten einschlägt.“ In der 82. Minute war es
soweit: Markus Anfang spielte einen Fehlpass an
der Mittellinie, die Gastgeber schalteten sofort
um und präsentierten einen hervorragenden
Angriff, eigentlich ihre einzige herausgespielte
Torchance in der zweiten Halbzeit: langer Pass
auf die linke Seite, eine schöne Flanke in die
Mitte, hinweg über Sebastian Heidinger, der in
dieser Situation rätselhafterweise den letzten
Abwehrspieler im Strafraum gab und sich – als
Stürmer eher nicht verwunderlich – bei der
Flanke verschätzte. Der Ball fiel genau auf den
Fuß des oben erwähnten Tornieporth, und der
netzte direkt aus der Luft mit der Innenseite
ein – noch nicht mal besonders stramm
geschossen, aber schön fies gegen die
Laufrichtung von Torwart Melka, zudem passte die
Kugel noch genau links ins Eck. Ein prima Tor,
welches wir allerdings aus gegebenem Anlass gar
nicht so prima fanden. Allerdings war es dann
doch betrüblicher, als Axel Lawaree nur drei
Minuten später eigentlich alles richtig machte,
im Strafraum der Magdeburger umher kurvte und
die Lücke suchte, diese schlussendlich auch fand
und den sehr guten Torwart Beer mit einem
Flachschuss überwand – nur um anschließend
festzustellen, dass sich in der Zwischenzeit ein
Magdeburger auf die Torlinie geschlichen hatte
und schändlich klären konnte. Gemein, sowas!
Denn damit war das Spiel durch, und Fortuna
hatte nicht nur das erste Gegentor nach 802
Minuten kassiert, sondern auch gleich die erste
Saisonniederlage. Und die war sowas von
vermeidbar, was man allein schon daran sehen
konnte, dass sich Magdeburger Fans im
Internet-Forum tatsächlich für den Sieg ihrer
Mannschaft entschuldigten – ohne Reue natürlich,
das wäre ja bei uns auch nicht anders. Als
kleinen Nebeneffekt war man an diesem Wochenende
dann auch die Tabellenführung los, weil der
Wuppertaler SV gegen Babelsberg gewann und
vorbeizog, aber das interessiert mich zum
jetzigen Zeitpunkt eher weniger. Traurig nur,
dass genau das eingetroffen war, was man
befürchtet hatte: der erste Rückstand in der
Saison bedeutete auch zugleich die erste
Niederlage. Das war das eigentlich Bedenkliche
an diesem Spiel. Hoffentlich würde man sich
schnell „akklimatisieren“ können, um zukünftig
auch mal ungewohnte Rückstände aufholen zu
können, denn die soll es im Fußball ja
tatsächlich ab und zu geben.
Noch ein Nachtrag
zu meinem Tagebuch: nach dem Spiel gegen Fortuna
traf Magdeburg zunächst auf Ahlen, dann auf
Dortmund II. Beide Partien verloren sie. In
beiden Spielen wurde Dennis Tornieporth
vorzeitig ausgewechselt, und zwar jeweils vor
der ominösen 82. Minute, in der er Fortuna ins
Unglück gestürzt hatte. Klar werden sie
behaupten, es seien taktische Wechsel gewesen.
Aber ich weiß es besser. Da hatte wohl ein
Gefahrguttransport sein Ziel erreicht und den
Spieler nachhaltig geschwächt...ein würdiger
Abschluss meines Gegentor-Tagebuchs!
Und wohin fährt
man wohl, wenn man am nächsten Tag mal alles
hinter sich lassen und den doch nicht geringen
Frust mit einem ordentlichen Lachen
herunterspülen möchte? Genau, nach nebenan, ins
Stadion der Stadt mit der komischen
Bahnhofskirche. Wobei das mit dem ordentlichen
Lachen nicht nur einfach eine spöttische
Bemerkung ist – mir ist aufgefallen, dass die
dortige Heimmannschaft in den letzten 12 Monaten
regelmäßig den größten Murks zusammenspielt,
wenn ich mal im Stadion bin. So auch diesmal.
Hätte ich mehr Zeit, würde ich ernsthaft darüber
nachdenken, mir für die eine Dauerkarte
zuzulegen. Aber an diesem Tag lag das Highlight
eindeutig vor dem 0:0 des 1.FC Köln gegen
Fürther Greuth oder wie dieser Gegner hieß. Da
gab es nämlich auf dem Rasen ein Interview mit
einem ca. fünfjährigen Stöpsel, den der
Stadionsprecher tatsächlich ernsthaft fragte:
„Was erwartest du heute?“ Das kann man einen
Fünfjährigen schon mal fragen, finde ich! Ich
hab mir nur gewünscht, dass der Kleine den Mund
aufgemacht und geantwortet hätte: „Nun ja, ich
erwarte einen defensiven Gegner, der aus einem
starken Abwehrverband heraus auf Konter spielt!“
Kam leider nicht. Aber der Kleine wirkte auch so
schon verwirrt genug. Auf die nächste Frage, ob
er das letzte Spiel seines Vereins denn zuhause
am Fernseher gesehen oder ob Papa ihm das
Ergebnis mitgeteilt habe, erwiderte er ein
klares: „Weiß nicht.“ So müssen Interviews sein!
Ich fand es herzerfrischend. Genau so wie die
Szenerie beim Einlaufen der Mannschaften. Wir
hatten auf der Osttribüne Platz genommen. Über
uns wollte wohl ein Kölner Fan eine kleine
Konfetti-Choreo bieten, jedenfalls regnete es
Papierschnitzel auf uns herab. Ist ja nicht
weiter schlimm. Im Gegenteil, richtig lustig
wurde es, als ich ein Stück Papier, welches mir
in den Schoß geflattert war, mal zur Hand nahm.
Da hatte jemand beim Zerreißen des Papiers wohl
nicht besonders nachgeschaut, ich fand die
komplette Adresse des Konfettomanen. Also,
lieber Daniel W. aus Kxxxxx, es ist ja toll,
dass eure Stadt solche Leute hervorbringt, die
ganz prima ganz schnell im Kreis herumfahren
können, aber das mit der „Choreo“ solltet ihr
beim nächsten Mal vielleicht ein bisschen besser
üben. Ein noch größeres Hallo gab es, als meine
Nachbarn sich ihre Papierschnitzel auch mal
genauer anguckten, anscheinend hatte der gute
Mann eine Rechnung oder auch einen Kontoauszug
zu Konfetti verarbeitet und an den
entscheidenden Stellen etwas schlampig
durchgerissen. Und daher möchte ich Daniel zum
Abschluss zurufen: das war aber nicht billig,
was du dir da geleistet hast! Aber wer hat, der
hat...und zeigt es dann (wenn auch eher aus
Versehen) gerne schon mal her.
Und als ich dann
am Abend noch feststellte, dass sie im
Gewinnspielsender DSF zu blöd sind, die richtige
Gewinnspiel-Telefonnummer für ihr Gewinnspiel
anzugeben (und, wahrscheinlich nach dem
Multiple-Choice-Verfahren, vorsichtshalber drei
verschiedene Nummern einblendeten), da wusste
ich: es ist alles nicht so schlimm. Auch ein
Gegentor wirft uns nicht um, solange es noch
genug zu lachen gibt. Und ich, der ich in Bonn
wohne, hab so etwas ja in der unmittelbaren
Nachbarschaft....
Wieder
Rückstand – wieder Niederlage
Am 22.09.07 kam
der VfB Lübeck in die LTU-Arena und nahm mit
einem 1:0 drei Punkte mit, die erste
Heimniederlage der Saison für Fortuna. 12.500
Zuschauer sahen zwar, dass auch die wieder ein
besserer Witz war, aber das ändert natürlich
nichts am Ergebnis. Fortuna ganz klar überlegen,
Bekim Kastrati, erstmals in dieser Saison nach
seiner Verletzung von Anfang an dabei, zeigte
mal gleich, wie er das Spiel zu beflügeln dachte
– für seine erste Torchance brauchte er genau 34
Sekunden. Die vergab er allerdings ebenso wie er
und andere Spieler so manch andere Chance in
diesem Spiel. Die Führung für die Fortuna schien
nur noch ein Frage der Zeit, da schlug Lübeck,
das man bislang nur am Rande wahrnehmen konnte,
unmittelbar vor dem Pausenpfiff erstmalig
zurück: bei einem schönen Angriff über links
bekam die Fortuna-Abwehr den Ball nicht weg,
rechts im Strafraum kam Ex-Fortune Daniel Cartus
frei zum Schuss, und dann wurde es tragisch:
Torwart Melka konnte den Ball nur prallen
lassen, was angesichts der Entfernung des
Schützen nicht weiter verwunderlich war,
hechtete aber hinter dem Abpraller und hätte ihn
auch locker gehabt, wenn – ja, wenn nicht Robert
Palikuca aufgetaucht und ihm die Kugel quasi aus
den aufnahmebereiten Händen gespitzelt hätte.
Auch dagegen ist eigentlich nichts zu sagen,
hätte er die Kugel damit auf die Tribüne und
somit aus der Gefahrenzone befördert. Leider tat
er dies nicht, sondern legte den Ball nur drei,
vier Meter vor. Er rauschte hinterher und traf
den nachsetzenden Cartus – Elfmeter. Lübecks
Routinier Dietmar Hirsch verwandelte sicher zur
doch überraschenden Pausenführung.
Noch tragischer
wird diese Szene nicht nur dadurch, dass es das
Goldene Tor des Spiels war, sondern auch
dadurch, dass es kein Elfer war. Im Fernsehen
konnte man in der Zeitlupe sehen, dass Palikuca
beim Nachsetzen klar den Ball spielte, und
Cartus dann erst über seinen Fuß stolperte. Aber
wie gesagt: in der Zeitlupe. Hier mag ich Schiri
Schrempershauwe keinen Vorwurf machen, den Elfer
hätten ich und auch andere wohl ebenfalls
gegeben, in der Sekunde der Aktion war das
wirklich nicht zu sehen. Dies war allerdings
auch so ziemlich das einzig Positive, was man
über den Schiri sagen konnte, der das Spiel
einerseits mit seiner kleinlichen Regelauslegung
völlig zerpfiff, andererseits aber noch nie
etwas von der Vorteilsregel gehört zu haben
schien, was zumindest in einer Szene zu einem
auch sichtbaren Nachteil führte, als ein Fortune
am Mittelkreis gefoult wurde, dennoch der lange
Pass in die Spitze auf Kastrati kam, der
ziemlich allein Richtung Lübecker Tor strebte,
um zwei Sekunden später vom Schiri
zurückgepfiffen zu werden, der auf Freistoß für
Fortuna entschied. Da scheint durchaus
Nachschulungsbedarf für den Herrn Spielleiter
gegeben zu sein. Als er im Laufe des Spiels dann
immer mehr den Überblick verlor, verlegte er
sich, wie es so viele Schiris in der
Regionalliga zu tun scheinen, darauf, eine Gelbe
nach der anderen zu zeigen und dadurch den
Grundstein zu legen, dass es auf dem Platz
zunehmend leerer wurde: in der 78. Minute wurde
Jens Langeneke mit Gelb/Rot des Feldes
verwiesen, nach einem dämlichen Frustfoul. Er
verlor den Ball an des Gegners Sechzehner,
rannte wütend hinter seinem Gegenspieler her und
rempelte diesen an der Seitenlinie mal eben weg.
Wer schon mit Gelb vorbelastet ist und so rein
geht, der kann nur wichtige Termine haben, es
sah fast nach Absicht aus. Diese Verwarnung, die
den Platzverweis nach sich zog, war also
vollends gerechtfertigt, dafür war die Gelbe
gegen Langeneke zuvor ein Witz. Der Schiri
sorgte dann aber harmonisch für den Ausgleich,
indem er zwei Minuten später den Lübecker Caruso
ebenfalls mit der Ampelkarte zum Duschen
schickte, ebenfalls für ein Allerweltsfoul.
Dafür übersah er jedoch zum Beispiel wieder
einmal eine glasklare Tätlichkeit des in
hiesigen Kreisen mittlerweile sattsam bekannten
Ex-Uerdinger Amokläufers Benny Baltes, der dem
am Boden liegenden Cebe beim Passieren mal
schnell den Fuß ins Gesicht stellte, eine Abart
des „Zweikampfs“, die zu jener Zeit auch in der
Bundesliga mehrfach beobachtet und nachträglich
geahndet werden konnte. Aber natürlich nicht bei
uns.
Ach ja, die 2.
Halbzeit: da vergeigte Fortuna noch ein paar
sehr gute Chancen und verlor deshalb das Spiel,
denn von der Lübecker Maurertruppe ging nach
vorne keine Gefahr mehr aus. Überragender
Spieler der Gäste wurde Torwart Frech, der die
Fortunen ein ums andere Mal zur Verzweiflung
brachte. Sein Glanzstück lieferte er bereits in
der 56. Minute ab: Traumkombination der Fortuna
(ja, einmal im Monat können wir das!), eine
weite Flanke von links in die rechte
Strafraumecke wird von Cebe direkt aus der Luft
artistisch nach innen gebracht, genau auf den
Kopf des heranstürmenden Kastrati, der aus
vollem Lauf per Kopf aus fünf Metern – leider
nicht den Ausgleich machte, denn mit eine
Wahnsinns-Reflex kratzte Frech das Ding noch von
der Linie. Ich bin sicher, er weiß bis heute
nicht genau, wie er das gemacht hat, aber es sah
super aus, Respekt! Fortuna gab wirklich alles,
selbst kurz vor Schluss hatte der eingewechselte
Christian Erwig noch die Riesenchance, aber er
kam an einen Abpraller nach einer weiteren
Parade von Frech nicht richtig heran. Dies wäre
auch in der Hinsicht bemerkenswert gewesen, als
dass sich zu diesem Zeitpunkt des Spiels nur
noch neun Fortunen auf dem Platz tummelten.
Markus Anfang musste verletzt ausscheiden, und
da schon dreimal gewechselt worden war, musste
man das Spiel dann halt mit neun gegen zehn
beenden. Mindestens ein Punkt wäre so was von
verdient gewesen, aber man verzockte ihn selbst
und kann auch nicht die unterirdische Leistung
des Schiris als Entschuldigungsgrund
heranziehen.
Hinzu kam man
schwer gebeutelt aus dem Spiel. Partien gegen
Lübeck waren in den letzten Jahren ja fast
immer, hm, relativ „intensiv“ geführt, um es mal
so auszudrücken. Diesmal war es eigentlich recht
fair (außer, wenn der kleine Benny mal wieder
wütete), doch der Aderlass war beträchtlich:
Platzverweis für Langeneke, Verletzungen von
Heeren, Anfang und Lambertz, dem überragenden
Spieler der letzten Partien. Das machte die
Niederlage doppelt bitter.
Wie man ein
Fußballspiel nicht organisiert
Zeit zum Jammern
gab es nicht: bereits vier Tage später musste
die Fortuna wieder ran, zum Nachbarschaftsduell
beim Aufsteiger RW Oberhausen, der einen
schwachen Saisonstart hingelegt hatte, aber
anschließend richtig aufgeblüht war und Sieg um
Sieg eingefahren hatte. Man war sich in
Oberhausen sehr wohl bewusst, dass hier ein
kleines Spitzenspiel anstand, und mit dem
fröhlichen Optimismus aller Dilettanten machte
man sich an die Organisation:
„Currywurst gegen
Sushi!! Schön gegen Reich!!“ Auf diese bedingt
originelle Weise versuchten sie im Vorfeld, für
das Meisterschaftsspiel gegen die Fortuna zu
werben. Ob mit Newsletter, einem Promo-Team oder
auf Handzetteln: Kein Klischee wurde
ausgelassen, um einen künstlichen Spannungsbogen
zwischen den beiden Städten zu konstruieren.
Gleichzeitig teilte man Fortuna mit, man sehe
sich außerstande, bei diesem Abendspiel den
Verkauf von erwarteten 4.000 Eintrittskarten für
den Gästeblock organisatorisch auf die Reihe zu
bekommen. Deshalb griff man zu einem anderen
Mittel und verkündete, dass es Karten für die
Gäste nur im Vorverkauf geben würde, nicht am
Spieltag. Gegen entsprechende Vorverkaufsgebühr
natürlich. Nur, um am Dienstagabend, also einen
Tag vor dem Spiel, bekannt zu geben, dass die
Abendkassen nun ebenfalls für Fans aus der
Landeshauptstadt geöffnet sein würden.
Anscheinend überwog auch im Schatten des
Gasometers die tiefere Einsicht, dass Schönheit
allein nicht reicht, und man ab und an auch Geld
verdienen muss – auch wenn man vielleicht nicht
reich werden will. Oder so ähnlich. Aber
wahrscheinlich werden sie sich gar nichts dabei
gedacht haben. Ebenso wenig wie die Oberhausener
Polizei, die am örtlichen Hauptbahnhof bei
Ankunft des Sonderzuges aus Düsseldorf mal
wieder einen Polizeikessel vom Feinsten
inszenierte, dass man sich wirklich nur wundern
konnte, wo die ihre Ausbildung genossen hatten.
Oder diejenigen, die für den Transport der Fans
zum Stadion verantwortlich waren, und zunächst
gar keine Busse, diese dann anschließend nur
kleckerweise zur Verfügung stellten (zwei Bussen
für über 1.000 Fans!). Man ist ja viel gewohnt,
aber dass der Heim-Verein die Gäste-Fans erst
mal ordentlich verhöhnt, dann beim Kartenkauf
über den Tisch zieht, anschließend einkesselt
und beim zugesagten Transport völlig versagt –
das war dann doch ziemlich neu. Sie waren mit
der Organisation völlig überfordert – wie
praktisch, wenn man es dann an den Gästen
auslassen kann. Auch wer mit dem Auto anreiste,
hatte seine helle Freude: wenn man sich
erfolgreich durch die Staus durchgekämpft hatte,
die Ruhrgebiets-Autobahnen am Nachmittag nun mal
zu bieten haben, stellte man anschließend fest,
dass schon eine Stunde vor dem Spiel rund um das
Stadion gar nichts mehr ging, unter anderem
dadurch begünstigt, dass die Anfahrt zum Stadion
von der A 42, Ausfahrt Oberhausen-Zentrum,
komplett gesperrt war, sodass nahezu jeder mit
einem fahrbaren Untersatz über die Ausfahrt
Buschhausen anreisen musste, mit den
entsprechenden Auswirkungen. Als Krönung wurde
das Spiel mit einer Viertelstunde Verspätung
aufgrund des großen Zuschauerandrangs
angepfiffen – im Laufe des Spiels wollte man der
Presse dann weismachen, man bedanke sich bei
8.300 Zuschauern...sehr unhöflich, mindestens
4.000 Zuschauer nicht in ihren Dank mit
einzubeziehen. 12.000 Zuschauer war nämlich die
ungefähre Schätzung, die gestandene Oberhausener
auf der Tribüne abgaben, nachdem sie sich von
ihren Lachanfällen erholt hatten. Es war
wirklich unglaublich, und als Fazit bleibt
eigentlich nur: ich persönlich halte nach jenem
Abend die Verantwortlichen von RW Oberhausen
noch nicht einmal für fähig, einen
Kindergeburtstag zu organisieren. Mit allem, was
über 4.000 Zuschauer hinaus geht, scheinen sie
schlicht überfordert. Vielleicht sollte sich der
DFB hiervon auch mal ein Bild machen. Wenn schon
solch unfassbar wichtige Auflagen für die 3.
Liga wie „fernsehtaugliches Flutlicht“ gefordert
werden, könnte man sich da eventuell auch mal um
die Organisation eines Fußballspiels kümmern? Da
Wuppertal und Düsseldorf schon da waren und sich
ansonsten kaum jemand nach Oberhausen verläuft,
könnte der DFB ja mal eine Delegation dorthin
schicken, wenn der letzte große Zahltag ansteht,
das wäre wohl das Heimspiel gegen RW Essen zu
Beginn der Rückrunde. Aber bitte inkognito,
damit ihr auch was davon habt! Und da rettet es
auch nix mehr, dass die Nackensteaks wieder mal
hervorragend waren und, im Gegensatz zur
Organisation, völlig zurecht Ansprüche anmelden,
in die neue 3. Liga zu gelangen.
Nun, das Spiel bot
dann aber zum Glück auch einiges, es wäre ja
traurig gewesen, wenn nach all diesem Chaos auch
noch ein 0:0-Langweiler herausgekommen wäre. Es
war ein abwechslungsreiches Spiel mit vielen
Torchancen, und immer spannend. Den Anfang
machte RWO. Man hatte sich gerade aufs Spiel
eingestellt, da stand es auch schon 1:0 für die
Gastgeber. Nach drei Minuten und ein paar
Sekunden hatte sich Kapitän Mike Terranova die
Kugel an der Mittellinie geschnappt und mal
einen kleinen Sprint angezogen. Ihm hinterher
hechelte ein Fortune, ohne Chance, ihn stoppen
zu können, was allerdings dem Rest der Abwehr
völlig ausreichte, um gar nicht erst angreifen
zu müssen. So erreichte Terranova weitgehend
unbelästigt den Sechzehner, zog einfach mal ab –
drin das Ding. Torwart Melka machte bei diesem
Treffer keine glückliche Figur, denn der Ball
kam doch relativ mittig aufs Tor. Er war
allerdings auch spät zu sehen und setzte
unmittelbar beim Keeper noch einmal auf.
Der Witz war ja,
dass dies nicht die erste Torchance für die
Gastgeber war, schon in der 2. Minute hatte ein
Kopfball nach einer Ecke sein Ziel nur knapp
verfehlt. RWO in der Anfangs-Viertelstunde
bärenstark, überrollte die Fortuna praktisch.
Bei den Gästen spielte auf der rechten
Außenverteidiger-Position erstmals Olivier de
Cock, unser Neuzugang aus Belgien. In den ersten
zwanzig Minuten lief der auf dem Platz rum wie
Falschgeld, war überhaupt nicht im Bilde, wurde
überlaufen, so sehr drückten die Oberhausener
aufs Tempo. Ein denkbar ungünstiger Start für
einen Neuling. Doch de Cock fing sich und
avancierte zum stärksten Abwehrspieler auf dem
Platz an diesem Abend, ein Debüt, das schlecht
begann, aber dann doch sehr viel Hoffnung machen
sollte.
Ebenso wie das
Spiel der Fortuna. Nachdem man eine
Viertelstunde lang nur hinterher gerannt war,
wendete sich das Blatt. Fortuna spielte
druckvoll nach vorne und drängte RWO in die
eigene Hälfte zurück. Chancen waren nur eine
Frage der Zeit und wurden diesmal, im Gegensatz
zu Magdeburg und Lübeck, auch genutzt. Noch
erfreulicher war, dass beim besten Fortunen an
jenem Abend, Bekim Kastrati, endlich der Knoten
platzte. Der war vorne quasi auf jeder Position
zu finden, machte gehörig Alarm und steckte
seine langen Gräten wirklich überall rein, wo es
eventuell hätte weh tun können. Ein wuseliger
Strafraum-Stürmer, genau das Gegenteil von z.B.
Feinbier und Podszus aus den letzten beiden
Jahren. Das mag nicht immer toll aussehen, das
führt natürlich auch vermehrt zu Fehlern
aufgrund der vielen Ballkontakte, aber es bringt
immer auch Gefahr. Und weil er an diesem Abend
so gut drauf war, netzte er gleich zweimal ein.
In der 30. Minute war er nach einem Eckball von
Marco Christ mit dem Kopf zur Stelle und
markierte den Ausgleich. Und in der 44. Minute
ging die Fortuna gar mit 2:1 in Führung: nach
einem beeindruckenden Querschläger in der alles
andere als sattelfesten Oberhausener Abwehr nahm
Lawaree die Kugel links im Strafraum auf und
brachte sie in die Mitte auf Kastrati, der sowas
von frei stand, dass er alle Zeit der Welt
hatte, das Leder per Seitfallzieher oben rechts
im Eck zu versenkten. Ein tolles Ding, und die
Führung war zu diesem Zeitpunkt auch verdient.
Nach der Pause
allerdings nicht mehr, denn RWO drückte wieder
aufs Tempo und brauchte nur fünf Minuten, um den
Ausgleich zu erzielen. Dafür kann es natürlich
nur einen geben, nämlich einen Ex-Fortunen, die
ja über die Liga gestreut sind wie Sand am Meer:
Tim Kruse, im Sommer nach drei Jahren bei uns
zum Aufsteiger gewechselt, machte das Tor, mit
einem seiner Hämmer aus zwanzig Meter
Entfernung, für die er auch bei uns durchaus
bekannt war, allerdings auch mit Glück, denn
Palikuca fälschte den Ball unerreichbar für
Melka ab. Kruse selbst war das ziemlich
peinlich, was man bei seinem anschließenden,
nicht vorhandenen Torjubel sehen konnte. Ja, ein
netter Typ, der nicht zu Unrecht bei uns auch
recht beliebt, aber einfach zu oft verletzt war.
In Oberhausen übrigens auch, gegen uns machte er
sein erstes Spiel nach mehrwöchiger Pause. War
ja klar, dass es dann gleich klingeln würde...
Der Rest des
Spiels war ein ständiges Hin und Her, sehr
unterhaltsam, mit Tempo bis zum Schluss, wobei
Oberhausen die besseren Chancen hatte, für
Fortuna war meist am gegnerischen Sechzehner
Schluss. Nichtsdestotrotz hätte es fast noch ein
Happy-End in der 90. Minute gegeben, bei einem
letzten schnellen Konter der Fortuna wurde
wiederum Kastrati am Strafraum frei gespielt,
allerdings mit etwas Glück, deshalb war er auch
etwas zu überrascht. Er traf die Kugel nicht
voll, und RWO-Keeper Semmler, der schon halb auf
dem Boden gelegen hatte und durch einen Lupfer
leicht hätte bezwungen werden können, konnte die
Situation bereinigen. Es wäre auch nicht
verdient gewesen. Somit sprang an jenem Abend
ein 2:2 in einem flotten und ansehnlichen Spiel
heraus. Wenigstens nicht verloren, und endlich
mal einen Rückstand wett gemacht. Ein gutes,
faires Spiel, übrigens mal wieder fehlerfrei
geleitet von Bibiana Steinhaus, unserer „Bibi“,
die am Wochenende zuvor ihr erstes
Zweitliga-Spiel souverän absolviert hatte. Zum
sechsten Mal pfiff sie ein Spiel der Fortuna,
zum sechsten Mal gewannen wir nicht, zum
sechsten Mal lag es nicht an ihr. Hier wartet
eine weitere Negativserie darauf, gebrochen zu
werden...
Natürlich wurde im
Forum nach dem Spiel von einem Punktverlust
gesprochen, den selbstredend der Trainer zu
verantworten hatte. Ganz besonders schlau fand
ich denjenigen, der die Kampfstärke und
Kondition der Oberhausener hervorhob und hinzu
fügte, dass Fortuna in diesen Punkten unterlegen
gewesen sei, könne nicht sein. Da würde er auch
nicht als „Ausrede“ gelten lassen, dass
Oberhausen am Wochenende zuvor spielfrei gehabt
habe. Ja nee, is klar – gerade diese beiden
Punkte können ja wirklich nix damit zu tun
gehabt haben, dass Fortuna binnen vier Tagen
zwei Punktspiele hatte und RWO nur eines. Weiß
man ja, dass sich so etwas nie, nie, nie z.B.
auf die Kondition auswirken könnte. Also
zumindest nicht, wenn der Trainer Uwe Weidemann
heißt. Ich glaube, bei dem ein oder anderen
steht er auch im Verdacht, Gegner-Trainer
Hans-Günter Bruns gekauft zu haben, der nach dem
Spiel sagte, die Fortuna wäre die stärkste
Mannschaft gewesen, die er in dieser Saison
bislang gegen sein Team gesehen habe. Naja,
der als ehemaliger Ostholländer hat ja auch
erwiesenermaßen überhaupt keine Ahnung vom
Fußball...
Es war ein
unterhaltsamer Abend bei einem starken
Aufsteiger. Was den Fußball betrifft. Was die
Organisation angeht, so haben die
Verantwortlichen an jenem Abend eindrucksvoll
unter Beweis gestellt, dass sie im Sommer
definitiv nicht aufgestiegen sind.
Spielfrei
Am Wochenende
28.-30.09.07 hatte Fortuna spielfrei. Wie ich
solche Wochenenden zu verbringen pflege, wenn
sich die Chance ergibt, kann bei Interesse im
Artikel „Arena-Wochenende“ nachgelesen werden.
Als ich Sonntag Nacht nach Hause zurück kehrte,
konnte ich zumindest feststellen, dass bei
Fortuna nicht viel passiert war. Der Trainer war
immer noch da, sehr zum Leidwesen einiger
Experten, Lambertz, Anfang, Krecidlo, Pusic und
Eraslan immer noch verletzt, und in der Tabelle
stand man immer noch gut da, weil aus der
Spitzengruppe nur Emden gewann, Erfurt und
selbst der WSV verloren auch mal ein Spiel.
Somit konnte die Truppe einigermaßen erholt am
Tag der Deutschen Einheit, 03.10.07, zum
FVN-Pokal an den Niederrhein nach Goch reisen
und die heimische Verbandsliga-Truppe der
Viktoria locker mit 5:1 weghauen. Trainer
Weidemann ging kein Risiko ein und schickte
nicht die Zweite Mannschaft aufs Feld. Die Erste
sorgte bereits in Halbzeit 1 mit einer
3:0-Führung für klare Verhältnisse und
schaukelte das Spiel in der zweiten Hälfte
locker nach Hause, Erwig, Hampel, Klimczok, Cebe
und Kastrati waren die Torschützen. Das war
wirklich nichts im Vergleich zu dem, was
zeitgleich in Düsseldorf passierte:
Regionalliga-Spitzenreiter Wuppertaler SV musste
sich ebenfalls zu einem Spiel bei einem
Verbandsligisten herablassen, nämlich beim SC
Düsseldorf-West. Für die eigentlich schon
aufgestiegene Truppe von Star-Trainer Jerat
natürlich unzumutbar. Dies dachte sich wohl
zumindest der Coach und gab mal wieder eine
Kostprobe seiner unnachahmlichen kölschen Art,
die ja bekanntermaßen nicht durch einen Hauch
von Selbstzweifel getrübt wird. Er ließ eine
Reserve-Mannschaft auflaufen und überließ das
Coachen an der Seitenlinie auch dem Trainer der
Zweiten Mannschaft, er selbst nahm gemütlich auf
der Trainerbank Platz und rührte keinen Finger.
Dort durfte er dann mit ansehen, wie die Truppe
mit einem 1:2 nach Verlängerung aus dem Pokal
ausschied, was nach Augenzeugenberichten auch
noch völlig verdient gewesen sein soll. Wobei
man nicht genau weiß, ob er die entscheidenden
Szenen auch gesehen hat, denn, ebenfalls
Augenzeugenberichten zufolge, er verschwand
zwischendurch mal in ein angrenzendes Gebüsch,
um sich zu erleichtern. Vor dem Spiel soll er
auch nicht mit der Mannschaft angereist sein,
sondern im Privat-Pkw, mit Hund als Beifahrer,
und dies auch nicht zum ersten Mal. Und da es
wohl nicht die erste Disziplinlosigkeit des
Trainers war (wen wundert’s?), erteilte der
Präsident des WSV dem Trainer in der Woche
danach (der WSV hatte spielfrei) eine
allerletzte Abmahnung. Jerat stand nur
Zentimeter vor dem Rauswurf, und das als Trainer
des Tabellenführers! Sagt wohl auch so einiges
über den Herrn...
Natürlich kann ihm
das Pokalspiel egal sein, denn da seine Truppe
ja sowieso aufsteigt, ist sie damit auch
automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert, man
braucht den Verbandspokal somit nicht. Aber
wahrscheinlich ist er jetzt beim Fußballverband
Niederrhein schwer im Verschiss. Die hatten bei
der „Auslosung“ der Pokalrunden im Sommer ja mal
wieder ein gutes Händchen, sodass im Halbfinale
wieder die Partie Wuppertaler SV gegen Fortuna
Düsseldorf „zufällig“ herausgesprungen wäre –
zum vierten Mal in Folge und zum vierten Mal in
Folge auswärts im Zoo-Stadion...Und dann kommt
der Jerat daher und schickt einfach die zweite
und dritte Garnitur aufs Feld! Tststs...wenn die
sich das nicht mal merken...
Die nächste
Pokalrunde, das Viertelfinale, stand bereits am
14.10.07 (Sonntag) an. An diesem Spieltag war
nämlich wieder spielfrei, diesmal gleich für die
ganze Regionalliga, aufgrund der
EM-Qualifikationsspiele. Weil man ja die Vereine
mit vielen Nationalspielern, egal ob In- oder
Ausland, nicht benachteiligen darf. Was ja auch
ziemlich leicht einzusehen ist, da man diese
Vereine selbstverständlich zur Verpflichtung
ihrer Nationalspieler gezwungen hat. Oder so
ähnlich. Unser Gegner im Pokal würde alles
andere als ein Leichtgewicht werden: der 1. FC
Kleve würde zum Tanz bitten, ein Team aus der
Oberliga-Spitzengruppe, mit neuem Trainer Arie
van Lent in dieser Saison bislang gut dabei,
obwohl die Truppe mit acht Feldverweisen nach 11
Spieltagen derzeit wohl eher eine rustikale
Spielweise pflegt. Auch den prominenten Trainer
verschlug es bereits zweimal während eines
Spiels zwangsweise auf die Tribüne, er geht also
immer noch voll mit. Hinzu kommt, dass bei Kleve
seit dieser Saison unser ehemaliger
Torjäger-oder-auch-nicht Marcel Podszus spielt,
der in der laufenden Saison auch schon 6mal
genetzt hat. Allerdings nicht beim Spiel gegen
Fortuna II vor einigen Wochen, als man mit 1:3
die erste Saisonniederlage kassierte (natürlich
mit zwei Feldverweisen und Trainer van Lent auf
der Tribüne). Da fühlte er sich beim Auflaufen
am Flinger Broich wohl gleich an alte Zeiten
erinnert und vergab zweimal freistehend.
Vielleicht hatte er sich seine Treffer aber auch
nur für die Erste Mannschaft aufgehoben. Kleve
würde im eigenen kleinen Stadion spielen (in der
Oberliga 2004 war man noch nach Uerdingen
ausgewichen), hierfür schaffte man es, binnen
zwölf Stunden nach Feststehen der Partie auch
noch die Eintrittspreise zu erhöhen. Hier war
also äußerste Vorsicht angesagt, ein sehr
unbequemer Gegner.
Am 03.10.07 fand
abends allerdings noch ein Spiel statt, welches
meine Aufmerksamkeit erregte. Es war mal wieder
Derbytime an meinem alten Studienort, Waldhof
Mannheim gegen VfR Mannheim in der Oberliga
Baden-Württemberg. Ich war ja schon beim Spiel
in der letzten Saison dort gewesen, gerade mal
vier Monate zurück. Der interessierte Leser wird
sich erinnern, da gab es mächtig Rummel um das
Spiel, weil der Waldhof in diesem Jahr 100 Jahre
alt geworden ist. Es folgte ein unfassbar
schlechtes Spiel, welches der VfR auch noch mit
1:0 gewann. Hier war also noch etwas zu regeln.
Der Waldhof ist zwar immer noch 100 Jahre alt,
jedoch entfiel das ganze Brimborium vor dem
Spiel, man konzentrierte sich auf Fußball. Die
Waldhöfer taten nämlich etwas, was sie bei einem
Teil der Düsseldorfer Fans wohl auf Anhieb so
richtig beliebt machen würde, sie warfen in
dieser Saison bereits den Trainer raus – nach
der ersten Saison-Niederlage. Muss man auch erst
mal machen. Allerdings soll die Truppe auch
vorher schon grausam gespielt haben. Neu-Coach
ist Alexander Conrad, in dortigen Breiten wohl
ein bekanntes Gesicht, mir selbst eher
unbekannt. Was allerdings nicht auf Teile des
Waldhof-Kaders zutraf, dort können wieder
illustre Spieler gesichtet werden: unter anderem
liefen Christoph Babatz und Dennis Weiland auf,
durch ihre Zeiten u.a. beim FSV Mainz aus Funk
und Fernsehen bekannt. Aber auch für mich war
etwas dabei: Ermin Melunovic, unser Chancentod
aus der Saison 2005/06 ist nach einem Jährchen
bei Eintracht Trier wieder in Mannheim
angekommen. Fast hätte ich erwartet, auch noch
Gustav Policella auflaufen zu sehen, aber er tat
mir den Gefallen nicht. Keine Ahnung, wo der
abgeblieben ist. Und der Ermin, durchaus ein
Sympathieträger in seiner Zeit bei Fortuna, weil
er zwar nicht ins Tor traf, aber vollen Einsatz
zeigte und auch so manchen Elfmeter herausholte,
der zeigte gleich mal, dass er nichts verlernt
hatte und verballerte direkt zwei Riesendinger.
Davon ließen sich allerdings seine
Mannschaftskollegen nicht anstecken und fegten
den in allen Belangen unterlegenen Gast von
nebenan mit 6:0 aus dem Stadion. Das war mehr
als eine Revanche für das Gegurke im Mai, das
ging schon eher in Richtung sportliche
Exekution, besonders in der zweiten Halbzeit.
Über 5.000 Zuschauer waren begeistert, und der
neue Coach, gerade mal im dritten Spiel an der
Linie, dürfte sich seinen Platz in den
Waldhof-Chroniken gesichert haben. Eine
vielleicht etwas einseitige, aber sehr
unterhaltsame Partie, mal wieder mit bester
Feuerwurst, aber das ist ja schon Usus.
Zwei Personalien
noch von diesem Spiel: im Tor der Gäste stand
Thomas Weiß, der Spieler, der beim Derby im Mai
an seinem Geburtstag bei einem Zusammenprall mit
einem Waldhof-Spieler so schwer verletzt worden
war, dass kurzzeitig Lebensgefahr bestanden
hatte. Allein deswegen war sein Auftritt am
03.10. für mich schon bemerkenswert. Dies
steigerte sich noch, als ich erfuhr, dass er
sich kurz vor dem Spiel auch noch zwei Rippen
gebrochen hatte. Der Mann ist sportlich wirklich
nicht vom Glück verfolgt. Und trotzdem stand er
wieder im Kasten, vor sich diesen Trümmerhaufen
von Abwehr, der ihn schändlich im Stich ließ.
Fast konnte man Mitleid haben, er musste ein ums
andere Mal die Kugel aus dem Netz holen, war an
allen Gegentreffern unschuldig und bester Mann
seiner Truppe. Daher bleibt mir nur die
Gratulation dafür, dass er überhaupt schon
wieder auf dem Rasen stand. Aber an jenem Abend
wäre ihm auch das wohl egal gewesen.
Und noch etwas
Erfreuliches: ich habe ja seit einigen Jahren
einen Bekannten, der auch im Tagesgeschäft des
SV Waldhof mitmischt (u.a. als Autor in der
Stadionzeitung), und der mich vor zwei Jahren
überhaupt dazu animierte, mal wieder das Derby
zu besuchen. Denn wenn er kommt, kann ich mich
schlecht drücken, er wohnt schließlich seit
geraumer Zeit in Hamburg! Dieser positiv
Bekloppte also wurde von einem Mitarbeiter kurz
vor dem Spiel auf den Rasen gelockt, angeblich
um ein kurzes Interview mit einem Gast zu
führen. Seine weibliche Begleitung sollte hierzu
die fotografischen Nachweise liefern. Das war
aber natürlich nur ein Trick der Dame, das
Interview gab es nicht, stattdessen einen
Heiratsantrag. Der so Überraschte nahm mit den
Worten an, die sich wohl sicher schon so mancher
Mann in vergleichbarer Situation gedacht hat,
nämlich: „Was kann ich jetzt noch groß sagen?
Natürlich: ja!“ Und ich möchte nicht wissen, wie
die anschließende Feier ausgefallen ist, ich
musste ja nach dem Spiel wieder nach Hause. Denn
zusätzlich hatte er an diesem Tag auch noch
Geburtstag! Wiegenfest, Heiratsantrag und das
Derby 6:0 gewonnen, alles an einem Tag – würde
mich nicht wundern, wenn er erst mal drei Tage
dauerbreit gewesen ist. Daher an dieser Stelle
auch noch mal meine herzlichen Glückwünsche –
und sagt Bescheid, wenn die Hochzeitsglocken
läuten!
Soviel zum Thema:
wie man sich die Zeit vertreiben kann, wenn der
Liga-Betrieb mal eine Woche ruht. Es durfte also
weiter gehen.
Wieder nur ein
Punkt
Am 06.10.07 kam RW
Ahlen in die LTU-Arena. Die waren auch mit
Vorsicht zu genießen. Zwar hatte die Truppe des
Ex-Nürnberger Profis Christian Wück gleich am
ersten Spieltag in Erfurt direkt mal 6 Stück
bekommen, anschließend aber kein Auswärtsspiel
mehr verloren. Außerdem kam mit Lars Toborg ein
Stürmer, der auch weiß, wo die Kiste steht, 7
Saisontreffer bislang. Und wem das noch nicht
reichte, der konnte sich ja gerne mal die
Statistik der letzten Saison anschauen: 0:3 und
1:4 hieß es da gegen die Münsterländer. Ein
unbequemer Gegner.
Den Fortuna in den
ersten 20 Minuten vor über 10.000 Zuschauern
eigentlich gut im Griff hatte. Man war überlegen
und spielte auch die ein oder andere Chance
heraus, die größte hatte Kastrati, der schön
frei gespielt wurde, aber an Torwart Lenz
scheiterte. Anschließend zeigte Ahlen, dass man
nicht vorbei gekommen war, um nur blöd
zuzuschauen, einige gute Angriffe fanden ihren
Weg nach vorne, besonders der quicklebendige
Martin Stahlberg war für meinen Geschmack ein
wenig zu schnell für so manchen Abwehrspieler
der Fortuna. Aber hüben wie drüben passierte
nichts Weltbewegendes mehr, und so ging es mit
0:0 in die Pause.
In der 55. Minute
dann mal wieder ein Highlight, das bewies, dass
sie es doch können, wenn sie nur wollen. Olivier
de Cock, diesmal von Anfang an mit bärenstarker
Partie, ich glaube, der hat an jenem Nachmittag
keinen einzigen Zweikampf verloren, spielt auf
halbrechts einen schönen Pass in die Spitze,
Axel Lawaree verlängert blitzschnell mit dem
Absatz in den Strafraum, und Marco Christ hat
sich frei gelaufen und kann die Kugel aus zehn
Metern im langen Eck unterbringen. 1:0, ein
toller Spielzug!
Leider setzten die
Spieler nicht nach, sondern zogen sich peu à peu
zurück, um den Vorsprung zu sichern, etwas, das
auch der Trainer nach dem Spiel monierte, also
kam die Anweisung wohl nicht von ihm. Ahlen
brachte allerdings bis auf einen gefährlichen
16-m-Schuss von Stahlberg, den Melka glänzend
parieren konnte, auch nicht viel zustande, und
so hätte alles gut ausgehen können, wenn es
nicht die 85. und 86. Minute gegeben hätte, in
denen mal wieder gezeigt wurde, was im Fußball
so alles geht.
Zunächst kommt
Ahmet Cebe völlig frei im Strafraum zum Schuss,
aber er senst über den Ball. Das passte zu
seiner einigermaßen indiskutablen Leistung, die
er an jenem Tag zeigte. Das war allerdings
nichts gegen das, was unmittelbar darauf folgte:
keine 30 Sekunden später erkämpfte sich Cebe
erneut den Ball, als die Ahlener sich noch nicht
geeinigt hatten, wer die Kugel jetzt
wegbefördern sollte. Wieder tauchte er völlig
frei vor Torwart Lenz auf, sogar noch mit Zeit,
den Torwart auszugucken. Das wäre sicherlich die
Entscheidung gewesen, aber er schob Keeper Lenz
die Kugel in die Arme. Dieser schlug ab, der
Ball kam auf einigen Umwegen zum eingewechselten
Reus. Der narrte gleich vier Fortunen, ca. 20
Meter vor dem Tor, geriet dann ins Stolpern und
spitzelte den Ball dennoch mit der Pieke noch
weiter an den Sechzehner. Dort wartete Martin
Stahlberg, ließ sofort einen richtigen Strahl
aufs Tor los, und der Ball landete rechts oben
im Winkel, obwohl Melka noch dran war.
1:1-Ausgleich, noch nicht einmal unverdient,
weil Fortuna über weite Strecken des Spiels zu
passiv war. Aber wie war das noch mit Freud und
Leid, die so dicht beieinander liegen? Noch
nicht mal eine Minute war zwischen der möglichen
Entscheidung und dem Ausgleich vergangen.
Wirklich bitter.
Nun, es hätte
natürlich noch bitterer werden können, denn in
der 90. Minute hatte Sebastian Schoof gar noch
den Siegtreffer für Ahlen auf dem Schlappen,
aber er zog das Leder aus kurzer Distanz nach
Rechtsflanke über das Tor. Auch das wäre wohl
nicht verdient gewesen, das Unentschieden ging
in Ordnung. Aufgrund des Spielverlaufs fünf
Minuten vor Schluss aber natürlich ein
verschenkter Sieg.
Pokal-Nachlese
Zum guten Schluss
dieses Berichts stand noch das bereits erwähnte
Viertelfinal-Spiel im FVN-Pokal gegen den 1.FC
Kleve. Hierzu reiste man bei herrlichsten Wetter
nach Kleve an den Bresserberg...nein, pardon, in
die Volksbank-Arena. Die ca. 5.000 Plätze, die
diese „Arena“ bietet, waren dann auch recht gut
besetzt, was man daran sehen konnte, dass die
Partie mit 10 Minuten Verspätung angepfiffen
wurde. Und auch hier wollte Trainer Weidemann
keine Entschuldigungen gelten lassen und stellte
die aktuell stärkste Mannschaft auf. Er stellte
nur leicht um und ließ Olivier de Cock als
klassischen 6er vor der Abwehr spielen, als
Beweis für seine Lernfähigkeit. Diesen Posten
hatte im Spiel gegen Ahlen noch Robert Palikuca
bekleidet, ein für meinen Geschmack etwas
unglückliche Wahl, denn so stark der Pali im
Kopfballspiel und im Zweikampf manchmal ist, in
puncto Technik wirkt er doch zumeist etwas
unbeholfen. Da ein wenig Spielkunst aber auf der
Position des „Staubsaugers“ allerdings schon von
Vorteil wäre, nämlich wenn es gilt, den Ball
intelligent nach vorne zu bringen, um vielleicht
einen Gegenzug einzuleiten, konnte man die
Umstellung nur begrüßen.
Fortuna setzte
gleich mal ein Zeichen und ging nach einer
Viertelstunde in Führung, als ein Freistoß von
Marco Christ im Tor landete. Vielleicht war
Hamza Cakir mit dem Kopf noch dran, vielleicht
auch nicht, das war schwer zu sehen. Im
Anschluss ergab sich ein durchaus gewohntes
Bild, die Fortuna überlegen, nutzte aber weitere
Chancen nicht und baute den Gegner langsam, aber
sicher auf. In der zweiten Halbzeit hielt Kleve
ordentlich dagegen, und die Fortuna wackelte.
Höhepunkt sicherlich die 60. Minute, als ein
Klever Spieler völlig frei vor Melka neben das
Tor köpfte. Dieser Spieler war Marcel Podszus,
und daher von mir ein großes Dankeschön an die
innere Verbundenheit, die Marcel mit seinem
alten Verein noch zu pflegen scheint. Das kennen
wir ja zumeist anders.
Das Spiel hätte
noch einmal kippen können, doch Klimczok konnte
eine Viertelstunde vor Schluss einen Kopfball
von Goncalves auf der Linie klären. Man
überstand auch die letzten Ausgleichsbemühungen
der Gastgeber, und in der 91. Minute lochte
Lawaree einen Konter zur Entscheidung ein. 2:0
gewonnen, nicht besonders spektakulär, aber wen
interessiert das schon? Das Halbfinale des
FVN-Pokals ist somit erreicht. Der Gegner wird
erst am 24.11.07 im Spiel SSVg Velbert gegen SC
Düsseldorf-West ermittelt. Unsere Freunde aus
Velbert sind hier natürlich Favorit. Und das
könnte bedeuten, dass wir in dieser Saison auch
im Pokal doch noch einmal in den Wuppertaler Zoo
müssen. Denn selbstverständlich ist auch diese
Partie ein Auswärtsspiel (unser letztes
Heimspiel im Pokal datiert meines Wissen vom
Februar 2003, damals auch gegen Kleve), und ob
die Velberter noch einmal gegen uns in ihrem
Stadion Sonnenblume antreten wollen oder dürfen,
bedarf wohl noch einer abschließenden Klärung.
In unserer zweiten Oberliga-Saison, 2003/04,
waren sie schon ausgewichen – ins Zoo-Stadion.
Ich glaube, so langsam würden wir uns auch
unwohl fühlen, wenn wir nicht mindestens zweimal
pro Saison in dieser (Noch-?)Bruchbude antreten
dürften. Wenn dies nicht eintreten würde, würden
wir wahrscheinlich an der LTU-Arena erst mal
entgeistert nachschauen, ob der Rhein noch nicht
in die richtige Richtung fließt...
Aber diese Frage
eilt auch noch nicht, wie gesagt die
Viertelfinalpartie der Velberter gegen den
WSV-Bezwinger Düsseldorf-West findet erst am
24.11.07 statt und muss natürlich auch erst
einmal von den Bergischen gewonnen werden. Und
das Halbfinale selbst findet erst Anfang
kommenden Jahres statt.
Der eigentliche
Hammer dieses Spiels war allerdings, dass man in
der Halbzeitpause bemerkte, dass einigen
Fortuna-Spielern Geldbörsen und Autoschlüssel
geklaut worden waren! Aus der Umkleidekabine,
während der ersten Halbzeit, unbemerkt – und das
in einer Arena! Ich gebe zu, ich habe schon
einiges erlebt, aber so etwas noch nicht.
Vielleicht ist das ja auch die Erklärung für die
etwas zähe zweite Halbzeit. Wer spielt schon
entspannt, wenn vor seinem geistigen Auge immer
wieder die Szene abläuft, wie ein Unbekannter in
den eigenen Wagen steigt und wegbraust? Die
Kriminalpolizei wurde eingeschaltet. Aufklärung
folgt (hoffentlich).
Trainer-Possen
Die lustigen
Sachen, die ein Wolfgang Jerat so veranstaltet,
wurden hier ja bereits genannt. Aber der ist
immerhin Tabellenführer. Unser Coach ist
weiterhin eher brav und bieder, durchaus nicht
unsympathisch, aber einigen Leuten eventuell
etwas langweilig. Damit ist er natürlich der
perfekte Sündenbock für all diejenigen, die sich
ernsthaft wundern, warum wir nicht schon längst
aufgestiegen sind.
Nun läuft es
derzeit in der Meisterschaft nicht besonders
rund für Fortuna. Und an wem das liegt, ist
selbstverständlich klar. Es kann nur Trainer Uwe
Weidemann sein. Dass ein Spieler wie Cebe mal
einen rabenschwarzen Tag erwischt und binnen 30
Sekunden gleich zweimal die Entscheidung vergibt
– spielt keine Rolle. Dass vier Spieler nicht in
der Lage sind, den Ahlener Reus am
entscheidenden Abspiel zu hindern – geschenkt.
Da hat der Übungsleiter womöglich etwas Falsches
trainieren lassen bzw. lässt die Spieler
absichtlich auf falschen Positionen spielen, was
diese natürlich dermaßen mitnimmt, dass sie
sofort das Fußballspielen einstellen. Und mit
„falscher Position“ ist nicht etwa gemeint, dass
er Lawaree linken Verteidiger oder Cakir
Spielgestalter spielen lässt – nein, schon
Verschiebungen von links in die Mitte innerhalb
des Defensiv-, Mittelfeld- oder
Offensivverbandes verunsichern das Team
anscheinend so sehr, dass es mit der Leistung
sofort bergab geht. Meinen einige jedenfalls.
Ach was, „Etwas
Falsches trainieren lassen“ oder „auf falschen
Positionen spielen“ – Begründungen braucht die
tapfere Schar „Uwe-Fans“ schon lange niemand
mehr. Beispiel aus der Partie gegen Ahlen
gefällig? Da wechselte Weidemann unmittelbar
nach dem Gegentreffer Kapitän Henri Heeren gegen
Fabian Hergesell aus. Dies brachte ihm natürlich
empörte Kommentare ein, zumal des Trainers
Wechselpolitik schon seit langem umstritten ist.
Wie kann der nur den Heeren rausnehmen, wo der
doch in seinem ersten Spiel nach seiner
Verletzung aus der Partie gegen Lübeck
tatsächlich ein solides Match gespielt habe! Ja
wie kann er denn nur? Würde man mal ab und zu im
Stadion auch auf das Spielfeld achten, hätte
einem auffallen können, dass Heeren vorher schon
mehrfach seine Auswechslung signalisiert hatte,
weil er sich wieder einmal verletzt hatte. Aber
das wäre ja langweilig. Und dass Hergesell für
ihn ins Spiel kam, also der Spieler, der exakt
dieselbe Position spielt, linker
Außenverteidiger, das war doch auch wieder so
ein Witz des Trainers! Wie gesagt, Heeren zeigte
es lang genug an, und als Hergesell dann an der
Seitenlinie stand, fiel das 1:1. Da hätte der
Uwe dem Hergesell doch sagen müssen, dass es ihm
Leid tue, und noch einen Offensiven bringen
müssen! Typisch Uwe, so was von unflexibel und
vom Fußball nu gar keine Ahnung! Würde man ab
und zu im Stadion auch mal auf die eigene
Mannschaft achten, hätte natürlich auffallen
können, dass Weidemann gar keinen Stürmer mehr
bringen konnte – er hatte nämlich keinen mehr.
Heidinger und Erwig waren bereits eingewechselt
worden. Aber auch das wäre natürlich richtig
langweilig, deshalb macht man es gar nicht erst.
Von dieser Sorte gibt es mittlerweile unzählige
Beispiele. Natürlich macht auch der Trainer
Fehler, natürlich muss man manche Dinge durchaus
mal hinterfragen, aber es ist schon beinahe
rührend, mit anzusehen, wie ihm einige Leute
schlicht alles an den Hals hängen wollen, um ihn
loszuwerden. Denn eins ist mal klar: die
Mannschaft ist natürlich absolut
zweitligatauglich. Außer, wenn man nach einem
Spiel, vorzugsweise einem schlechten, die
Aussagen im Forum liest. Da wird gnadenlos
vorgeführt, welche Schwachpunkte die einzelnen
Spieler angeblich haben, dass man meinen könnte,
hier spielt eine Kreisliga-Truppe. Aber in der
Summe, so die Meinung derselben Leute, in der
Summe sind diese Spieler aufstiegstauglich. Und
weil das so sein muss, kann es ja nur am Trainer
liegen, wenn es nicht läuft. Der sie alle
ständig falsch einsetzt. Der immer so doofe
Interviews gibt (für den Trainer einer
Fußballmannschaft natürlich unfassbar wichtig).
Der zu weich ist und sich nicht durchsetzen
kann. Der zu hart ist und jungen Spielern keine
Chance gibt. Letzteres Argument besonders
amüsant, weil es in dem Zusammenhang gebracht
wurde, er hätte doch anstatt Hergesell in der
Schlussphase Klimczok einwechseln sollen.
Hergesell ist 21, Klimczok 28 – das sind
allerdings Quantensprünge, die dem geneigten Fan
mühelos gelingen. Wie gesagt, irgendwelche
Erklärungen interessieren ja keinen mehr, das
Fazit ist seit Monaten schon gezogen und lautet:
dieser Trainer muss weg, und der kommt auch weg!
An dieser Stelle
möchte ich das Wort weiter reichen. Es gab
nämlich diesbezüglich in der Woche nach dem
Ahlen-Spiel einen Beitrag im Forum, der mir
ausgezeichnet gefiel. Deshalb habe ich ihn
dreist kopiert und hier rein gesetzt, allerdings
nicht, ohne den Autor vorher um Erlaubnis
zufragen (außer, wenn’s der Trainer geschrieben
hätte, dann wäre es auch so kein Problem
gewesen). Einen herzlichen Dank daher von mir an
partizan23 für die nachfolgenden Zeilen, die mir
leider nicht eingefallen sind.
Nicht-Fortuna-Fans werden vielleicht
Schwierigkeiten mit dem ein oder anderen
„Insider“ haben, aber die Intention des Beitrags
sollte dennoch deutlich werden. Und um eins
vorweg zu sagen: natürlich ist der Beitrag
leicht übertrieben. Aber wirklich nur leicht.
„Eine kleine
Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse
Verdammt noch mal,
warum geht denn der Ball zum 2:0 nicht rein, da
hätte man doch den Cebe bringen müssen, der
hätte den reingepustet, Uwe raus!
Aber Moment mal,
das war doch der Cebe, der den Ball vertändelt
hat?!
Wie kann dieser
Möchtegerntrainer den Cebe bringen und dann noch
drin lassen. Weiß doch jeder, dass der im Moment
aus fünf Meter kein Scheunentor trifft, der muss
raus, genau wie der Uwe!
Aber vielleicht wollte der
Trainer dem formschwachen Spieler den Rücken
stärken wie bei Lumpi, der ist dann doch richtig
stark geworden (Anm.:
„Lumpi“ ist Andreas Lambertz)
Pah, der Cebe ist
nicht der Lumpi. Weiß doch jeder, dass das bei
dem nicht funktioniert, außer Uwe natürlich, Uwe
raus! Außerdem kann er nicht mit jungen
Spielern, warum spielt Heidi denn nie? (Anm.:
Gemeint ist Sebastian Heidinger)
Moment, Heidi
spielt ja öfter mal, leider sehr unter seinen
Möglichkeiten oder Erwartungen
Ist doch auch
klar, außer schnell laufen kann der doch nix.
Das sieht nun wirklich jeder! Außer Uwe
natürlich. In so einer Situation darf man keine
jungen Spieler bringen, sondern Erfahrene, wie
den Klimczok, aber der Möchtergerntrainer mit
seinem Jugendwahn weiß das natürlich wieder
nicht, Uwe raus!
Naja, der Trainer
sieht ja alle Spieler fast täglich beim
Training, ist oft von Außen schwer zu
beurteilen, wer besser spielen sollte und wer
nicht, da kann man oft nur vorsichtig vermuten!
Papperlapapp, ich
weiß es aber ganz genau. Ich bin Allesfahrer und
sehe mir auch alle Spiele der Zwoten an. In der
Zwoten spielen fast alles Spieler besser als in
der Ersten, die haben halt auch einen richtigen
Trainer. Die Erste nicht. Die haben Uwe.Uwe
raus!
Vielleicht ist es nicht ganz
sicher, ob Spieler, die ganz gut aussehen bei
klassentieferen Vereinen wie 'Grüne Borke
Haßloch' und der Zweitvertretung von 'Hurrassia
Kleinkleckersdorf,` auch in der leistungsmäßig
engen Schweineliga im Profifußball mithalten
können?
Quatsch, wer in
der Oberliga ein ganz Guter ist, gehört in der
Regionalliga zu den ganz Großen. Jeder weiß das.
Die Allesfahrer. Die Zwote-Gucker. Jeder. Außer
Uwe. Uwe raus!
Nun muss man aber
bei den letzten Ergebnissen auch betrachten,
dass uns mit Lumpi und Anfang das Herz und das
Hirn der Mannschaft fehlen, und die beiden
wahrhaft nicht zu ersetzen, sondern nur
notdürftig ihre Löcher zu flicken sind.
Blödsinn. Redest
ja schon wie dieser Möchtegerntrainer. Wir haben
mit großem Abstand den besten Kader in der Liga,
gegen uns sind alle anderen Clubs Ansammlungen
hüftsteifer Oberschenkelamputierter. Und das
gilt nicht nur für die Regionalliga. Ohne Uwes
Versagen letzte Saison würden wir als
verlustpunktfreier Spitzenreiter die Zweite Liga
dominieren, und was die Bundesliga taugt, zeigt
ja das desolate Auftreten in der CL. Ich sehe in
Deutschland nur einen Kader annähernd so stark
wie unsere Erste Mannschaft - das ist unsere
Zweite Mannschaft. Damit würde jeder Trainer
ohne Aufwand jedes Spiel gewinnen. Jeder
Trainer. Außer Uwe. Uwe raus!
Aber ist es nicht
so, dass wir von Finanzrahmen eher zu den
Kleinen in der Liga gehören ? Haben doch fast
alle einen wesentlich größeren Etat als wir, und
deutlich weniger Schulden. Müssen wir uns denn
da nicht etwas mit unserer Erwartungshaltung
einschränken?
Nein! Wir sind
Düsseldorf. Hier sind alle reich und schön. Wir
haben die schönste Stadt, die schönsten Fans und
den besten Fußballverein aller Zeiten. Nur der
Uwe, der alte Zonenhansel macht uns alles
kaputt! Uwe raus!
Aber ist es nicht
so, dass die 10 Trainerjahre vor Uwe eine mit
Grauen gefüllte Geschichte war und allesamt
wirklich schädliche und schlechte Trainer für
Fortuna waren ? Sticht da Uwe, und das nicht nur
statistisch seiner Ergebnisse nach, dann doch
eher positiv raus?
Ich kann mich an
die letzten 10 Jahre vor Weidemann nicht
erinnern. Darauf gebe ich Ihnen mein
Barschel´sches Ehrenwort. Kann aber nicht so
schlimm sein gewesen sein wie unter Weidemann.
Wahrscheinlich haben wir ganz gut in den oberen
Ligen mitgekickt oder so. Pest, Atomkrieg,
Guantanamo-Folter – alles ein gemütliches
Nonnenpicknick gegen das
Schlimmste, was
einem Fan, vor allem Allesfahrer, passieren
kann: Uwe Weidemann! Uwe raus!
Na gut, nehmen wir mal an, die
jetzige Misere eines unerträglichen dritten
Platzes hat nur und ausschließlich der Trainer
zu verantworten. Wer bezahlt seinen
Vertragsauflösung und wer kommt dann als neuer
Trainer ?
Wenn Weidemann weg
ist, kommt der Erfolg, und damit mindestens
20.000 Zuschauer pro Heimspiel mehr. Eher
30.000. Die kommen doch jetzt alle nicht, weil
so schlechter Fußball gespielt wird, und das in
der Landeshauptstadt! Muss man sich mal
vorstellen! Uwe raus!
Und welcher
Trainer soll es dann richten ?
Ist doch egal,
jeder, wirklich jeder Mensch auf diesem Planeten
kann es besser als Uwe. Uwe raus!
Einen Namen hätte ich ja schon
ganz gern. Ein guter Trainer, bezahlbar, frei
verfügbar. Bitteschön:
Naja, einen Namen
habe ich nicht parat. Aber ich habe da so meine
Vorstellungen, irgendwer, der die besten
Eigenschaften der besten Trainer vereint, kann
ja nicht so schwer sein. Wir sind schließlich
ein Riesenverein, da werden die Bewerber ja
Schlange stehen. Selbstverständlich werden sie
auch auf einen großen Teil des Gehaltes
verzichten, schließlich dürfen sie den besten
Kader in der tollsten Stadt der Welt trainieren.
Und haben einen einfachen Job. Immer nur
gewinnen, gewinnen, gewinnen. Jeder weiß das.
Jeder. Außer Uwe natürlich, der verbaselt es
wieder. Typisch! Uwe raus!
Bis auf ganz
wenige Ausnahmen haben wir nur ablösefreie
Talente im Kader, teilweise aus der Oberliga,
mehr gibt das leere Portemonnaie nicht her.
Haben wir den wirklich ein so starkes Team wie
Du behauptest ?Oder muss es nicht erst einmal
ein wenig reifen und wachsen um ein Spitzenteam
in der Regionalliga zu werden?
Nein, Nein, Nein,
Nein, Nein! Die Spieler, die Wolf Werner ganz
alleine geholt hat (gegen den Willen von Uwe),
sind alle mindestens mittlere Weltklasse und
verpflichten jeden Trainer zu einer
beispiellosen Siegesserie, egal, in welcher
Liga. Würde auch jeder Trainer dieser Welt
schaffen, außer Uwe natürlich mal wieder. Uwe
raus!
Und die Spieler,
die Uwe in Zeiten seiner Doppelbelastung als
Trainer und Sportdirektor gleichzeitig
verpflichtet hat?
Krüppelfüße,
allesamt Krüppelfüße. Reine
Gefälligkeitsverpflichtungen vom Zonen-Uwe,
einfach widerlich. Damit hat er dem Verein, der
vor seiner Verpflichtung glänzend da stand, fast
ruiniert. Und jetzt versauen seine
Idioteneinkäufe unseren Kader.
Öööh, Moment. Ich denke wir haben
den besten Kader der Liga?! Und jetzt haben wir
auch viele schlechte Spieler? Passt für mich
nicht zusammen, bitte um Erklärung!
Ist ja egal,.
Hauptsache, Uwe raus! Der und seine Lieblinge,
ich könnte kotzen. Wie der den Podszus und den
Feinbier immer wieder gebracht hat, das war nur
noch widerlich. Das hat uns die Teilnahme an der
„Besten Zweiten Liga aller Zeiten“ (sagt
Zweitliga-Top-Übertrager DSF ) gekostet. Wie
lange will der blonde Hampelmann denn noch an
diesen Lieblingen festhalten? Versager! Uwe
raus!
Jetzt wird es aber
durcheinander. Podszus ist doch weg und
„Liebling“ Feinbier ist auf Wunsch von Uwe nicht
mehr hier.
Na siehste, das
zeigt doch seine Inkompetenz. Feinbier schießt
in der bärenstarken RL Süd Tore am Fließband,
und Podszus trifft in Kleve, wie er will. Die
beiden hätte man nie ziehen lassen dürfen. Das
wusste damals jeder. Jeder! Außer Uwe! Uwe raus!
Aber wollten nicht
alle neue, junge, hungrige Spieler, die noch was
erreichen wollen ?
Pah, so läuft das
doch nicht. Was sollen wir mit jungen Talenten?
Wir wollen, nein, müssen aufsteigen, weil wir
der tollste Verein in der tollsten Stadt
(Landeshauptstadt!!!) sind. So Leute wie Albertz
bräuchten wir, erfahren und mit allen Wasser
gewaschen. Das weiß jeder, nicht nur die
Allesfahrer! Uwe natürlich auch nicht. Uwe raus!
Naja, ganz davon
ab das sich Ali körperlich nicht mehr so
einbringen konnte wie er es gerne hätte, war er
wohl auch nicht mehr bereit, sich Woche für
Woche vom hirntoten Asozialenpöbel anmachen zu
lassen, sonst hätte er noch ne Saison
draufgelegt.
Pah, der Albertz.
der größte Arsch des Jahrtausends. Söldner! Ganz
übel. Hat über seine klägliche „Karriere“
irgendwo im schottischen Sumpfland kein Geld für
die Altersvorsorge zurücklegen können und hat
deswegen die Fortuna ausgesaugt. Schlimm! Den
hat ja auch der Uwe geholt, wer sonst?! Uwe
raus! Quatsch, Uwe raus, wieder einstellen und
nochmal sofort rausschmeißen, nur damit er es
mal lernt!
Aber hat Uwe denn
niemals ein glückliches Händchen bei
Neuverpflichtungen gezeigt?
Nein, nie! Am
schlimmsten war diese Denise Wolf, schlimme
Frisur, schlimmer Fußballer, bestenfalls zum
Eiskunstlaufen geeignet oder für Schwulenpornos.
Es gibt nur einen Trainer in der Welt, der so
einen Müll verpflichten würde: Uwe Weidemann!
Uwe raus!
Gut, er wirkte sehr talentiert,
hat sich aber letztlich leider nicht bei uns
durchsetzen können. Aber bei seinem neuen Club
Erfurt läuft es doch.
Ha, da sieht man
es wieder. Ohne Weidemanns Dazutun wurde damals
ein Rohjuwel verpflichtet, Denis Wolf hat das
Zeug zu nem ganz, ganz Großen. Das sieht jeder,
selbst ein Blinder. Ein Allesfahrer erkennt das
blind und taub! Nur einer wieder nicht, und der
verhökert den besten RL-Spieler aller Zeiten an
die Konkurrenz, und das noch an seinen alten
Club in der Ostzone. Ein Schelm, wer Böses dabei
denkt. Danke, Uwe, danke für nichts. Uwe raus!
Ich merke schon,
irgendwie dreht sich das hier im Kreis. man kann
es drehen und wenden wie man will, der Uwe hat
wohl immer an allem Schuld, was schlecht ist,
und nix damit zu tun, was gut ist...
Yeah ma, you
got it! Das ist Uwe
Weidemann. Alles falsch und nie was richtig.
Warum das nur eine Handvoll Fans erkennt, weiß
ich auch nicht, peinlich ist das. Aber unser
Kampf geht weiter. Wir wollen endlich wieder die
guten alten Zeiten mit Köppel & Co zurück, mit
Uwe ist es nicht mehr auszuhalten, Uwe raus!
Manche „Experten“
bringen den Namen Willi Reimann als Nachfolger
ins Spiel. Ist das nicht ein absolutes
Trainerauslaufmodell, das seine letzten Erfolge
hatte, als die meisten Weidemann-raus-Rufer noch
gar nicht geboren waren ?
Unsinn. Der Willi
isset. Man kann auch den Namen viel besser
langgezogen ausrufen, Uweeeeeeeeeeee klingt
irgendwie blöd, Willlllliiiiiiiiiiiiii klingt
viel geiler. Das ist wichtig für guten Support.
Der wird im Moment hauptsächlich durch schlechte
Leistungen der Mannschaft unmöglich gemacht. Und
wer ist dafür verantwortlich? Richtig! Der Uwe.
Uwe raus!
Ich geb´s auf,
egal wie man es dreht und wendet, Du findest ja
immer nur eine Schuldzuweisung an den Trainer,
ich glaube das hat alles keinen Zweck mehr hier.
Möchtest Du zum Schluss der Community noch etwas
mitteilen?
Uwe raus!
Vielen Dank für
dieses Gespräch
Fortsetzung folgt
leider permanent in diesem Forum...“
Also ich finds
sehr unterhaltsam. Und wie der Schreiber schon
ankündigt, und dafür muss man auch kein
Hellseher sein: Fortsetzung folgt. Solange, bis
er weg ist. Und dann hat man mal drei Wochen
Ruhe, bis der Neue (wer eigentlich? Egal.) das
erste Mal wieder Mist baut.
Mittlerweile soll
auch Sportdirektor Wolf Werner ein wenig
verstimmt sein. Aber der hat ja auch schwer zu
kämpfen. Nach dem Spiel gegen Ahlen unterstellte
auch ihm nämlich ein Besucher mangelnde
Begeisterungsfähigkeit für den besten Verein der
Welt. Begründung: der Herr Werner sei kurz vor
Schluss, beim Stande von 1:1, zur Toilette
gegangen. So etwas macht man doch nicht, wenn
man sich voll für den Verein einbringt! Kein
Witz, das war Ernst gemeint! Darum votiere ich
auch hier dafür, bei Fortuna endlich Piss-Pagen
einzustellen, damit das fortunistische
Funktionspersonal während des Spiels nicht
abgelenkt wird und in bösen Verdacht geraten
kann. Vielleicht auch eine Überlegung für
WSV-Trainer Jerat, aber das nur am Rande. Ja,
der Piss-Page aus Mel Brooks’ „Verrückter
Weltgeschichte“ – 25 Jahre lang hab ich das für
einen lauen Witz des Altmeisters lauer Witze
gehalten. Aber wie heißt es doch so schön? Wir
sind Fortuna – wir können alles! Also her mit
dem Piss-Pagen! Wobei ich mir gut vorstellen
kann, wen einige Leute für diesen Posten
vorschlagen würden...
Inzwischen sollen
auch Teile des Vorstands und des Aufsichtsrates
nicht mehr bedingungslos hinter dem Trainer
stehen. Inwieweit da was dran ist oder es nur
eins der üblichen Gerüchte darstellt, vermag ich
aufgrund meiner räumlichen Entfernung zu
Düsseldorf nicht zu beurteilen. Trotzdem lässt
sich zusammenfassend sagen: das sind also die
Spielchen, mit denen man sich in Düsseldorf die
Zeit vertreibt, wenn man Tabellen-Dritter ist,
im Halbfinale des Verbands-Pokal steht, die
beste Abwehr der Liga hat, und bislang in allen
Spielen, außer der Partie in Oberhausen,
eigentlich die bessere Mannschaft war...das
könnte bald wieder so lustig wie in alten Zeiten
werden.
Natürlich hat die
Mannschaft vier Spiele nacheinander nicht
gewonnen. Natürlich sind es auch nur fünf Punkte
bis Platz 11, dem ersten Abstiegsplatz in dieser
Saison. Aber hat irgendjemand behauptet, dass es
leicht wird? Wohl nur diejenigen, die jetzt
schon wieder die Messer wetzen. Die nächsten
Wochen werden sicherlich hochinteressant werden.
Man darf gespannt sein.
Hofft auf einen
Goldenen Herbst: janus |