Home  || Berichte  || Veröffentlichungen  || über Janus ||  Links ||  Gästebuch ||  Kontakt   


Immer noch kein Spiel in Sicht...

 

Liebe pro-fortuninnen und pro-fortunen!

Und noch ein Pausenfüller für diese elendlange Winterpause, bevor es am 02.02.03 endlich mit dem ersten Spielausfall bei Borussia Freialdenhoven weitergeht. Die Chancen dafür stehen wahrlich nicht schlecht, sind doch in den letzten beiden Spielzeiten beide Auftaktspiele der Fortuna nach der Winterpause dem Wetter zum Opfer gefallen, im letzten Jahr bei Fortuna Köln (Regen), im Jahr zuvor in Bremen (Schnee). Da ist es günstig, dass Freialdenhoven momentan doch überlegt, auf dem dorfeigenen Bolzplatz gegen uns antreten zu wollen, da der Aachener Tivoli wohl doch nicht so kostengünstig ist. Denn da es laut Aussage des Pressesprechers von Freialdenhoven (jawohl, der Mensch, der der Meinung ist, das dortige Bauernvolk habe das Land nach 1945 im Alleingang und völlig uneigennützig wieder nach vorne gebracht, was bei Gesängen der Auswärtsfans gefälligst zu beachten und entsprechend zu würdigen sei) dort auch keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, mit denen man anreisen könne, bleibt ja wohl nur die Anreise mit dem Auto. Die wiederum muss dann nicht so vorzeitig erfolgen, dass man eine Spielabsage nicht noch rechtzeitig mitbekommen kann (im letzten Jahr: Spielbeginn 14 Uhr, Absage 11.30 Uhr, im vorletzten Jahr: Spielbeginn: 14 Uhr, Absage am Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück um 12.00 Uhr). Hinzu kommt noch, dass der Herr aufgrund der bisherigen mäßigen Leistungen der Fortuna sowie des zu erwartenden schlechten Landwetters, das bekanntermaßen den wahren Großstadtfan abschreckt, nur mit einer Handvoll Gästefans rechnet. Das kann sehr lustig werden, zumal ja auch zufällig die Sonne scheinen könnte. Dem Herrn sollte mal jemand die Telefonnummer der Geschäftsstelle des GFC Düren zustecken, da kann er sich mal unter der Hand erkundigen, was Fortuna-Fans sich alles an einem Sonntag Mittag zumuten, besonders wenn’s das erste Spiel nach fast zweimonatiger Pause ist. Aber gut, der Herr sieht es ähnlich wie ich, dass man sich um das Spiel keine Sorgen machen muss, da es eh ausfallen wird. Dummerweise ist er einer der Verantwortlichen und ich nicht. Daher macht es doch ordentlich Spaß, sich den Anblick dieses Mannes vorzustellen, wenn, sagen wir mal, nur die Zuschauerzahl aus Düren erreicht wird, da waren nämlich 1.200 Fortuna-Fans mitgereist, um mal richtig schöne Kontertore zu sehen.

Aber so ist halt die Winterpause. Nur Unsinn. Die Fortuna machte nach dem Hickhack um die Allofs-Verpflichtung Anfang Januar das einzig Richtige, man setzte sich nach Süden ab, Trainingslager in der Türkei. Hier wurde nicht nur die Spielersuche intensiviert (Turnier gegen Sponsoren und mitgereiste Fans, ich wette, die ersten Verhandlungen laufen auch schon), sondern auch das Training, mit der Folge das Bellinghausen und Bilalovic zur Zeit leicht angeschlagen sind, Kapselreizungen, die aber, so die offizielle Verlautbarung, unter optimalen Umständen sehr schnell wieder ausheilen können. Ein Glück, dass das im Trainingslager passiert ist, 25° Celsius im Schatten und ein paar Longdrinks an der Bar stelle ich mir irgendwie „optimaler“ zur Ausheilung solcher Wehwehchen vor als Schneeschippen vor der eigenen Auffahrt oder Anschieben des Wagens, der morgens früh nicht anspringen will.
Auch ansonsten nix Neues, kein Spieleraufstand gegen den Trainer nach dem dritten Caipirinha wie einst in Portugal, kein 7:2-Testspielsieg gegen Borussia Mönchengladbach, der jeden wieder vom Aufstieg träumen lässt, sondern nur ein 0:1 gegen den Weltverein Metallist Harkov – es bleibt wirklich zu hoffen, dass es so ruhig bleibt, und die Mannschaft gestärkt wieder zurückkehrt. Für den Unsinn sorgen hierzulande momentan eh andere.

Da war zum Beispiel ein weiterer Weltverein, Arminia Bielefeld, dessen geographische Lage ich persönlich nicht wirklich von der des Testspielgegners Metallist Harkov unterscheiden kann, willens und auch in der Lage, gegen unsere Fortuna in der nächsten Woche ein Testspiel auszutragen. „War“ ist der richtige Ausdruck, denn mittlerweile ist der Termin geplatzt. Arminia Bielefeld wollte nämlich plötzlich ein Antrittsgeld für dieses Spiel kassieren, so dass Fortuna von den wenigen zu erwartenden Zuschauereinnahmen nun wirklich nix übrig geblieben wäre. Klar, ich hätte auch ein Antrittsgeld gezahlt, um die Herren Müller, Amedick, Porcello, Sadovic und Sinisterra lustlos über den tiefgefrorenen Rasen des FB stolpern zu sehen. Wie, die kennt ihr nicht? Ich auch nicht, aber das ist nun mal die halbe Ersatzbank der Bielefelder, die bei diesem Spiel unter Garantie auch aufgelaufen wäre. Warum sollen die auf einmal so viel Geld Wert sein, zumal anscheinend zuvor, bei der Planung dieses Spiels, davon keine Rede gewesen zu sein scheint?

Da keimt in mir ein furchtbarer Verdacht. Es gibt ja einen Spieler bei der Arminia, den lieben sie dort, obwohl er immer mal wieder gerne den Beweis antritt, dass, nur weil in Freiburg Profifußball gespielt wird, der Fußball noch lange nichts mit Intellekt zu tun haben muss: Ansgar Brinkmann, der auf dem Spielfeld manchmal derart zaubert, dass man nur ungläubig den Kopf schüttelt, neben dem Geläuf allerdings durch zahllose Eskapaden weit öfter dafür sorgt, dass man nur ungläubig den Kopf schüttelt, allerdings mit ganz anderen Gedanken Und der Herr Brinkmann, der stand doch vorletzte Woche zur Abwechselung mal wieder vor Gericht, um sich in hervorragender Umsetzung des betriebswirtschaftlichen Gedankens der Kostenminimierung nicht nur für einen, sondern gleich eine ganz Reihe merkwürdiger Vorfälle in den letzten Monaten zu verantworten, als da wären: Körperverletzung beim Besuch eines McDonalds-Restaurant, nächtliches Eindringen in eine an sich geschlossene Eisbahn nebst anschließender Körperverletzung an einem herbeigeeilten Wachmann, diverse Rumpöbeleien sowie öffentliches Zurschaustellen der wohl unglaublichsten 70er-Frisur bei seinen Auftritten. Und vielleicht noch ein bisschen mehr, wer weiß das schon so genau? Auf jeden Fall kann ich mir nicht vorstellen, dass die Vorsitzende Richterin den guten Ansgar zu einer Haftstrafe verknacken wird, schließlich durfte er unmittelbar nach dem ersten Prozesstag auch mit Arminia Bielefeld ins Trainingslager reisen, Fluchtgefahr scheint bei Ansgar demnach nur gegeben zu sein, wenn er mit seinem Porsche nachts um drei in eine Alkoholkontrolle gerät (war noch zu seinen Osnabrücker Zeiten – daher rührt sein Spitzname „Der schnelle Ansgar“). Also wird es wohl eine Geldstrafe werden, die der „weiße Brasilianer“ (Ansgar über Ansgar) auch gut verkraften kann, gab er doch einmal bei einer weiteren verbalen Auseinandersetzung seinem Gegenüber einen durchaus interessanten Einblick in seine Kontobewegungen: „Ich hab heute schon 500 Mark ausgegeben und immer noch 1,2 Millionen auf dem Konto.“ Da wird den Ansgar so ein kleiner Strafbefehl natürlich nicht weiter jucken. Und wie gesagt, in Bielefeld lieben sie ihn. Und deshalb ist der Prozessauftakt mit der in Aussicht stehenden Geldstrafe für den schnellen Ansgar und das plötzliche Fordern eines Antrittsgeldes seines Arbeitgebers für ein Freundschaftsspiel bei einem finanziell angeschlagenen Viertligisten sicherlich nur in einem zeitlichen, aber keinesfalls kausalen Zusammenhang zu sehen. Oder? Ja, ich liebe die Winterpause...

Die Bundesliga-Manager anscheinend auch. Am 30. Januar tagen die 36 deutschen Profiklubs in Frankfurt am Main. Wichtigstes Thema: Der Fernsehmarkt. Wegen der großen finanziellen Nöte soll dabei auch über neue Einnahme-Möglichkeiten diskutiert werden. Ob die Aufstockung der Bundesliga auf 20 Klubs eine Lösung ist? Oder vielleicht die Wiedereinführung der Relegation um den Aufstieg? Und da fallen den Herren teilweise wirklich seltsame Sachen ein, angestoßen durch einen diesbezüglichen Fragebogen, den sie vom Fachblatt für langweilige Winterpausen, dem kicker, zugeschickt bekamen...

Zunächst sprechen sich die Spitzenklubs der Bundesliga kategorisch gegen eine Vergrößerung der Liga aus. "Nicht die Quantität bringt mehr, sondern die Qualität", sagen Wolfgang Holzhäuser (Bayer Leverkusen) und Karl-Heinz Rummenigge (Bayern München) – genau deswegen sitzen wohl auch bei Bayern gestandene Nationalspieler nur auf der Ersatzbank oder Tribüne. Dagegen sieht Präsident Karl-Heinz Wildmoser vom TSV 1860 München in einer Aufstockung eine Lösung: "Ich bin dafür!" Klar, der ist über jedes Spiel froh, in dem sich noch ein paar Fans seiner Mannschaft in das riesige Olympiastadion verirren. Auch Nürnbergs Manager Edgar Geenen sagt: "Eine gute Idee, wenn es bei drei Absteigern bleibt; bei vier Absteigern wäre die Fluktuation zu groß." Wäre für Herrn Geenen ein Vorteil, denn die Fluktuation seiner Gedankengänge scheint entsprechend niedriger zu sein. Beim jetzigen Modell (18 Clubs, drei Absteiger) verbleiben 15 Vereine in der Bundesliga, bei 20 Clubs und vier Absteigern sind es 16. Aber die Fluktuation ist zu groß, jaja. Er hätte auch ganz offen sagen können, dass er nicht jedes Jahr einen neuen Dorfverein in der Liga haben will, der zufällig mal eine gute Zweitligasaison gespielt hat und Vierter geworden ist, aber so was sagt man ja als Manager nicht. Denn darauf läuft meiner Meinung nach auch das Gequatsche mit der Wiedereinführung der Relegationsspiele hinaus. Zum einen zusätzliche Einnahmen durch zusätzliche Spiele, zum anderen soll wohl verhindert werden, dass, wie z.B. in der Spielzeit 99/2000 auf einmal zwei so attraktive Gegner wie die SpVgg Unterhaching und der SSV Ulm gleichzeitig die schönen Bolzplätze im Olympia- oder Westfalenstadion verunzieren. Die Chancen stehen nicht schlecht. Diese Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Dritten der Zweiten Liga gab es bereits von 1982 bis 1991. Da kann man ja mal in der Statistik nachschauen, was es gebracht hat: ganze dreimal setzte sich der Zweitligist durch (82/83 Bayer Uerdingen gegen Schalke, 84/85 Saarbrücken gegen Bielefeld, im letzten Jahr dieser Regelung die Stuttgarter Kickers gegen St. Pauli), ansonsten verblieb stets der Erstligaklub in derselbigen. Wobei einige Herrschaften noch einen Schritt weiter gehen:

Holzhäuser (Leverkusen) plädiert auch für eine Rückkehr zu den bis 1991 durchgeführten Relegationsspielen. Direkt absteigen soll nur noch der Letzte der Bundesliga, direkt aufsteigen nur noch der Meister der 2. Liga. Zweit- und Drittletzter der Bundesliga sollen in Relegationsspielen gegen Zweiten und Dritten der 2. Liga antreten. Dieses Modell gefällt auch dem Mönchengladbacher Christian Hochstätter – wen wunderts, bei dem, was sich seine Borussia zum Ende der Hinrunde so zusammen stümperte?

Schalkes Manager Rudi Assauer fordert ebenso die Rückkehr zur Relegation, beschränkt das Thema aber auf zwei Spiele zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Dritten der 2. Liga. Davon sprechen u.a. auch Bielefelds Manager Thomas von Heesen (aber nur, wenn der Zweitliga-Gegner auch Antrittsgeld bezahlt), Wolfsburgs Manager Peter Pander und Präsident Dieter Krein von Energie Cottbus (dem das ziemlich egal sein kann, da sein Verein eh schon in den Niederungen der Oberliga verschwunden sein wird, wenn diese Regeländerung eines Tages wirklich mal greifen sollte).

Er sei "grundsätzlich ein Freund von Entscheidungsspielen" sagt Felix Magath über Felix Magath (wer hat den eigentlich gefragt?). Deshalb hält Stuttgarts Trainer sogar eine Relegationsrunde mit den letzten Drei der Bundesliga und den ersten drei der 2. Liga "für sinnvoll, weil das zusätzliche Einnahmen und Hochspannung bringt". Und in diesem letzten Halbsatz hat der Felix dann doch schon alles gesagt, was dazu zu sagen ist. Denn im Umkehrschluss, den natürlich niemand der Herren aussprechen mag, heißt das ganz eindeutig: die sportliche Qualifikation ist für den Arsch. Du kannst in der Saison den größten Mist spielen, überspitzt gesagt, brauchst du gar nicht antreten – du hast ja nach dem Abschluss der Saison noch die Gelegenheit, dass ganze in ein paar Spielchen wieder wett zu machen. Und dann sind auch die Stadien voll, weil der Fan, der an seinem Verein hängt, diesen ganz besonders bei solchen Entscheidungsspielen natürlich unterstützt, das Wetter ist im Mai auch besser, und so kann der Verein die miserabelste Leistung seiner Geschichte abliefern, steigt aber trotzdem nicht ab und hat aufgrund der ausverkauften Häuser in den Relegationsspielen sogar noch gute Einnahmen. Wen interessiert da der Zweitliga-Verein, der über die gesamte Spielzeit die Konkurrenz beherrscht und vielleicht über 100 Tore geschossen hat, aber in den Relegationsspielen gegen zum Ende der Erstligasaison geschonte Stars keine Chance hat?

Das erinnert an die Möchtegern-Eishockey-Liga, die ich auch so was von langweilig finde, da es völlig wurscht ist, wie du die 60 (!!) Vorrundenspiele ablieferst, wenn du nur zu den Play-offs rechtzeitig in Form kommst. Und deshalb verwundert mich auch die weiter führende Idee des Herrn Holzhäuser von Leverkusen nicht im geringsten: Holzhäuser hat einen ganz kühnen Plan: "Der Deutsche Meister könnte nach Abschluss der Bundesligaserie in einer Play-off-Runde der ersten vier der Tabelle ermittelt werden. Das wäre ein absolutes Highlight!"
Klar, für Leverkusen. In der Meisterschaft werden sie eh immer nur Zweiter, Endspiele verlieren sie auch mit schöner Regelmäßigkeit, aber dass sie Ausscheidungsspiele spielen können, haben sie ja in der letzten Saison in der Champions League eindrucksvoll bewiesen.

Nein, nein und nochmals nein, mit so einem Unsinn werde ich mich niemals anfreunden können. Kaum hat der DFB es mal geschafft, dass diese albernen Relegationsspiele endlich für die 3. Liga nicht mehr gelten, da kommt die erste daher und möchte uns allein aus finanziellen Gründen einen Eishockey-Modus verpassen. Dann lieber eine ordentliche Insolvenz wie in dieser Woche bei Fortuna Köln, das hat wenigstens etwas Ehrliches. Aber diese ganzen Profitgeier in den Vorstandsetagen sehen das natürlich anders. Sowas muss ja betriebswirtschaftlich geführt werden, und wenn dabei der Sport auf der Strecke bleibt – who cares? Witzig ist ja, dass diese Regeldiskussionen ausschließlich darauf zurückzuführen sind, dass dieselben Herren, die sich jetzt über Play-offs und Relegationen Gedanken machen, den Fußball höchstselbst in diese Lage gebracht haben, da sie sich, betriebswirtschaftlich völlig korrekt, jahrelang nur auf die Einnahmequelle eines Herrn Kirch gestützt und mit diesen Zusagen völlig über ihre Verhältnisse geplant und gelebt haben. Das nenne ich Macht! Erst das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringen und dann nach eigenen Regeln wieder aufbauen! Und wenn sich einer dagegen wendet, wird gesagt: „Dann gibt’s halt in Zukunft überhaupt nix mehr!“ Daher ist es für mich auch gar nicht verwunderlich, dass z.B. Arbeitgeberpräsident Hundt im Vorstand des VfB Stuttgart sitzt. Der braucht sich von der Argumentation her dann auch gar nicht mehr umzustellen. Ich weiß nur: sollte der HSV in einer der nächsten Saisons als Tabellen-4. mit ausgeglichenem Punktekonto mit zwei 1:1 und einem 5:4 nach Elfmeterschießen im Playoff-Halbfinale sowie mit einem 1:0 durch Golden Goal im Finale Deutscher Meister werden, so wird mich das nur noch am Rande interessieren. Irgendwann reichts mal.

Wobei das ja noch simpel gedacht ist: denn der Holzhäuser oder irgendein anderer Schlauberger wird bestimmt noch mit der Nummer kommen, den Deutschen Meister im „Best of Five“ oder „Best of Seven“ ausspielen zu wollen. Dann hat er wenigstens endlich die Endspiele für seinen Klub abgeschafft.

Da lob ich mir noch deutschen Pioniergeist, wie ihn Bernd Stange derzeit vorexerziert. Der ist bekanntermaßen Nationaltrainer des Irak und freute sich neulich über die Bombenstimmung, die auf den Rängen herrsche, wenn im Irak Meisterschaftsspiele ausgetragen werden. Darüber kann er sich bald noch mehr freuen, denke ich , und das wohl auch zu Tageszeiten, in denen auch im Irak beim besten Willen kein Erstligaspiel angepfiffen werden würde. Auch sehr nützlich, dass Stange sich, wie er unlängst verriet, mit seinem Spielern vorzugsweise auf Englisch verständigt. Das wird er demnächst auch gut gebrauchen können. Obwohl: ich habe den Stange ja im Verdacht, im Auftrag des Auswärtigen Amtes dort seinen Job zu verrichten. Bernd in diplomatischer Mission! Denn nicht nur, dass er in einem echten Krisengebiet im Einsatz ist, der übernächste Gegner der ebenfalls von ihm zur Zeit betreuten irakischen Olympia-Auswahl wäre, einen Sieg über Vietnam vorausgesetzt, Nordkorea! Also mischen wir doch wieder überall mit. Und wer den Stange in der Saison 93/94 in der ersten Liga als Trainer des VfB Leipzig mal im Interview erlebt hat, der weiß, dass der jeden potentiellen Gegner weich quatschen kann. Also doch ein politischer Schachzug, dieses Engagement im Irak? Die Zeit wird es bringen.

Aber warum sollte man alles so bierernst nehmen? Es geht doch auch lustig. Auf meinen Streifzügen durch verschiedene Bücher bzw. Homepages zum Thema ist mir aufgefallen, wie interessant und lustig Fußball doch sein kann, wenn er nicht von irgendwelchen Herren mit Schlips und Anzug zerquatscht wird. Da gibt es doch zum Beispiel dieses Sprichwort: „Wer 1:0 führt, der stets verliert.“ Nun, das mag statistisch gesehen sogar zumeist nicht stimmen, ab und zu jedoch schon, in einem Fall besonders gravierend, wie in dem englischen „Book of Bizarre Football“ festgehalten ist. 1976 gingen die Courage Colts, eine C-Jugend-Mannschaft aus der englischen Provinz Kent, in einem Spiel gegen den FC Midas mit 1:0 in Führung. So etwas hat schon vielen Teams zum Erfolg gereicht, aber in diesem Falle nicht. Während die Colts eine Ladehemmung bekamen, geriet dem FC Midas sprichwörtlich alles zu Gold. Das Spiel endete nachgewiesenermaßen 1:59. Dagegen ist unsere Abwehr eigentlich ganz sattelfest, oder?

Auch zum Thema „Abwechselung“ muss Fortuna jetzt ein wenig zurückstecken. Ich dachte immer, diese hübsche Serie: 91/92 Abstieg 1. Liga, 92/93 Abstieg 2. Liga, 93/94 Aufstieg 2. Liga, 94/95 Aufstieg 1. Liga wäre schon recht nett. Aber was haltet ihr denn hiervon? Haka Valkeakoski, finnischer Klub mit 2.850 Zuschauerplätzen, schaffte in den Jahren danach folgendes: Meister (1995), Absteiger (1996), Aufsteiger (1997), Meister (1998,1999, 2000), als Meister UEFA-Pokal-Erstrundenverlierer gegen Zweitliga-Aufsteiger Union Berlin (2001). Wie weit die wohl mit Relegation und Play-offs gekommen wären?

Überhaupt haben die Finnen ein Herz für Fußballer, wenn auch etwas unlogisch. Pentti Kekkola zum Beispiel, bekam von seinen finnischen Mitspielern nach seinem fünften (!) Eigentor der Saison 1986 einen Kompass geschenkt. Ich hätte es ja mal mit diversen Kompanden an die Stürmer versucht. Denn es ist doch viel unterhaltsamer, das Spiel durch ein Eigen- und zwei Stürmertore 2:1 zu gewinnen als dass Herr Kekkola gar nicht mehr trifft und die Partie 0:0 ausgeht.

So, und jetzt hoffe ich mal, dass die letzten Tage dieser Winterpause ohne weitere schlaue Ideen irgendwelcher „Macher“ bis zum ersten Spielausfall auch schnell vorüber gehen mögen, so dass am 09.02. die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen Bocholt auch ordnungsgemäß fortgesetzt werden kann. Und wenn das Spiel in Freialdenhoven doch ausgetragen werden kann, dann bitte nicht vergessen, sämtliche Fan-Utensilien des erfahrenen Fortuna-Fans mitzubringen: Schals, Trikots, Tröten, Zäune. Denn die haben noch nicht mal Zäune dort. Und als Entwicklungshelfer in der Provinz sind wir immer gerne gesehen. Anruf in Düren zur Bestätigung genügt.

Bis denn,

janus


copyright by janus 2003